Wasserstoff - Gazette
Der Newsletter von HyWeb und dem Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV)
III. Quartal 1999 3. Jahrgang ã L-B-Systemtechnik GmbH
Frankreich: Ein Technologie-Netzwerk Brennstoffzelle (20.09.99)
Vaillant, Plug Power und GE Fuel Cell Systems bilden Allianz für den europäischen Markt (20.09.99)
Manhattan Scientifics erwirbt deutsche Brennstoffzellen-Technologie (27.08.99)
Linde will AGA und Messer-Griesheim übernehmen (27.08.99)
Das Ende des Platins in der PEM-Zelle? Kobalt-Katalysator entwickelt (27.08.99)
DaimlerChryslers Wasserstoffbus auf Testfahrt in Oslo (27.08.99)
Shell-Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen nimmt im November den Betrieb auf; Lehrmaterial "Perspektiven der Energieversorgung" online (27.08.99)
Übersicht deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekte (30.07.99)
European Integrated Hydrogen Project workshop proceedings online (30.07.99)
Erfolgreicher Betrieb eines MCFC-Kraftwerks in Mailand, Italien (30.07.99)
Air Liquide und Air Products übernehmen Gasehersteller BOC (23.07.99)
Internationale Wasserstoffkonferenz "Hypothesis III" in St. Petersburg (23.07.99)
Neue Projekte mit Festoxid-Brennstoffzellen (14.07.99)
Shell und Siemens entwickeln CO2-freies SOFC-Kraftwerk (14.07.99)
Feldtests mit Hexis Klein-SOFC (14.07.99)
Speichervermögen von Graphit-Nanostrukturen übertrifft flüssigen Wasserstoff (14.07.99)
HyGen Industries startet in die solare Wasserstoffproduktion (14.07.99)
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Frankreich: Ein Technologie-Netzwerk Brennstoffzelle
HyWeb, 20.09.99: Am 25. Juni hat der französische Minister für Bildung, Forschung und Technologie, Claude Allègre das Steuerungskomitee des Brennstoffzellen-Netzwerks eingesetzt. Das Netzwerk beschäftigt sich mit Technologien der Brennstoffzellenentwicklung und -fertigung für drei Anwendungsgebiete: Fahrzeugantrieb, Wärme- und Strombereitstellung sowie tragbare Anwendungen. Das Komitee legt die generelle Ausrichtung fest und koordiniert die Aktivitäten der staatlichen Forschungseinrichtungen und der privaten Firmen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Demonstration und Technologietransfer in die Industrie.
Die Brennstoffzelle, eine saubere Technologie, die nur Wasser emittiert und energieeffizient ist, ist jetzt schon Realität. Allerdings sind die noch sehr hohen Kosten das Haupthindernis für die breite Einführung dieser Technologie. Um diese Situation zu ändern ist es notwendig, neue Technologien zu entwickeln.
Das Steuerungskomitee hat einen Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen im Bereich stationäre, mobile und tragbare Brennstoffzellenanwendungen herausgegeben. Zielsetzung ist die Initiierung von Forschungsaktivitäten in Zusammenarbeit von staatlichen Forschungseinrichtungen und französischen Firmen, insbesondere KMUs, um den Übergang der Technologie in den Markt vorzubereiten und die Entwicklung der beteiligten Industrie zu unterstützen.
Vorschläge wurden bis zum 4. September gesammelt. Die ersten ausgewählten Projekte sollen im Lauf des Oktober begonnen werden.
Kontaktpersonen:
ADEME: Daniel Clément, Tel. +33/1 47 65 21 74
CEA: Roland Vidil, Tel. +33/4 76 88 38 80Kontaktpersonen für die Presse:
CEA: Céline Gaiffier, Tel. +33/1 40 56 20 96
ADEME: Marie-Ange Folacci, Tel. +33/1 47 65 24 30Weitere Details können den Internet homepages von ADEME (www.ademe.fr/recherche) und dem französischen Ministerium für Bildung, Forschung und Technologie (www.education.gouv.fr/technologie/reseaux) entnommen werden (in französisch).
AFH (Übersetzung: MA)
HyWeb, 20.09.99: Durch die beiden Projekte "Hydro-gen" von PSA Peugeot Citroën und "Fever" von Renault (HyWeb, 30.10.97) haben beide Firmen wertvolles Fachwissen über die Brennstoffzelle und über die Speicherung von Wasserstoff an Bord von Fahrzeugen gewonnen werden.
