HyWeb - Gazette

Der Newsletter von HyWeb und dem Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV) · 4. Quartal 2001 – 5. Jahrgang ã L-B-Systemtechnik GmbH

LBST: Orientierung und Entscheidungshilfen in Wasserstoff und Brennstoffzellen Werbung


Wasserstoff-Symposium in Frankreich (20.12.01)

Das aktuelle Zitat (08.11.01)

BMW-Flotte von Weltreise zurück (09.11.01)

Gemeinschaftsaktion für die Marktvorbereitung (08.11.01)

GM und Opel legen ihre Brennstoffzellen-Entwicklung zusammen und geben in Tokio weitere Allianzen bekannt (08.11.01)

Smart Fuel Cell gewinnt Innovationspreis (08.11.01)

Die Stadt Singapur und BP wollen bis 2003 Wasserstofftankstellen installieren (08.11.01)

General Motors und Hydrogenics liefern Brennstoffzelle für die Telekommunikation (08.11.01)

Quantum startet Zertifizierung von 70 MPa Wasserstoff-Druckflaschen (08.11.01)

OMG-Geschäftsbereich Fuel Cells beginnt Serienfertigung von Membran-Elektroden-Einheiten (08.11.01)

Reibung in flüssigem Wasserstoff (08.11.01)

Die Brennstoffzelle und das Handwerk (08.11.01)

BMW bietet Unterrichtsmaterial zu Wasserstoff (08.11.01)

Das aktuelle Zitat (05.10.01)

Ballard übernimmt Xcellsis und Ecostar (05.10.01)

Konferenz "Hypothesis IV" in Stralsund (05.10.01)

Sulzer Hexis liefert noch dieses Jahr erste Brennstoffzellen aus (05.10.01)

RWE plant Markteinführung von Brennstoffzellen-Hausenergieversorgungssystemen für 2004 (05.10.01)

GMs neuer Stack hat höchste Leistungsdichte (05.10.01)

Niedersachsen will aufholen bei Brennstoffzellen (05.10.01)

Kleiner und schneller Detektor (05.10.01)

Sony: Fullerene als Elektroden (05.10.01)

Baden-Württemberg will Solarförderung streichen, Brennstoffzellenförderung aufstocken (05.10.01)

Erdgas- und Wasserstofftankstelle in Belgien (05.10.01)

Siemens Westinghouse wählt Standort für stationäre Brennstoffzellen-Aktivitäten (05.10.01)

Sieben MCFC-Projekte von MTU (05.10.01)

Erster kommerzieller Kernfusionsreaktor nicht vor 2050 in Betrieb (01.10.01)

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Wasserstoff-Symposium in Frankreich
HyWeb, 20.12.01: Am 13. Dezember 2001 fand ein Symposium zu Brennstoffzellen und Wasserstoff mit hochrangiger politischer Beteiligung im Konferenzzentrum Pierre Mendés France des französischen Ministeriums für Wirtschaft, Finanzen und Industrie in Paris statt.

Das Symposium lief unter dem Titel "Recherches et perspectives industrielles sur la pile à combustible et l'hydrogène" [Forschung und industrielle Perspektiven für Brennstoffzellen und Wasserstoff]. Rund 300 Teilnehmer verfolgten die eintägige Konferenz mit kleiner Posterausstellung im Eingangsbereich.

Das Symposium wurde vom französischen Forschungsminister Roger-Gérard Schwartzenberg eröffnet, der verschiedene Kooperationsabkommen französischer Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen bekannt gab, von welchen das neueste ein Abkommen zwischen dem Commissariat à l’Energie Atomique (CEA) und Air Liquide zu Brennstoffzellen und zur Produktion und Speicherung von Wasserstoff betraf.

Philippe Busquin, der Forschungskommissar der Europäischen Kommission in Brüssel, erläuterte die Perspektiven und den zunehmenden Stellenwert von Brennstoffzellen und Wasserstoff in der europäischen Forschungslandschaft und in den Rahmenprogrammen der Europäischen Kommission.

In der Vormittagssitzung präsentierte Marcel Garnier von PSA die Firmenstrategie hinsichtlich des Kraftstoffs der Wahl und Brennstoffzellen, welche auf national und EU-geförderten Projekten wie PREDIT, PACo, Hydro-Gen and Bio-H2 basiert. Folglich hat sich PSA entschlossen, direkte Wasserstoffspeicherung für städtische Hybrid-(Nutz-)Fahrzeuge (z.B. Taxis) kurzfristig [2005-2010], an Bord Reformierung von Bio-Ethanol oder synthetischem Benzin aus GTL (aber sicher kein Methanol) – aufgrund von erwarteten Infrastrukturschwierigkeiten einer weitreichenden Wasserstoffversorgung – für den mittelfristigen Einsatz in PKWs [2010-2020] und langfristig direkte an Bord Wasserstoffspeicherung von Wasserstoff [> 2020] zu machen. Die dreistufige Strategiekonnte, wie einige Fragen aus dem Publikum zeigten, nicht von jedem genau nachvollzogen werden.

Guy Delcroix, Alstom, stellte die Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben zu stationären 250 kWe BHKW-BZ-Anlagen mit PEM-Technologie von Ballard vor sowie die SOFC-Technologie auf Forschungs- und Demonstrationsniveau im Bereich 20 kW – 100 kW zwischen 2004 und 2007 und deren Kommerzialisierung nach 2010 im Bereich von mehreren 100 kW und 1 MW.

