HyWeb - Gazette
Der Newsletter von HyWeb und dem Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV) · 3. Quartal 2000 4. Jahrgang ã L-B-Systemtechnik GmbH
Clinton lobt Schrempp für Entwicklung von Brennstoffzellen-Autos (20.09.00)
Mexikanische Wasserstoff-Gesellschaft gegründet (20.09.00)
IFC bildet japanisches Joint Venture mit Toshiba (20.09.00)
IFC bildet Joint Venture mit Shell Hydrogen für Reformer (20.09.00)
Stimmen vom Hyforum in München (14.09.00)
Hamburg und Mailand arbeiten an gemeinsamen Wasserstoff-Projekten (14.09.00)
BMW und Grüne setzen sich gemeinsam für den Einstieg ins Solar-Wasserstoff-Zeitalter ein (13.09.00)
Green the future: Die Grünen veranstalten Technologie- und Innovationskongress (13.09.00)
Firmengruppe untersucht Einführung von Methanol für Brennstoffzellen-Fahrzeuge (13.09.00)
CARB erhält das ZEV-Mandat für 2003 aufrecht (13.09.00)
Weltweite CO2-Emissionen im Jahr 1999 gesunken (13.09.00)
HyWeb link: Innovation Brennstoffzelle (13.09.00)
Wissenschaft-Pressekonferenz "Wasserstoff -- Energietechnologie für die Zukunft?" (06.09.00)
SensoTech liefert Brennstoffzellen-Teststand (06.09.00)
HyWeb link: The Hydrogen & Fuel Cell Investor (06.09.00)
Norwegen: Nationale Machbarkeitsstudie Wasserstoff (30.08.00)
Stuart Energy: AustralAsien joint venture, Auftrag von Ford, Börsengang (30.08.00)
Esso präsentiert "Öldorado 2000" (30.08.00)
HyWeb link: Energiekrise (30.08.00)
Berichtigung: Innogy -- Regenesys (HyWeb, 23.08.00) (30.08.00)
Europas erstes Wasserstoffschiff fährt (25.08.00)
Fahrrad mit Wasserstoff und Brennstoffzelle (25.08.00)
Die aktuellen Zitate (23.08.00)
Innogy kommerzialisiert Brennstoffzellen-Stromspeichersystem (23.08.00)
Hydrogen Energy Network in Großbritannien gegründet (23.08.00)
BP: "Taking you beyond petroleum" (23.08.00)
ExxonMobil und GM entwickeln Benzinreformer für Brennstoffzellen-Fahrzeuge (23.08.00)
HyWeb link: California Hydrogen Business Council (23.08.00)
Alternative Universal-Tankstelle für Las Vegas (03.08.00)
Gaz de France vertreibt kalifornische Wasserstoff-Technologie in Europa (03.08.00)
Wasserstoff-Tankstellen in Japan im Herbst 2001 (18.07.00)
Die OPEC und die Brennstoffzelle (18.07.00)
Demonstrationsprojekt mit Brennstoffzellen-Bussen in Vancouver erfolgreich beendet (18.07.00)
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"A Fuel Cell Primer" für Investoren und "Powering the Future" -- zwei empfehlenswerte Publikationen
HyWeb, 21.09.00: Tom Koppel, Autor des Buchs über die Erfolgsgeschichte von Ballard mit dem Titel "Powering the Future" und Jay Reynolds haben einen umfassenden 30-Seiten-Bericht "Fuel Cell Primer" für Investoren, die börsennotierte Brennstoffzellenfirmen investieren wollen, geschrieben. Er führt grundsätzlich in die Technologie ein und beschreibt die Tätigkeiten der einzelnen Firmen.
Der Bericht kann von der homepage des Autoren gekauft und heruntergeladen werden unter www.tomkoppel.com . Er wird häufig aktualisiert und kann dann ohne zusätzliche Kosten von den Käufern heruntergeladen werden, so dass die Leser aktuell informiert bleiben.
Auf der selben homepage findet sich auch ein Link zum Buch "Powering the Future - The Ballard Fuel Cell and the Race to Change the World" (John Wiley & Sons, 1999).