Jetzt haben PSA Peugeot Citroën und Renault ihre Ressourcen vereint und ein Forschungsprogramm zur Entwicklung eines Fahrzeugs, das mit einer Brennstoffzelle ausgerüstet ist, ins Leben gerufen. Dieses Programm erhielt nun die Zulassung des "Arbeitskreises Brennstoffzelle" (Réseau Pile à Combustible), der vom französischen Ministerium für Bildung, Forschung und Technologie eingerichtet wurde.
Im Sinne der Projekte "Hydro-gen" und "Fever" vereinen PSA Peugeot Citroën und Renault nun ihre Ressourcen und ihr Fachwissen, indem sie ein vierjähriges Forschungsprogramm initiieren. Dieses Programm soll es ermöglichen, das entsprechende Know-how zu erwerben und die Bedingungen für die Realisierung und die Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen, die für die Serienproduktion eines Fahrzeugs mit Brennstoffzelle, spätestens im Jahr 2010, nötig sind.
Um die festgesetzten Ziele zu erreichen, arbeiten PSA Peugeot Citroën und Renault mit folgenden Organisationen zusammen:
- Mit dem CEA (Commissariat à lénergie atomique = Französische Atomenergiebehörde) und seinen Universitätspartnern, Air Liquide und De Nora bei der Entwicklung des Brennstoffzellensystems.
- Mit Air Liquide, Elf und Total bei der Kraftstoffversorgung und der Reformierung.
- Mit Air Liquide und Valeo bei den Flüssigkeitskreisläufen und dem Energieaustausch.
Unter der Voraussetzung, dass die jeweiligen Ziele erreicht werden, besteht das Programm aus drei aufeinanderfolgenden Phasen
- einer ersten Phase von einem Jahr zur Ermittlung der wirtschaftlichen, umweltgerechten und technologischen Durchführbarkeit, die dazu dient, die verschiedenen möglichen Abfolgen von Zelle, Reformer und Treibstoff zu bewerten...
- einer zweiten Phase von zwei Jahren, in der das Verfahren untersucht und die geeignete Technologie ausgewählt werden soll,
- einer dritten Phase für die Herstellung von repräsentativen Prototypen in einer Kleinserie.
Das Budget für die Durchführbarkeitsstudie beträgt fast 34 Millionen Francs, wovon 30 % vom Ministerium für Bildung, Forschung und Technologie finanziert werden.
MA
Vaillant, Plug Power und GE Fuel Cell Systems bilden Allianz für den europäischen Markt
HyWeb, 20.09.99: Die Joh. Vaillant GmbH u. Co., Remscheid, eines der führenden Unternehmen auf dem europäischen Heizgerätemarkt (HyWeb, 04.12.98), hat mit dem US-amerikanischen Unternehmen Plug Power, Latham/New York, eine enge Zusammenarbeit zur Entwicklung von Brennstoffzellen-Heizgeräten vereinbart. Außerdem wurde mit GE Fuel Cell Systems, ebenfalls Latham/New York, und Plug Power ein Vorvertrag zur europaweiten Vermarktung der Brennstoffzellen-Technologie abgeschlossen.
Die Vereinbarung mit GE Fuel Cell Systems regelt - vorbehaltlich der endgültigen Verträge, deren Unterzeichnung unmittelbar bevorsteht - die Zusammenarbeit auf der Vertriebsseite. Vaillant wird demnach über GE Fuel Cell Systems Brennstoffzellen und Gasaufbereitungskomponenten von Plug Power beziehen und die Brennstoffzellen-Heizgeräte während der ersten Phase der Kooperation zunächst für seine Kunden in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden, als auch für die europäischen Aktivitäten von General Electric produzieren.
Etwa Ende des Jahres 2001 sollen die ersten Pilotanlagen mit der Vaillant Hasen-Marke in verschiedenen europäischen Regionen, insbesondere in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden, getestet werden. Der breite Verkaufsstart ist für das Jahr 2003 vorgesehen. Bis zum Jahr 2010 plant Vaillant eine Absatzsteigerung auf 100.000 Geräte pro Jahr.
MA
Manhattan Scientifics erwirbt deutsche Brennstoffzellen-Technologie
HyWeb, 27.08.99: Am 10. August gab Manhattan Scientifics aus Los Alamos, New Mexico, USA, bekannt, das geistige Eigentum, exklusive qeltqeite Vermarktungsrechte und beantragte Patente für die Brennstoffzellen-Technologie im mittleren Leistungsbereich der NovArs Gesellschaft für neue Technologie GmbH mit Sitz in Passau erworben zu haben.