Patrick Curlier, Sagem, skizzierte die Arbeiten seiner Firma im Bereich von Mikro-Brennstoffzellensystemen mit DMFC, H2PEM-BZ und Metall-Luft-Konzepten. Die geförderten Vorhaben MICROPAC, ECOPAC und MILIPAC wurden angesprochen.

Serge Besse, Sorapec, erläuterte die Arbeiten seiner Firma im Bereich der Entwicklung von Schlüsselmaterialien und Komponenten wie Elektroden und MEAs für Brennstoffzellen. Als eine der wichtigsten Zielsetzungen wurde genannt, die Zementierung eines technologisches Monopols gebildet durch die USA, Italien und Japan auf diesem Gebiet zu verhindern. Komponenten für Brennstoffzellen im Bereich 100 W – 20 KW sollen im Zeitraum 2001-2003 verfügbar werden und für Systeme bis zu 50 kW im Zeitraum 2003-2005. Verschiedene Kooperationen mit Forschungseinrichtungen (CNAM, CEA) und Universitäten (Poitiers, Montpelliers) wurden angeführt. Unter anderem wurde als wichtiges Entwicklungsziel genannt, den Platineinsatz bei moderaten Betriebsluftüberdrücken zu vermindern.

Daniel Deloche, Air Liquide, gab einen Überblick über traditionelle Wasserstoffherstellungsverfahren und industrielle H2-Märkte. AL’s weltweite Erfahrung in der Wasserstoffverflüssigung und –handhabung wurde dargestellt. AL ist zuversichtlich, dass der gute Sicherheitsstandard im Umgang mit Wasserstoff in der chemischen Industrie bei einer Kommerzialisierung des Wasserstoffs im täglichen Leben aufrechterhalten werden kann (‚Wasserstoff: heute ein Molekül, morgen eine Energie‘). AL hat ferner mit Nuvera das Brennstoffzellen-Joint Venture aXane gegründet. Diese Gruppierung will zusammen mit Partnern ab 2004 Brennstoffzellensysteme kommerzialisieren.

In der Nachmittagssitzung wurde von Francois Demarq von Ademe eingeleitet. Er sah den Einsatz von Brennstoffzellen in Strassenfahrzeugen als den abschließenden Schritt von heutigen Batteriefahrzeugen, über hybrid-elektrisch angetriebene Fahrzeuge schließlich hin zu Brennstoffzellenfahrzeugen. Wasserstoff wurde als der Kraftstoff mit der maximalen Wahlmöglichkeit an Energiequellen aber auch als noch sehr teuer gesehen.

Claude Gatignol, Mitglied des französischen Parlaments, von der OPECST, einer Kommission der französischen Nationalversammlung zuständig für die Identifizierung wissenschaftlicher und technologischer Möglichkeiten für Frankreich, drückte seine Überraschung aus, als Parlamentsmitglied gefragt worden zu sein, bei einer solchen Veranstaltung über Brennstoffzellen zu sprechen, wo doch Brennstoffzellen noch nicht überall bekannt seien. Er sprach einerseits die Nachteile für den Kunden (z.B. verfügbares Kofferraumvolumen) an, welche mit Erdgas- und Wasserstofffahrzeugen heute verbunden sind. Andererseits wies er auf die mächtigen industriellen und staatlichen Forschungsaktivitäten in Nordamerika und Japan hin, welchen von Europa/ Frankreich ein Gegengewicht gesetzt werden müßten.

Daniel LeBreton, TotalFinaElf, präsentierte verschiedene Aktivitäten seiner Firma auf dem Gebiet Materialentwicklung für Brennstoffzellen sowie im Bereich der Verteilung nicht-konventioneller Kraftstoffe. Er machte klar, dass der Trend zu Methanol als Kraftstoff für BZ-Fahrzeuge in Europa, Japan und den USA gebrochen scheint und dass der Übergang zu Wasserstoff über die Reformierung von Kohlenwasserstoffen verfolgt würde. Nach der Überzeugung von TFE ist die Kostenfrage das kritischste Thema, da Wasserstoff unversteuert als 3-6 fach so teuer wie der heutige Referenzkraftstoff angesehen werden muß.

Reinhold Wurster, LBST, präsentierte Beispiele zu Erfahrungen im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzellen in Deutschland und Europa währen der vergangenen 15 Jahre. Er gab eine vertiefte Darstellung bzgl. der Harmonisierung von Regelwerken und Normen zur Zulassung von Wasserstofffahrzeugen wie im EIHP (www.eihp.org) betrieben, der Arbeiten der Verkehrswirtschaftlichen Energiestrategie (VES) und der kommenden Clean Energy Partnership Berlin (CEP). Praktische Beispiele zum Wasserstoffeinsatz in Verbrennunsgmotoren und Brennstoffzellen im Rahmen deutscher Demonstrationsvorhaben wurden vorgestellt. Die Präsentation in englischer Sprachen kann im Bereich ‘Wissen‘ des HyWeb (www.HyWeb.de) unter ‘Articles/Abstracts’ und dort unter ‘Präsentationen’ heruntergeladen werden.