Tom Koppel hat die Geschichte von Ballard mehr als ein Jahrzehnt verfolgt. Das Buch ist ein "Muss" für alle, die an der Erfolgsgeschichte von Ballard Power Systems von dem kleinen Entwicklungslabor mit wenigen Angestellten bis zur führenden Brennstoffzellenfirma heute interessiert sind. Beginnend in den 70er Jahren wird erzählt, wie Geoffrey Ballards Ideen über alternative Energien entstanden. Dann kommen die Schwierigkeiten, ein kleines Entwicklungslabor zu finanzieren und talentierte und motivierte Mitarbeiter zu finden. Die verschiedenen Meilensteine entlang des langen Wegs zum Erfolg werden beschrieben. Schließlich kommt das Buch zu der kritischen vorkommerziellen Phase als neue Investoren Geld in die Firma gesteckt haben und ein neues Management die Firma zu ihrer heutigen Position gebracht haben.
"Powering the Future" wurde 1999 als eines der besten zehn "business books" von Amazon.com ausgezeichnet. Es wird diesen Herbst auch in japanischer Sprache herauskommen. Auch eine deutsche Ausgabe wird derzeit überlegt.
Das Buch ist sehr empfehlenswert, und auch dem neuen Bericht "A Fuel Cell Primer" ist ein ähnlicher Erfolg zu wünschen.
WZ/MA
"Es muss im Interesse aller Staaten liegen, den Übergang vom Öl- zum Wasserstoffzeitalter schnellstmöglich zu vollziehen."
Joschka Fischer, deutscher Bundesminister des Auswärtigen, Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 14. September 2000 in New York
Clinton lobt Schrempp für Entwicklung von Brennstoffzellen-Autos
HyWeb, 20.09.00: Wie die Frankfurter Rundschau am 15.9.00 meldet, bekundete der US-Präsident Bill Clinton in einem Brief an DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp seine Freude darüber, dass DaimlerChrysler schon bald die ersten Fahrzeuge mit der neuen Brennstoffzellentechnik auf den Markt bringen wolle. Clinton verspricht intensive Unterstützung durch die US-Regierung, da die Brennstoffzelle nicht nur "große Potenziale zur Absicherung der Energieversorgung und einen Schutzschild gegen die dramatischen Sprünge beim Ölpreis verspricht". Clinton sieht hier auch die politische Chance, das Business mit "den Herausforderungen des Umweltschutzes wie Luftverschmutzung und Treibhauseffekt" zu verknüpfen.
VB/MA
Mexikanische Wasserstoff-Gesellschaft gegründet
HyWeb, 20.09.00: Die Mexikanische Wasserstoff-Gesellschaft (Sociedad Mexicana del Hidrógeno -- SMH2) ist gegründet worden. Informationen (in spanischer Sprache) finden sich auf der homepage der SMH2 unter www.iie.org.mx/mproquim/Hidrogeno/smh2.htm . Die SMH2 wurde von Mexikanischen Wissenschaftlern mit einem Interesse am Energieträger Wasserstoff gegründet und steht jedem offen. Das Hauptziel der SMH2 ist die Förderung der Nutzung von Wasserstoff und die Unterstützung aller Interessierten.
MA
IFC bildet japanisches Joint Venture mit Toshiba
HyWeb, 20.09.00: International Fuel Cells (IFC), eine 88% UTC und 12% Toshiba Tochter, und Toshiba Corp. haben am 19. September Pläne bekannt gegeben, ein Joint Venture zur Entwicklung und Vermarktung von stationären Brennstoffzellen-Systemen in Japan zu bilden.
In dem Joint Venture werden alle Brennstoffzellen-Aktivitäten von Toshiba in Japan gebündelt. Es wird sich auf die Beschleunigung der Entwicklung von PEM-Brennstoffzellentechnologien und auf die Steigerung des Absatzes von 200 kW PAFC-Brennstoffzellensystemen (PC25 von ONSI) konzentrieren.
Die von Toshiba, IFC und UTC unterzeichnete Absichtserklärung sieht vor, dass Toshiba alle gegenwärtigen Brennstoffzellen-Aktivitäten in das Joint Venture einbringt. Toshiba wird alle Brennstoffzellen-Geschäfte im stationären und portablen Bereich durch das Joint Venture abwickeln.
Toshiba arbeitet seit 1978 an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Technologien. Dieses Jahr hat Toshiba 30 kW und 1 kW PEM-Testsysteme gebaut.
Toshiba wird einen 51% Anteil am Joint Venture haben, IFC den restlichen 49% Anteil. Das Joint Venture wird sich auf Entwicklung und Vertrieb von Brennstoffzellensystemen in Japan konzentrieren und rund 100 Mitarbeiter, im wesentlichen Ingenieure, haben.