Manhattan Scientifics wird Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von NovArs finanzieren, die am 5. Spetember 1999 beginnen sollen. Dieser Vertrag wurde mit dem Haupteigentümer von NovArs, Dr. Arthur Koschany geschlossen. Der Vertrag beinhaltet die Fertigstellung eines betriebsbereiten Prototypen der nächsten Generation im Frühjahr 2000.
MA
HyWeb, 27.08.99: Am 16. August hat Ford Motor Company die erste Tankstelle Nordamerikas eröffnet, an der sowohl Druckwasserstoff als auch flüssiger Wasserstoff getankt werden können. Dies unterstreicht die Bemühungen von Ford um saubere Wasserstofffahrzeuge.
Die Tankstelle, die auf dem Gelände der nordamerikanischen Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Ford in Dearborn, Michigan, USA, gelegen ist, wird die Analyse der Vor- bzw. Nachteile von Druck- gegenüber Flüssigwasserstoff unterstützen, Vergleiche verschiedener Füllstutzen ermöglichen und unterschiedliche Druckniveaus bei der Betankung von Fahrzeugen zur Verfügung stellen.
Die Tankstelle hat zwei LH2- und zwei CGH2-Zapfsäulen. Der Flüssigwasserstofftank hat ein Volumen von 6250 Litern. Druckwasserstoff wird auf den Druckniveaus 5 MPa und 38 MPa gespeichert. Das untere Druckniveau wird für Laboruntersuchungen genutzt, während das obere Druckniveau zum Betanken der Fahrzeuge bei 25 MPa oder 34 MPa genutzt wird.
Foto: Ford Motor Company
Betankung des P2000 HFC mit Druckwasserstoff.
Ebenfalls am 16. August gaben Ford und Mobil wesentliche Fortschritte in der Entwicklung eines kleineren, leichteren und kostengünstigeren Benzinreformers für Brennstoffzellenfahrzeuge bekannt. Neue Katalysatoren seien entwickelt worden, die den Reformierungsprozess bereits bei niedrigeren Temperaturen ermöglichten.
MA
Linde will AGA und Messer-Griesheim übernehmen
HyWeb, 27.08.99: Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 17.08.99 hat die Linde AG ein öffentliches Übernahmeangebot für die schwedische AGA-Gruppe ausgesprochen. Nach Aussagen von Linde gibt es Zusagen von Großaktionären von AGA für den Verkauf ihrer Anteile, wodurch Linde einen Anteil von rund 60% erhielte. Durch das öffentliche Angebot soll diese Quote noch erhöht werden. Durch den Zusammenschluss entstünde die zweitgrößte Gasegruppe Europas und die die viertgrößte weltweit.
Parallel laufen die Verhandlungen zur Übernahme von Messer-Griesheim durch Linde. Ein Linde-Sprecher teilte mit, man rechne damit, daß die Verträge in Kürze unterschrieben werden könnten. Durch diesen Zusammenschluß würde der weltweite Marktanteil von Linde auf 16 bis 17% steigen.
MA
Das Ende des Platins in der PEM-Zelle? Kobalt-Katalysator entwickelt
DWV, 27.08.99: Platin ist teuer, wird aber als Katalysator für die Membranen von PEM-Zellen gebraucht - jedenfalls bisher. Die New Yorker ZeTek Power Ltd., Mutterfirma von Zevco, hat einen neuen Katalysator auf Kobaltbasis entwickelt, der durch den Ersatz des Platins die Kosten der Zellen erheblich senkt. Erstmals wird ein Nicht-Edelmetall dafür eingesetzt. An der Entwicklung waren amerikanische und französische Forscher beteiligt. Die Mittel kamen von ZeTek Power und der Europäischen Kommission. Nicholas Abson, Chef von ZeTek und Zevco, bezeichnete die Entwicklung als kritischen Durchbruch auf dem Weg zu sauberer Energie für jedermann, die nicht nur bezahlbar sei, sondern auch noch Geld spare. Der Bedarf an dem kostspieligen Edelmetall Platin wird bisher als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Massenanwendung von PEM-Zellen angesehen. Zwar ist Kobalt auch nicht gerade billig, aber bei größeren Mengen erwartet Abson etwa eine Halbierung der Metallkosten. (Business Wire, 13. Juli 1999; Hydrogen & Fuel Cell Letter, August 1999)
DWV
DaimlerChryslers Wasserstoffbus auf Testfahrt in Oslo
DWV, 27.08.99: DaimlerChryslers Nebus absolviert zur Zeit einen zweiwöchigen Probelauf auf einer der wichtigsten Buslinien in Oslo. Die Präsentation des Fahrzeugs löste großes Interesse bei den Medien aus (Foto: Norwegian Hydrogen Forum). Die Osloer Verkehrsbetriebe haben sich schon als Interessenten für den Einsatz der Fahrzeuge gemeldet, sobald sie kommerziell erhältlich sind.