Victor Sanchez, CNRS, und Anne Falanga, CEA, stellten Aktivitäten zu Kontrollstrategien für Brennstoffzellensysteme, zur internen elektrischen Verschaltung von Brennstoffzellen, sowie zu Anstrengungen zum Ersatz von Platinbeschichtungen für Elektroden durch Platinverbundmaterialien vor, von denen Pt-Mo am erfolgversprechendsten erscheinen. Ebenso wurden verschiedene Aktivitäten im Berich der Wasserstoffspeicherung angesprochen (kombinierte Metallhydride, hochverdichteter H2, kryo-verdichteter H2, Mikroglaskugeln, Hochdruckmetall- oder –kompositmaterialbehälter, Flüssigspeicherung und Nanostrukturmaterialien). Es wurde auch von positiven Ergebnissen zerstörender Prüfungen von Hochdruckkompositmaterialtanks berichtet. Bei CEA werden ferner SOFC Entwicklungsarbeiten durchgeführt. Als geplante Demonstrationsvorhaben sind zu nennen der hybrid-elektrische Cristallis BZ-Bus mit einer 60 kW PEMBZ und ein Pilotdorf zur Erprobung einer Wasserstoffversorgungsinfrastruktur und von BZ-Anwendungen. Mikro-BZ von 0.5-1 W mit kleinem Volumen (20 cm³) und kleiner Masse (< 40g), hergestellt auf einer Si-Tragschicht und mittels plasma-ionischer Kanalerzeugung, sind in Entwicklung und sollen ab 2004 kommerzialisiert werden.

Bernard Gauvin vom französischen Transportministerium und Vorsitzender der UNECE WP.29 GRPE bezeichnete den Prozess der Zulassung von Strassenfahrzeugen nach EC-Direktiven als sehr aufwendig. Aufbauend auf den Erfahrungen mit LPG und CNG erläuterte er, das neue Kraftstoff und Antriebskonzepte mit neuen Risiken einhergehen, mit welchen man sich beschäftigen muß. Für flüssigen und komprimierten Wasserstoff hat EIHP zwei Vorschläge für Regelwerksentwürfe entwickelt. GRPE hat eine ad hoc Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, deren Vorsitz von Deutschland wahrgenommen wird. Nach seiner besten realistischen Einschätzung könnten diese Entwürfe für ein neues ECE-Regelwerk bis 2005/2005 so weit fortgeschritten sein, dass sie von der UN abgenommen werden könnten.

Das Symposium wurde vom Staatssekretär für Industrie, Christian Pierret, offiziell geschlossen. Er sprach das riesige für 2020 erwartete Volumen des Brennstoffzellenmarktes an und verkündete, dass Frankreich bis dahin in Europa auf diesem Gebiet die technologisch und industriell führende Nation sein wolle. Er wies ferner auf die vorteilhaften Umwelteigenschaften von Wasserstoff hin, der echte Null-Emissions-Eigenschaften hätte und eine Diversifikation des Energiesystems bringen könnte. Wasserstoff scheine am Horizont als Fahrzeugkraftstoff erkennbar zu werden.

Das Symposium hinterließ den grundsätzlichen Eindruck, dass Franreich sich auf den Weg gemacht hat, in den nächsten Jahren ernsthaft in Brennstoffzellen und Wasserstoff zu investieren.

RW

 

 

 

 

Das aktuelle Zitat

"Wir wollen das Auto aus der Klimadiskussion herausholen."
Erhard Schubert, Leiter des Global Alternative Propulsion Center bei Opel/General Motors, Focus 36/2001

 

BMW-Flotte von Weltreise zurück
DWV, 08.11.2001: Bundeskanzler Schröder hält alternative Kraftstoffe nicht nur für eine wichtige ökologische Maßnahme zum Klimaschutz, sondern auch für eine Grundlage des Autogeschäfts von morgen. Anlässlich des Abschlusses der BMW-Weltreise sagte er am 8. November in Berlin, wenn Länder wie China oder Indien auch nur annähernd unser Motorisierungsniveau erreichen und dabei fossile Kraftstoffe verwenden würden, würden wir das wohl kaum überleben. Andererseits könne die deutsche Autoindustrie durch die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten auf diesem Gebiet ihren technologischen Vorsprung sichern. Staatssekretär Wittling vom Bundesverkehrsministerium versicherte bei der gleichen Veranstaltung, die Bundesregierung werde sich weiter auf dem Gebiet engagieren, ohne aber konkrete Summen oder Zeitpläne zu nennen. Von Berlin nach Berlin über Dubai, Brüssel, Mailand, Tokio und Los Angeles - ein besonders geradliniger Reiseplan ist das nicht, aber an all diesen Orten präsentierte BMW seine Wasserstoffautos unter verschiedenen Gesichtspunkten. Die Bilanz, die am 8. November gezogen wurde, fiel durchweg positiv aus. Sowohl technisch als auch politisch habe sich im vergangenen Jahr etwas zu Gunsten des Wasserstoffs bewegt. BMW-Chef Milberg sagte, im Laufe des Jahrhunderts müsse es möglich werden, ohne Erdöl Auto zu fahren.

Foto: Bundeskanzler Schröder und BMW-Vorstandschef Milberg bei einer Pressekonferenz; Foto: DWV

DWV

 

 

 

Gemeinschaftsaktion für die Marktvorbereitung
DWV, 08.11.2001: Eine Gemeinschaftsinitiative zur Markteinführung der Brennstoffzelle ist am 27. Oktober in Essen gegründet worden. EWE AG (Oldenburg), Ruhrgas AG (Essen), VNG Verbundnetz Gas (Leipzig) und MW Energie AG (Mannheim) wollen die Aktivitäten von Herstellern, Versorgungsunternehmen und Instituten bündeln, rechtzeitig Hemmnisse erkennen und so den Markt für die neue Energietechnik vorbereiten. Die Initiative ist für die Mitarbeit von Herstellern, weiteren Energieversorgern sowie Verbänden offen. Die Projektpartner zeigten sich davon überzeugt, dass die Technologie nach dem Jahre 2005 im gewerblichen und häuslichen Bereich ihre breite Einführung haben wird. Mit Feldversuchen und Demonstrationsvorhaben sollen Erfahrungen mit der Brennstoffzelle gewonnen werden, heißt es.

Auf dem Foto sind Modelle der Brennstoffzellen-Heizungen von Vaillant (PEM) und Sulzer Hexis (Festoxid) zu sehen, wie sie im Oktober auf dem Stand der EWE auf der Wasserstoff-Expo in Hamburg zu sehen waren. (Foto: DWV)

DWV

 

 

GM und Opel legen ihre Brennstoffzellen-Entwicklung zusammen und verkünden in Tokio weitere Allianzen
HyWeb 08.11.01: General Motors und die deutsche Tochter Opel wollen ihre Brennstoffzellen-Aktivitäten zusammenlegen. Damit ist das GAPC (Global Alternative Propulsion Center) mit seinen Standorten Mainz-Kastel, Warren und Rochester nun alleine für die Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben zuständig.

Gleichzeitig wurden wurden auf einem Technologieseminar in Tokio strategische Allianzen mit Suzuki, Hydrogenics und Giner angekündigt. Der Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit Suzuki werden Brennstoffzellensysteme in Kleinwagen sein. GM besitzt bereits 20 Prozent der Aktien von Suzuki. Hydrogenics wird als Partner für die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle genannt, GM übernimmt 24 Prozent der Aktienanteile von Hydrogenics, die bisher u.a. kommerzielle Brennstoffzellensysteme für hochwertige Notstromsysteme entwickelt und verkauft haben. Das wichtigste Standbein von Hydrogenics sind allerdings Brennstoffzellen-Teststände, die bereits weltweit vertrieben werden. Die Zusammenarbeit mt Giner Inc. in Newton, USA, sichert GM Know-How auf dem Gebiet der Wasserstoff-Betankungstechnologie.

Auf dem Seminar in Tokio präsentierte GM den HydroGen3, Nachfolger des HydroGen1 Brennstoffzellenfahrzeugs auf der Basis des Zafira. HydroGen3 machte damit seine Japan-Premiere in der Form eines aufgeschnittenen 1:1-Modells noch vor der Tokio Motor Show. Der Mit Benzinreformer ausgerüstete Chevrolet Brennstoffzellen-Pickup wurde auch präsentiert (unter www.h2cars.de finden sich nähere Informationen über die Fahrzeuge). Hochrangige Vertreter von GM wie Raymond Grigg, Präsident von General Motors Asia Pacific und Byron McCormick, Co-Director des Global Alternative Propulsion Center bei GM unterschrichen die Überzeugung von GM, dass Wasserstoff langfristig der Kraftstoff im Straßenverkehr und in anderen Energieanwendungen sein werde - und dass er aus erneuerbaren Energien kommen müsse. GM arbeite fest an der Umsetzung dieser Vision und an der Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen. Gleichzeitig könnten GM und andere Autohersteller nicht ohne die Führung anderer wichtiger gesellschaftlicher Kräfte, insbesondere der Regierungen und der Energiekonzerne, eine weltweite Wasserstoffwirtschaft etablieren, betont GM. (www.gmfuelcell.com)

Als Gast präsentierte Jörg Schindler, Geschäftsführer der L-B-Systemtechnik aus Ottobrunn bei München, Technologie- und Strategieberater für nachhaltige Energie- und Transportsysteme und Betreiber von HyWeb, dem großen japanischen Publikum die europäischen Perspektiven und Tendenzen der Einführung einer Wasserstoffwirtschaft.

MA/VB

 

 

Smart Fuel Cell gewinnt Innovationspreis
HyWeb, 08.11.01: Smart Fuel Cell (SFC) aus Brunnthal bei München hat den mit 30.000 DM dotierten Innovationspreis der bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken und damit den Titel "Bayerns Mittelstandsbetrieb des Jahres" gewonnen. Erst im Oktober hatte SFC den ersten seriennahen Prototypen ihrer kleinen Direktmethanol-Brennstoffzelle zum Betreiben von kleinen elektrischen Geräten wie Laptops oder Camcorder öffentlich präsentiert. Für das in nur 18 Monaten entwickelte System sind nach Aussagen von Manfred Stefener, Geschäftsführer von SFC, umfangreiche Feldtests mit namhaften Herstellern bereits vereinbart. Mit der Produktion in kleinen Serien soll Ende dieses Jahres oder spätestens im nächsten Jahr begonnen werden.

MA

 

 

Die Stadt Singapur und BP wollen bis 2003 Wasserstofftankstellen installieren
HyWeb, 08.11.01: Ein bis zwei BP Tankstellen in Singapur werden um eine Zapfsäule für Wasserstoff erweitert. Dies gaben BP und die Stadtverwaltung von Singapur diese Woche bekannt. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf bis zu 3 Millionen Euro. Nach London ist dies die zweite Tankstelle, die BP aufbauen wird. Zwischen 2003 und 2005 sollen etwa 15 Brennstoffzellenfahrzeuge in Singapur in den Demonstrationsbetrieb gehen, einer der Projektpartner ist DaimlerChrysler.