DWV
Shell-Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen nimmt im November den Betrieb auf; Lehrmaterial "Perspektiven der Energieversorgung" online
DWV, 27.08.99: Die Shell-Solarzellenfabrik in Gelsenkirchen wird am 16. November offiziell den Betrieb aufnehmen. Bundeskanzler Gerhard Schröder und NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement haben ihr Kommen zugesagt. Die Solarzellenfabrik ist Teil des Geschäftsbereichs für erneuerbare Energien der Royal Dutch/Shell Gruppe.
Auf der homepage der Deutschen Shell AG findet sich unter www.deutsche-shell.de/zeitbild/1.htm Lehrmaterial zum Thema "Perspektiven der globalen Energieversorgung" zum Herunterladen im pdf-Format. Erwähnenswert ist das Shell Energieszenario, das für das Jahr 2060 einen Anteil der erneuerbaren Energien von 50% an der globalen Energieversorgung enthält sowie einen stagnierenden und später sinkenden Erdölverbrauch ab etwa 2005/2010 aufweist. Der Energieverbrauchszuwachs der nächsten 60 Jahre wird dabei ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt.
In Sequenz 5 "Wie sieht die Energieversorgung morgen aus?" des Lehrmaterials liest man "Doch die gewaltigen Fortschritte im Bereich der Wasserstoff-Technologie lassen hoffen, bald einen idealen Speicher der photovoltaisch erzeugten Energie zu finden".
DWV/MA
"Und so lautet der Urteilsspruch der Wissenschaft: 'Wer die chemische Zusammensetzung der Lufthülle im Sinne einer effektiven Verdoppelung der prä-industriellen Kohlendioxidwirkung verfälscht, wird mit einer globalen Erwärmung von bis zu 3,5 Grad Celsius, aber nicht unter 1,5 Grad, bestraft.' [...]
'Wer in einem besonders schweren Fall der fortgesetzten Emission von Treibhausgasen aus Industrie, Verkehr, Haushalten, Landwirtschaft usw. die effektive Kohlendioxidwirkung sogar vervierfacht, muß mit einem Strafmaß von bis zu zehn Graf Celsius Erwärmung rechnen.'
Ganz nüchtern betrachtet, befindet sich unsere Zivilisation gegenwärtig auf dem direkten Weg zum Umweltkapitalverbrechen [...]"
Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimaforschung, Süddeutsche Zeitung, 26./27.06.99
Übersicht deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekte
HyWeb, 30.07.99: L-B-Systemtechnik hat Beschreibungen von knapp 200 deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekten der letzten zehn Jahre zusammengetragen. Die Zusammenstellung ist online in HyWeb unter www.HyWeb.de/germanh2 zu finden. Alle Beschreibungen sind in englischer Sprache.
Derzeit sammelt die LBST Beschreibungen europäischer Projekte in diesem Bereich. Ein Erfassungsfragebogen ist unter der Beschreibung der deutschen Projekte zu finden. Alle Organisationen in Europa, die an Projekten beteiligt waren oder sind werden gebeten, der LBST Informationen für diese Zusammenstellung zukommen zu lassen.
MA
European Integrated Hydrogen Project workshop proceedings online
HyWeb, 30.07.99: EIHP European Integrated Hydrogen Project ist ein industrielles Gemeinschaftsprojekt mit dem Ziel, Regelwerke und Zulassungsverfahren für Wasserstofffahrzeuge in Europa zu harmonisieren (HyWeb, 31.08.98).
Aus Anlaß der Projektbewertung zur halben Projektlaufzeit im März 1999 wurde ein offener Workshop abgehalten mit dem Ziel, die in EIHP angewandte Methodologie und die vorläufigen Resultate zu kommunizieren. Externe Experten und interessierte Organisationen waren für Präsentationen und Diskussionen eingeladen.
Die Proceedings (in englischer Sprache), die die Präsentationen der EIHP-Partner, der eingeladenen Experten und weiterer Workshop-Teilnehmer sowie Zusammenfassungen der Diskussionsergebnisse enthalten, sind jetzt online in HyWeb verfügbar unter www.HyWeb.de/eihp . Die 20 Beiträge konzentrieren sich auf Erfahrungen und aktuelle Aktivitäten im Bereich gasförmiger Alternativkraftstoffe mit einem besonderen Schwerpunkt auf Zulassungsfragen, Standardisierungen, Sicherheitsaspekten und Betreiberfragen in den jeweiligen Ländern.