Singapur hofft in 20 Jahren alle Benzinfahrzeuge aus dem Stadtstaat verbannt zu haben. Wie ernst es Singapur mit einer sauberen Stadt ist bewies sie bereits vor 15 Jahren. Für die Einfahrt in die Innenstadt wurde eine erhebliche Gebühr erhoben, so dass es im Stadtkern tagsüber kaum Individualverkehr gibt.

VB

 

 

General Motors und Hydrogenics liefern Brennstoffzelle für die Telekommunikation
HyWeb, 08.11.01: Als erstes gemeinsames Projekt von GM und Hydrogenics wird eine Pilotanlage zum Notstrombetrieb von Telefon- und Sendeanlagen des amerikanischen Telefonanbieters Nextel geliefert. Für Nextel stellen die häufigen Stromausfälle in Kalifornien ein großes Problem dar, da es einen hohen Kostenaufwand erfordert, die Sendeanlagen trotzdem weiter funktionsfähig zu halten. GM, Hydrogenics und Nextel haben errechnet, dass eine Brennstoffzelle eine saubere und zugleich eine sehr günstige Option darstellt. Für die Testphase wurde ein 25 kW Aggregat ausgewählt. Sollte der zweimonatige Test erfolgreich verlaufen, kauft Nextel zunächst 35 Systeme um weitere Sendeanlagen damit auszurüsten. Sollte auch dieser Flächenversuch die Erwartungen erfüllen, wird der Kauf weiterer Anlagen in Aussicht gestellt.

VB

 

 

Quantum startet Zertifizierung von 70 MPa Wasserstoff-Druckflaschen
HyWeb, 08.11.01: Quantum Technologies WorldWide, Inc., aus Kalifornien, USA, hat den Zulassungsprozess für seine 70 MPa Wasserstoff-Druckbehälter begonnen. Quantum hat einen Berstdruck von 165 MPa mit seinen Vollkompositflaschen erreicht. Dies entspricht einem Sicherheitsfaktor von 2.35 wie er vom European Integrated Hydrogen Project (www.eihp.org) vorgeschlagen wird.

MA

 

 

OMG-Geschäftsbereich Fuel Cells beginnt Serienfertigung von Membran-Elektroden-Einheiten
HyWeb, 08.11.01: Der OMG-Geschäftsbereich Fuel Cells hat in seinem Werk in Hanau mit der Serienfertigung von Membran-Elektroden-Einheiten (MEAs) begonnen. Nach eigener Aussage ist OMG damit das erste Unternehmen in Europa, das in die Serienfertigung geht. In dieser ersten Stufe werden bis zu 300.000 MEAs jährlich hergestellt. Eine geplante zweite Ausbaustufe wird eine Fertigungskapazität von mehreren Millionen MEAs pro Jahr haben und rund 100 neue Arbeitsplätze schaffen. OMG bietet die Produkte elystTM Elektrokatalysatoren für MEAs, pMembrainTM MEAs und ProtonicsTM Katalysatoren für die Wasserstofferzeugung aus Kohlenwasserstoffen in Reformern an.

MA

 

 

Reibung in flüssigem Wasserstoff
DWV, 08.11.2001: Ein Tribometer ist ein Gerät, mit dem man Reibungsvorgänge untersucht. An der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin gibt es eine Fachgruppe, die Reibung, Schmierung und Verschleiß in allen Richtungen erforscht; seit dem 18. Oktober verfügt sie auch über ein Gerät, mit dem sie Untersuchungen in flüssigem Wasserstoff durchführen kann.

Das Foto zeigt den Leiter der Arbeitsgruppe, Dr. Thomas Gradt, neben einem der Versuchseinsätze für den Kryostaten. Den Anstoß für diese Konstruktion gaben Studien, die vor etwa zehn Jahren im Zusammenhang mit der Entwicklung der Treibstoffpumpen für das Haupttriebwerk der ersten Stufe der Ariane V durchgeführt worden waren. Nicht nur die tiefe Temperatur des flüssigen Wasserstoffs macht Untersuchungen darin interessant, sondern auch seine chemischen Eigenschaften. Wasserstoff ist reduzierend, so dass sich die Reibungspartner nicht mit einer schützenden Oxidhülle überziehen können. (Foto: DWV)

DWV

 

 

Die Brennstoffzelle und das Handwerk
DWV, 08.11.2001: Eine Projektgruppe aus dem Aachener Raum will unter dem Titel "Dezentrale Energieversorgung durch Brennstoffzellen - Zukunftssicherung für das Handwerk" den Markt für die Brennstoffzelle vorbereiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Vorbereitung von Handwerksbetrieben auf die neue Technologie. Eckpunkte sind dabei Organisation, Qualitätsmanagement, wirtschaftliche Betrachtungen sowie der Einstieg in eine richtungsweisende Aus- und Weiterbildungskampagne unter Begleitung durch die Handwerkskammer Aachen und Kreishandwerkerschaft Aachen. Das Konzept wurde bereits im Rahmen des Ideenwettbewerbs der Mittelstands-Offensive NRW move vom Wirtschaftsminister des Landes öffentlich ausgezeichnet. Künftig wird es nun unter Förderung des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand, Verkehr und Energie NRW verwirklicht. Zu den Projektpartnern gehören neben dem Koordinator ZEUS GmbH & Co. KG (Jülich) die Firmen Rolf Hamacher Heizungsbau (Herzogenrath), Winnen Gesellschaft für Elektro- und Kommunikationstechnik mbH (Eschweiler), das Planungsbüro Mühlenberg (Herzogenrath), die Berufsbildungs- und Gewerbeförderungseinrichtung der Handwerkskammer Aachen (BGE), die Stadt Herzogenrath, sowie der regionale Versorger ASEAG Energie GmbH. Fachlich und finanziell unterstützt werden die Maßnahmen vom Duisburger Erdgasimporteur Thyssengas, der bereits über langjährige Erfahrungen mit Brennstoffzellen verfügt.

DWV

 

 

BMW bietet Unterrichtsmaterial zu Wasserstoff
HyWeb, 08.11.01: Mit dem Projekt "H2 - Mobilität der Zukunft" präsentiert BMW umfangreiches Unterrichtsmaterial zum Thema Wasserstoff. Die Materialsammlung, die sich zum Unterrichtseinsatz in der Sekundarstufe I und II an Gymnasium und Realschule richtet, umfasst neben einer Lehrermappe auch eine interaktive CD-ROM. Sowohl Lehrermappe als auch CD-ROM enthalten 28 Kopiervorlagen mit praxisorientierten Fachinformationen, Arbeitsaufträge inklusive Lösungsvorschlägen und methodisch-didaktische Hinweise zur Unterrichtsgestaltung. Die CD-ROM beinhaltet außerdem eine ausführliche Powerpoint-Präsentation und zahlreiche Internet-Links zum Thema "Wasserstoff". Das Unterrichtsmaterial kann kostenlos, jedoch nur schriftlich angefordert werden bei: BMW Group, AK-4, 80788 München, Fax: +49-89-382-28017.

MA

 

 

 

Das aktuelle Zitat

"Der beste Schutz gegen Terror, Gewalt und Krieg ist eine gerechte internationale Ordnung. Die Frucht der Gerechtigkeit wird der Friede sein."

Johannes Rau, Bundespräsident, Ansprache bei der Kundgebung "Keine Macht dem Terror - Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika"am Freitag, dem 14. September 2001 vor dem Brandenburger Tor in Berlin
 

 

 

Ballard übernimmt Xcellsis und Ecostar

HyWeb, 05.10.01: Ford, DaimlerChrysler und Ballard reorganisieren ihre Zusammenarbeit. Ballard übernimmt XCELLSIS Fuel Cell Engines und Ecostar Electric Drive Systems. Beide Unternehmen waren Joint Ventures von DaimlerChrysler, Ford und Ballard.

Für die Übernahme des Anteils an XCELLSIS zahlt Ballard 18,4 Mio Aktien an DaimlerChrysler und Ford. Zusätzlich erwerben beide Firmen Ballard Aktien im Wert von 38 Mio Euro. Dadurch erhöht sich der Daimler-Anteil an Ballard von 18 auf 23,6 Prozent und der von Ford von 13 auf 19,5 Prozent. Die beiden Automobilhersteller haben zudem zugesichert, in den kommenden drei Jahren weitere 70 Mio Dollar in Ballard zu investieren. Bisher hat DaimlerChrysler nach eigenen Angaben etwa 2,1 Milliarden Mark in die Brennstoffzellenforschung investiert.

Die bisherige Allianz-Vereinbarung wird durch eine neue mit einer Laufzeit von 20 Jahren ersetzt.

Für Ballard liegt der Vorteil der neuen Struktur darin, zukünftig komplette Antriebssysteme, anbieten zu können. Damit möchte Ballard sein Angebot auf weitere Automobilhersteller ausdehnen. Für Ford und Daimler liegen die Vorteile nach eigenen Angaben in der Vermeidung von Überschneidungen in der Entwicklungsarbeit.

VB/MA

 

 

 

Konferenz "Hypothesis IV" in Stralsund

DWV, 05.10.01: Vom 9. bis 15. September fand an der Fachhochschule Stralsund die internationale Konferenz „Hypothesis IV“ statt, die sich mit Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wasserstofftechnologie beschäftigte. Knapp 200 Teilnehmer aus über 20 Ländern waren sich darüber einig, dass die Einführung der Wasserstoffenergie in die Energiewirtschaft keine ferne Vision mehr ist, sondern je nach Anwendungsfall in wenigen Jahren bevor steht. Der Wasserstoff wird auch in Zukunft ein wichtiger Chemierohstoff bleiben, aber eine große Zukunft als Energieträger steht ihm noch bevor, je wichtiger die erneuerbaren Primärenergien werden. Dagegen scheint die Ära des Kohlenstoffs als Energieträger zu Ende zu gehen — und es beginnt das Zeitalter des Kohlenstoffs als Konstruktionswerkstoff.

Am Rande der Konferenz fand eine „Young Hypothesis“ statt, zu der über 200 Schüler aus der Region, aber auch aus weiter entfernten Orten wie Frankfurt/Oder und Mainz eingeladen worden waren. Sie ließen sich von führenden Fachleuten die Hintergründe und Aussichten dieser Technologie erläutern. Wie das Foto zeigt, war der Hörsaal voll, und auch bei einem Rundgang durch die begleitende Ausstellung war das Interesse groß.

hypothesisexp.jpg (22147 Byte) (Foto: DWV)

Die „Hypothesis“-Konferenzreihe wird in Zukunft unter der Leitung der European Hydrogen Association (EHA) als deren regelmäßige Veranstaltung laufen, wie der EHA-Vorsitzende Rolf Ewald in Stralsund bekannt gab. Die Hypothesis V findet 2003 in Grenoble statt.