Die Zusammenstellung der Proceedings und ihre Veröffentlichung im Internet wurde von der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.
MA
Erfolgreicher Betrieb eines MCFC-Kraftwerks in Mailand, Italien
HyWeb, 30.07.99: Ansaldo Ricerche (Italien) hat kürzlich zusammen mit dem spanischen Partner PEP den erfolgreichen Betrieb einer 100 kW MCFC Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (molten carbonate fuel cell Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle) in Mailand, Italien, auf dem Gelände der ENEL, einem großen italienischen Stromversorger, bekanntgegeben. PEP Programa Español de Pilas de Combustible A.I.E. ist eine Gruppierung der spanischen Energieversorger IBERDROLA, ENDESA und BWE, die alle spanischen Aktivitäten auf diesem Gebiet repräsentieren.
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Die 100 kW Anlage in Mailand (links) und der 100 kW stack (rechts). Fotos: Ansaldo Ricerche
Das teilweise von der Europäischen Union geförderte Projekt ist Teil des größeren Programms MOLCARE von Ansaldo Ricerche und PEP.
Nach dem Test des 100 kW Stack letztes Jahr in Madrid, Spanien, wurde der Stack nach Mailand transferiert und in die sogenannte compact unit (CU)" (kompakte Einheit) integriert, die einen Sensible Heat Reformer" (Fühlbare Wärme Reformer) eng am Stack integriert enthält. Dieses Konzept wurde erfolgreich entwickelt, produziert, installiert und experimentell betrieben. Dabei wurden 100 kW an das Stromnetz der ENEL sowie warmes Wasser für die Gebäude der ENEL Ricerca geliefert. Die Anlage wurde mit Kohlegas (mit bis zu 62% CO-Gehalt) und mit Deponiegas betrieben.
Die zweite Phase des MOLCARE-Programms (1999 bis 2004) beinhaltet die Weiterentwicklung des Stack und der Peripherie sowie die Fertigung und Demonstration der ersten Serie 500"-Einheit mit einer elektrischen Leistung von 500 kW.
MA
HyWeb, 23.07.99: Wie die drei Firmen in Pressemitteilungen am 28. Juni bekanntgaben werden Northwest Power Systems (siehe HyWeb, 07.06.99), Hersteller von stationären Brennstoffzellen-Systemen, Methanex, Weltmarktführer bei Methanolproduktion und -verkauf sowie Statoil, führender Methanolproduzent in Europa, zusammenarbeiten, um die Kommerzialisierung kleiner Methanol Brennstoffzellen-Systeme voranzubringen.
Die Firmen haben eine Zusammenarbeit in zwei Pilotprojekten beschlossen. Der Schwerpunkt wird auf der Demonstration von Brennstoffzellen-Systemen zur kombinierten Strom- und Wärmeproduktion, die mit Methanol versorgt werden, liegen. In diesem Projekt werden mehrere Einfamilienhäuser in Bend, Oregon, USA, 1999 vom Stromnetz abgekoppelt und mit Brennstoffzellen-Systemen mit Methanolreformer versorgt. Im zweiten Projekt wird ein metallverarbeitender Betrieb mit reinem Wasserstoff aus einem Methanolreformer von Northwest Power Systems versorgt.
Die Reformer und Brennstoffzellen-Systeme werden von Northwest Power Systems entwickelt und gefertigt. Die Systeme sind geeignet für den Einsatz in Wohnhäusern, als Notstromversorgung und für tragbare Anwendungen.
Gemeinsam kommentieren Alan Guggenheim (Präsident und CEO von Northwest Power Systems), Pierre Choquette (Präsident und CEO von Methanex), und Finn Kulas (Senior Vice President von Statoil): "Während sich viele der aktuellen Entwicklungen im Bereich Methanol und Brennstoffzellen auf Brennstoffzellenfahrzeuge konzentrieren, gibt es auch sehr interessante Möglichkeiten im stationären Bereich. [...]" (HyWeb, 22.06.99).
Am 14. Juli gab Northwest Power Systems den erfolgreichen Test eines Reformers bekannt, der Diesel in Hochreinen Wasserstoff umwandelt. Dieser wurde direkt einer PEM-Brennstoffzelle zugeführt.