DWV

 

 

 

Sulzer Hexis liefert noch dieses Jahr erste Brennstoffzellen aus

HyWeb, 05.10.01: Noch diesen Herbst will Sulzer Hexis die ersten fünf SOFC-Brennstoffzellensysteme zur Hausenergieversorgung über den Vertriebspartner Energie Baden-Württemberg (EnBW) an Kunden in Süddeutschland ausliefern. 15 weitere sollen im nächsten Jahr folgen.

Die EnBW bekommt von Hexis 55 Brennstoffzellen geliefert. Möglich ist auch eine Erweiterung auf über 200 Anlagen. Die Mehrkosten für die Brennstoffzelle würden nicht an die Kunden weitergereicht, versicherte Hellmuth Frey von EnBW. Die Hauptlast der Kosten gehe an die EnBW.

MA

 

 

 

RWE plant Markteinführung von Brennstoffzellen-Hausenergieversorgungssystemen für 2004

HyWeb, 05.10.01: " Wir planen, bis Ende 2004 ein kommerziell verfügbares Produkt zu haben", sagte Heinz Bergmann, Projektmanager Brennstoffzelle bei RWE Plus AG auf dem Grove Fuel Cell Symposium in Londen.

"Allein in Deutschland glauben wir bis zu 70 Mio t Kohlendioxid pro Jahr mit der Brennstoffzellentechnologie einsparen zu können," sagt Bergmann. RWE schätze, dass Brennstoffzellen etwa 10% der Stromproduktion in Deutschland abdecken könnten.

RWE entwickelt das Brennstoffzellensystem zusammen mit der italienisch-amerikanischen Firma Nuvera (HyWeb, 12.06.01).

MA

 

 

 

GMs neuer Stack hat höchste Leistungsdichte

HyWeb, 05.10.01: General Motors neuester Brennstoffzellen-Stack setzt einen neuen Weltstandard für die volumetrische Leistungsdichte, erklärte Matthew Fronk, Chef-Ingenieur für Brennstoffzellensysteme in GM/Opels Global Alternative Propulsion Center (GAPC), auf dem Grove fuel cell symposium in London.

Der neue GM Stack hat eine Leistungsdichte von 1,75 kW pro Liter. Die höchste von einem Konkurrenten bekannt gegebene Leistungsdichte liegt bei 1,1 kW/l bei Ballard Power Systems, wie die GM-Ingenieure verkündeten.

MA

 

 

 

Niedersachsen will aufholen bei Brennstoffzellen

DWV, 05.10.01: Das Land Niedersachsen soll seinen Rückstand auf dem Gebiet der Brennstoffzellen aufholen. Während die Landesregierung im letzten Jahr noch keinen besonderen Bedarf dazu sah (HyWeb, 23.10.00), sind eine Reihe von Wissenschaftlern, Instituten und Firmen anderer Meinung. Prof. Hans-Peter Beck von der TU Clausthal meint, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen seien viel weiter, weil die Landesregierungen, aber auch die Industrie dort schon Mitte der neunziger Jahre begonnen hätten, die Technik voranzutreiben. Ausgerechnet das stark von der Automobilindustrie abhängige Niedersachsen laufe Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Deswegen solle ein "Kompetenzzentrum" gegründet werden. Die Universitäten Clausthal, Braunschweig, Hannover und Oldenburg sowie zehn Unternehmen in Niedersachsen wollen sich engagieren. Das Konzept wurde kürzlich von der Uni Clausthal, dem CUTEC, VW, Alstom-LHB und EWE bei einer Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr des Landtags vorgestellt.

Der Landesregierung liegt ein Konzept vor, nach dem das Land für die ersten fünf Jahre eine „Anschubfinanzierung“ von insgesamt 7,5 MDM gewährt. Hinzu sollen in den ersten drei Jahren 12 MDM für vier Initialprojekte kommen. Das Wissenschaftsministerium will sich über die Aussichten für eine Förderung noch nicht äußern. Es wartet ein Gutachten unabhängiger Experten ab, das voraussichtlich Anfang Oktober vorliegen wird.

DWV/MA

 

 

 

Kleiner und schneller Detektor

DWV, 05.10.01: Einen Wasserstoff-Detektor mit extrem kurzer Ansprechzeit hat eine französisch-amerikanische Forschergruppe entwickelt. Er nutzt die spezielle Wechselwirkung von Wasserstoff mit Palladium aus. Der Detektor besteht aus Palladiumleitern mit einem Durchmesser von nur wenigen nm. Diese dehnen sich beim Vorhandensein von Wasserstoff aus und erniedrigen so ihren elektrischen Widerstand, weil Gitterfehler und andere Störstellen im Kristall teilweise kompensiert werden. So lassen sich in weniger als 75 ms Wasserstoffkonzentrationen zwischen 2 und 10% nachweisen. Der geringe Durchmesser der Palladiumleiter sorgt für eine große Kontaktfläche mit dem Wasserstoff

Quelle: F. Favier u. a.: „Hydrogen Sensors and Switches from Electrodeposited Palladium Mesowire Arrays“, Science 293 (2001) 2227-31

DWV

 

 

 

Sony: Fullerene als Elektroden

DWV, 05.10.01: In den Sony Frontier Science Laboratories ist eine PEM-Zelle von der Größe einer Kreditkarte entwickelt worden, die 1,2 V, aber keinen Wasserdampf abgibt. Dahinter stecken Substratlagen aus Fullerenen („Fußballmoleküle“, kugelförmige Kohlenstoffstrukturen von C60 oder höher), die die für die Reaktion benötigten Gase ohne Hilfe von Wasser durchlassen. Das vereinfacht die Konstruktion erheblich und ermöglicht den Einsatz bei tiefen Temperaturen. Sony Frontier will das Gerät für tragbare Anwendungen 2003 einführen (siehe auch HyWeb, 18.09.01)

DWV

 

 

 

Baden-Württemberg will Solarförderung streichen, Brennstoffzellenförderung aufstocken

DWV, 05.10.01: Nach einer Meldung der Stuttgarter Nachrichten vom 25. September 2001 will Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Döring zum Jahreswechsel aus der Förderung von Solaranlagen aussteigen. Hauptgrund für den Schritt sei die angespannte Haushaltslage des Landes. Aber auch aus politischen Gründen hält er die Förderung inzwischen für überflüssig. Die Preise für Solaranlagen seien deutlich gesunken, und sie hätten auf dem Markt den Durchbruch geschafft. Im Gegenzug will das Wirtschaftsministerium die Mittel zur Förderung von Demonstrationsvorhaben bei der Nutzung erneuerbarer Energien aufstocken. Damit sollen Alternativen wie die Brennstoffzelle unterstützt werden, die an der Schwelle zur Markteinführung stehen (HyWeb, 26.07.01). Dies sei sinnvoller, heißt es aus Dörings Umgebung, als Oberstudienräten Geld für eine Solaranlage zu geben, die sie auch ohne den Staat finanzieren könnten.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Oberstudienrat Walter Witzel, nannte das ein "fatales Signal". Schließlich habe sich die CDU/FDP-Regierung das Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch bis zum Jahr 2010 zu verdoppeln. Da könne sich das Land jetzt nicht zurückziehen.

DWV

 

 

 

Erdgas- und Wasserstofftankstelle in Belgien

HyWeb, 05.10.01: Chart Industries, Inc. aus den USA hat bekannt gegeben, dass seine Applied Technologies Division von Citensy, eine Tochterfirma von Electrabel und Distrigas, den Auftrag bekommen habe, die weltweit erste kombinierte Erdgas (Flüssigerdgas und Druckerdgas aus LNG) und Wasserstofftankstelle im belgischen Leuven zu entwickeln und zu errichten. Der Baubeginn ist für Anfang 2002 und die Fertigstellung für Mitte 2002 geplant.

MA

 

 

 

Siemens Westinghouse wählt Standort für stationäre Brennstoffzellen-Aktivitäten

HyWeb, 05.10.01: Siemens Westinghouse Power Corporation hat ein 9 Hektar großes Gelände in der Nähe von Pittsburg, USA, ausgewählt für den Bau eines 40.000 m² großen Fertigungsgebäudes für stationäre Brennstoffzellen.

Mit neun Projekten in den USA, Kanada und Europa ist Siemens Westinghouse derzeit in der Demonstrationsphase seiner SOFC-Technologie (HyWeb, 11.09.01).

Siemens Westinghouse plant den Markteintritt für Herbst 2003.

MA

 

 

 

Sieben MCFC-Projekte von MTU

HyWeb, 05.10.01: Auf dem Grove Fuel Cell Symposium in London hat MTU, Friedrichshafen, eine Liste mit sieben MCFC-Projekten präsentiert. Die projektierten Standorte sind:

MA

 

 

 

Erster kommerzieller Kernfusionsreaktor nicht vor 2050 in Betrieb

HyWeb, 01.10.01: In der Anhörung Kernfusion des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestags am 28. März 2001 hat sich Prof. A.M. Bradshaw, Wissenschaftlicher Direktor des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Garching bei München, zu der Frage geäußert, wann voraussichtlich der erste kommerzielle Fusionsreaktor in Betrieb gehen kann:

"Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme eines ersten kommerziellen Fusionskraftwerks hängt entscheidend von der Realisierung der nächsten beiden Schritte ab, die vor dem eines Kraftwerks als notwendig angesehen werden: ITER und DEMO. [...]

Bei einem angenommenen Baubeginn von ITER im Jahr 2006 und einem Experimentierbeginn 2014 könnte bei positiven Ergebnissen bereits 2021 die Konstruktion und 2024 der Bau von DEMO folgen, der bereits die Dimension eines kommerziellen Fusionskraftwerks haben würde. Bei einer geschätzten Bauzeit von ca. zehn Jahren könnte DEMO 2036 in Betrieb gehen. Unter der Voraussetzung, dass fünf Betriebsjahre als Erfahrung ausreichen, könnte 2046 der Bau eines ersten kommerziellen Fusionskraftwerks beginnen, das nach weiteren fünf bis zehn Jahren um 2050 erstmals elektrischen Strom in das Netz liefern könnte.

Dieser Zeitplan setzt allerdings eine nahtlose Abfolge der verschiedenen Schritte voraus. [...]"

MA