Wie Northwest Power Systems weiter am 19. Juli bekanntgab, wurde eine PEM-Brennstoffzelle bei DCH Technology bezogen, die in ein Brennstoffzellen-System inklusive Reformer integriert werden soll. Northwest Power Systems hat in jüngster Vergangenheit von einer wachsenden Zahl von Brennstoffzellen-Herstellern Brennstoffzellen bezogen, darunter auch De Nora, S.p.A., Mailand, Italien. Northwest power Systems hat mit De Nora einen langfristigen Liefervertrag.
MA
HyWeb, 23.07.99: Am 23. Juni hat Flint Energies , eine Strom-Kooperative in Kundenbesitz aus Georgia, USA, bekanntgegeben, eine Absichtserklärung unterzeichnet zu haben, die Flint Energies als exklusiven Vertriebspartner von GE Fuel Cell Systems für kleine, stationäre Brennstoffzellensysteme in Mittel- und Süd-Georgia, USA, festlegt.
GE Fuel Cell Systems und Flint Energies planen, ab 2001 Systeme für Einfamilienhäuser und ab 2002 Systeme für die gewerbliche Nutzung zu verkaufen. Die Preise werden anfänglich bei etwa 8.500 US-$ (16.000 DM) für das kleine System liegen und sollen bis 2003 auf unter 4.000 US-$ (7.500 DM) fallen. Die Brennstoffzellen-Systeme, die mit Erdgas oder Propan (LPG) versorgt werden, sollen den Strombedarf des jeweiligen Kunden zu 100% decken.
Brennstoffzellen sind nach Aussagen der Partner ideal für drei Märkte geeignet: Als umeltfreundliche oder "grüne" Stromquelle, als zuverlässige Stromquelle ohne Stromausfälle und als Stromversorgung für neue Häuser, die zu weit von existierenden Stromleitungen entfernt gebaut werden.
GE Fuel Cell Systems wurde im Februar 1999 als joint venture von GE Power Systems und Plug Power für Vermarktung, Verkauf, Installation und Wartung von Plug Power Brennstoffzellen-Systemen (bis 35 kWe) für Eigenheime und gewerbliche Anwendungen gegründet (HyWeb, 17.02.99).
MA
Air Liquide und Air Products übernehmen Gasehersteller BOC
HyWeb, 23.07.99: Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 13. Juli meldete, hat die Führung des britischen Gaseherstellers BOC Group plc. dem Übernahmeangebot der Konkurrenten Air Liquide S.A. und Air Products and Chemicals Inc. zugestimmt. Die Übernahme muß noch von verschiedenen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Die drei Unternehmen rechnen mit dem Vollzug der Übernahme in sechs Monaten.
Die Aufteilung von BOC soll folgendermaßen aussehen: Air Liquide übernimmt die Geschäftsbereiche in Großbritannien, Irland, Japan und Thailand. Air Products erhält die Operationen in Australien, Neuseeland, Singapur, Südchina und Malaysia. Den Rest der internationalen Geschäftsbereiche wollen Air Liquide und Air Products zu gleichen Teilen weiterführen.
Damit würde der Weltmarktführer Air Liquide seinen Marktanteil bei Industriegasen von 17% auf 24% steigern. Air Products würde sich von 8% auf 15% steigern und damit gleichauf mit Praxair Rang zwei einnehmen.
MA
Internationale Wasserstoffkonferenz "Hypothesis III" in St. Petersburg
DWV, 20.07.99: In St. Petersburg fand vom 5. bis 8. Juli die internationale Konferenz "Hypothesis III" statt. (Hypothesis = "HYdrogen POwer, THeoretical and Engineering Solutions, International Symposium") Die Teilnehmerliste umfaßte 125 Namen, davon etwa 40 aus dem Ausland. Einige fachliche Beobachtungen:
- Die Plasmaphysik trat mit verschiedenen Beiträgen in den Vordergrund. Hier scheinen sich neue Möglichkeiten der sauberen und effizienten Produktion und Verwendung von Wasserstoff zu ergeben.
- Übrigens wird in Rußland die "Kalte Fusion" keineswegs als Artefakt abgetan, sondern es wird an verschiedenen Stellen daran geforscht.
- Mit sehr viel größerem Aufwand wird aber die Arbeit an der "heißen" Fusion betrieben, und natürlich an der Kernspaltung. Sicherheitsprobleme sollen durch die Verlegung der Kraftwerke unter die Erde gelöst werden. Forschungsinstitute auf diesem Gebiet, wie das bekannte Moskauer Kurchatov-Institut, suchen sich allerdings auch in Rußland zunehmend neue Arbeitsgebiete.
- Im Verkehrssektor gilt die Umstellung des Flugverkehrs auf den Treibstoff Wasserstoff weiterhin als Ziel. Die Schnelligkeit des Fortschritts wird wohl in erster Linie von den wirtschaftlichen Verhältnissen bestimmt, ist also völlig ungewiß.
- Die Brennstoffzelle im Straßenverkehr gilt auch in Osteuropa als Zukunft.
- Zur thermischen Verwendung und Sicherheit von Wasserstoff wurden verschiedene Arbeiten über Verbrennung und Detonationen präsentiert sowie über Versprödung.
- Internationale Projekte: Es gab Beiträge über das Hamburger W.E.I.T.-Projekt, das Komplexlabor an der FH Stralsund und über die Arbeiten in Norwegen sowie über französische Arbeiten über die Auswertung verschiedener Produktionspfade.
- Graphit-Nanostrukturen werden auch in Rußland untersucht.
- Die Brennstoffzelle spielte in St. Petersburg keine so dominierende Rolle wie auf manchen anderen Tagungen. Dafür war das Programm ausgeglichener.
Ein Teil der Beiträge steht auf einer CD-ROM zur Verfügung, von der die Organisatoren noch einige Exemplare vorrätig hatten. Anfragen bitte an Herrn Prof. Denissov unter denissov@apmath.spbu.ru.
Die "Hypothesis IV"-Konferenz wird im Jahr 2001 in Stralsund stattfinden; Informationen sind unter www.hypothesis.de zu finden.
DWV
"Was nützen neue technische Entwicklungen, wenn sie nur als Studien oder Prototypen existieren? Eigentlich gar nichts. Die Ford Motor Company nimmt Innovationen gerade auf dem ökologischen Sektor sehr ernst. Die meisten alternativ angetriebenen Fahrzeuge weltweit sind von uns. Aber auf solchen Erfolgen darf man sich nie ausruhen. Deshalb geht mit dem P2000 in knapp 5 Jahren das erste Brennstoffzellen-Fahrzeug in Serie. Das ist gut für Sie, für uns und für die Umwelt."
"Null Emission schon
2004 in Serie.
Die Brennstoffzelle
produziert keine
Schadstoffe, sondern
nur ein paar Tropfen
Wasser."Ganzseitige Anzeige in der Süddeutschen Zeitung vom 21. Juni 1999.
Neue Projekte mit Festoxid-Brennstoffzellen
DWV, 14.07.99: Gleich zwei große deutsche Stromerzeuger wollen große Demonstrationsprojekte mit Kraftwerken starten, die eine Festoxid-Brennstoffzelle von Siemens/Westinghouse verwenden.
RWE Energie wird gemeinsam mit Siemens/Westinghouse eine Brennstoffzelle mit 300 kWel Leistung installieren und mit einer Gasturbine kombinieren, um die hohe Temperatur des Abgases auszunutzen. Die erste Anlage soll bereits im Jahr 2000 in Nordrhein-Westfalen bei RWE Energie entstehen, die zweite Anlage danach bis 2002. Der elektrische Wirkungsgrad beträgt etwa 60 %, zusammen mit der Wärmenutzung kommen 80 bis 90 % zusammen. Für die RWE Energie sei dies der entscheidende Schritt zum Einstieg in diese effiziente und saubere Technik, erklärte Manfred Remmel, Vorstandsvorsitzender der RWE Energie. "Unseren Kunden wollen wir so bald als möglich diese bahnbrechende Technologie für das nächste Jahrtausend anbieten." Die Kosten werden auf 20 MDM geschätzt. RWE Energie erwartet, daß 20 bis 40 % des Stroms aus Erdgas in Deutschland bis zum Jahr 2010 dezentral erzeugt werden, also beispielsweise über eine hauseigene Brennstoffzelle.
In einer vergleichbaren Entwicklung projektiert die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ein Brennstoffzellen-Hybridkraftwerk mit einer bisher beispiellosen Leistung von 1 MW. Die Zelle wird mit Mikro-Gasturbinen kombiniert. Außer EnBW sind Electricité de France, Gaz de France, TIWAG (Tiroler Wasserkraftwerke AG) und Siemens/Westinghouse beteiligt. Durch die Verwendung von preiswerten Materialien und die Optimierung der Verschaltung der Komponenten sollen die Kosten wesentlich gesenkt werden.
DWV
Shell und Siemens entwickeln CO2-freies SOFC-Kraftwerk
HyWeb 14.07.99: Wie das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) berichtet wollen Shell Hydrogen und Siemens/Westinghouse gemeinsam ein neues Kraftwerkskonzept entwickeln, das bei Einsatz von Erdgas so gut wie keine Emissionen abgibt. Das Kraftwerkskonzept kombiniert die von Siemens/Westinghouse entwickelte SOFC Hochtemperatur-Brennstoffzelle mit der bei Shell in Entwicklung befindlichen CO2-Einlagerungstechnik. Das in der SOFC entstehende CO2 soll in entleerte Erdöl- oder Erdgaslagerstätten gepumpt und dort dauerhaft eingelagert werden.
MA
Feldtests mit Hexis Klein-SOFC
HyWeb, 14.07.99: Nach der ersten Phase von Tests der Hexis-Technologie des schweizer Herstellers Sulzer in Winterthur und Dortmund läuft derzeit die zweite Serie von Feldtests (HyWeb, 04.02.99). Hexis-Anlagen wurden in Basel (Amt für Energie und Technische Anlagen, Schweiz), Oldenburg (EWE AG, Deutschland), Duisburg (Thyssengas, Deutschland) und Tokyo (Tokyo Gas, Japan) für dreijährige Testläufe installiert. Im Herbst 1999 folgen drei weitere Anlagen für zweijährige Versuche. Die Kosten für die Langzeitversuche werden nach Aussage von Sulzer zum großen Teil von den Energieversorgungsunternehmen getragen.
Parallel zu den Feldtests wird die Entwicklung von Prototypen vorangetrieben. Das erste kommerzielle Gerät wird im Jahr 2001 verfügbar sein.
Die Hexis-Standardanlage wird auf den Betrieb mit Erdgas ausgelegt sein; aber auch andere Brennstoffe werden einsetzbar sein. Die elektrische Leistung wird bei 1 kW liegen bei elektrischen Wirkungsgraden von etwa 30% bei Volllast bzw. 40% im Teillastbereich. Der Gesamtwirkungsgrad dürfte bei 90% liegen.
MA
Speichervermögen von Graphit-Nanostrukturen übertrifft flüssigen Wasserstoff
DWV, 14.07.99: Eine Gruppe am Fachbereich Physik der National University of Singapore hat bei Versuchen mit Graphit-Nanostrukturen (Carbon Nanotubes (CNT), mehrwandig) Wasserstoff-Speicherfaktoren von 14 bis 20 % gewichtsbezogen gemessen. Die Messungen fanden bei Atmosphärendruck und Temperaturen von 200 bis 400 °C statt. Die Ergebnisse übertrefffen die Werte von Hydriden oder der Kryoadsorption sowie die an anderen Graphit-Nanostrukturen gemessenen (ausgenommen die nach wie vor nicht reproduzierten von Rodriguez und Baker), und sie sind erstmals nicht bei tiefen Temperaturen gefunden worden. Sie übertreffen mit rechnerischen Speicherdichten von 112 bzw. 160 kg H2/m3 auch den flüssigen Wasserstoff (71 kg/m3).
Die Besonderheit der in Singapur untersuchten Strukturen ist der Einbau von Kalium- und Lithium-Fremdatomen in das Kohlenstoffgitter. Ihrem katalytischen Effekt schreiben die Autoren die hohe Speicherfähigkeit zu. Eine andere Ursache sehen sie in der speziellen Form der Strukturen, die einem Stapel Eistüten ähnelt. Durch Erhitzen kann der Wasserstoff wieder vollständig freigesetzt werden.
Quelle: P. Chen, X. Wu, J. Lin, K. L. Tan: "High H2 Uptake by Alkali-Doped Carbon Nanotubes Under Ambient Pressure and Moderate Temperatures ", Science 285 (1999) 91-3
DWV
HyGen Industries startet in die solare Wasserstoffproduktion
HyWeb, 14.07.99: HyGen Industries, LLC, gegründet 1996 in Venice, Kalifornien, USA, trägt derzeit rund 100 Mio DM zusammen für die weltweit erste vollständig nachhaltige multi-Megawatt Pilotanlage zur kommerziellen Wasserstoff-Produktion und -Verteilung, wie auf der Internet home page berichtet wird. Diese Anlage, die Phototvoltaik, Wind- und eventuell Wellenkraft nutzen wird, und die verwandten Produkte dienen der Erfüllung der Firmen-Idee der Kommerzialisierung von Wasserstoff als ultimativem, sauberen Kraftstoff. HyGen stützt sich auf die Erfahrungen aus dem Clean Air Now Projekt bei Xerox, El Segundo, Kalifornien, USA, in dem Wasserstoff aus Solarstrom gewonnen und in einer Fahrzeugflotte genutzt wird.
Fotos: HyGen IndustriesMA