MA
IFC bildet Joint Venture mit Shell Hydrogen für Reformer
HyWeb, 20.09.00: Shell Hydrogen US und International Fuel Cells (IFC), eine 88% UTC und 12% Toshiba Tochter, haben am 19. September bekannt gegeben, eine 50-50 Joint Venture Firma zu gründen. Das Joint Venture wird Reformer für fossile Kraftstoffe, wie z.B. Erdgas und Benzin, für die sich entwicklenden Brennstoffzellen- und Wasserstoffmärkte, entwickeln, herstellen und vermarkten.
Die von Shell und UTC unterzeichnete Absichtserklärung sieht vor, dass sich das Joint Venture auf Reformer für Brennstoffzellen in Autos, Bussen, Stromgeneratoren und an dezentralen Wasserstoff-Betankungsanlagen (z.B. an Tankstellen, Supermärkten und in Wohnblocks) konzentrieren wird.
Das Joint Venture wird seine Produkte an verschiedenste Kunden vermarkten, z.B. Automobilfirmen und Hersteller von stationären Brennstoffzellensystemen (wie z.B. IFC selbst). Als Teil einer breiteren strategischen Zusammenarbeit zwischen Shell Hydrogen und UTC wird Shell außerdem stationäre Brennstoffzellensysteme von IFC für bestimmte Anwendungsbereiche vertreiben.
"Shell Hydrogen bekennt sich zu Wasserstoff als dem Kraftstoff der Wahl und dazu, Wasserstoff als Kraftstoff auf kommerzieller Basis anzubieten", sagt Don Huberts, CEO von Shell Hydrogen. "Reformer sind eine praktische und kritische Brücke zwischen der heutigen und der morgigen Technologie, indem sie Wasserstoff aus sicheren, billigen und reichlich verfügbaren Quellen zur Verfügung stellen."
MA
HyWeb, 20.09.00: Unter www.ush2.com betreiben die United States Hydrogen & American Hydrogen Association -- Midwest Division -- was nach eigener Aussage "die beste Wasserstoff-Website im Netz" werden soll.
Gesamturteil: bis dahin ist es noch ein weiter Weg!
MA
Stimmen vom Hyforum in München
HyWeb, 14.09.00: Mehr als 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 31 Ländern diskutierten in den letzten vier Tagen die zukünftige Rolle von Wasserstoff auf dem Hyforum 2000 in München (HyWeb, 06.09.00). Das Hyforum brachte erstmals nicht nur Entwickler und Wissenschaftler sondern auch Finanzwelt und Politik zum Thema Wasserstoff zusammen. Einige Stimmen belegen die außergewöhnliche Atmosphäre dieser Konferenz:
Werner Müller, Bundeswirtschaftsminister, Deutschland:
Deutschland ist extrem von Rohölimporten abhängig. Aber man kann nicht erwarten, dass die Erdöl produzierenden Länder ihr Öl verschenken. Wenn die Verbraucherländer die Nachfrage durch höhere Energieeffizienz senken, wird sich ein Ölpreis von 25 bis 30 $ pro Barrel einstellen.
"In der derzeitigen Diskussion um die Benzinpreise vermisse ich das Bewusstsein, dass wir wirklich Energie sparen müssen!"
"Wenn sich die Brennstoffzelle durchsetzen würde, könnte das zu einer Revolution der Energieversorgungsstrukturen führen."
Der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur ist kein grundsätzliches Problem.
Jürgen Zech, Vorstandsvorsitzendere, Gerling Versicherungs-Beteiligungs AG, Deutschland:
Gerling wird dann in Wasserstoffproduktion aus Solarenergie investieren, wenn das gute Renditen verspricht.
Hans Spitzner, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium:
Der Informationsbedarf im Bereich Wasserstoff ist enorm.
Mark Moody-Stuart, Chairman, Royal Dutch / Shell Group:
Die Akzeptanz neuer Technologien durch die Bevölkerung kann nie als gegeben angenommen werden. Es muss ein Dialog angeregt und aufrecht erhalten werden zwischen Regierungen, Kunden, Nicht-Regierungsorganisationen etc.
Es ist ein allgemein anerkanntes Ziel, Wasserstoff in den Markt zu bringen. Unterschiedliche Einschätzungen existieren darin, wie man dieses Ziel erreichen kann.
Es gibt zwei Schlüsseltechnologieen im Bereich Wasserstoff: Brennstoffzellen und Wasserstoff-Speicher. Speichertechnologien haben einen deutlichen Entwicklungsrückstand.
Der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur bedeutet ein hohes Risiko und benötigt hohe Investitionen.
Wie erreichen wir das langfristige Ziel Wasserstoff? Die Antwort von Shell ist, die existierende fossile Infrastruktur zu nutzen und die fossilen Energieträger so nah am Verbrauch wie möglich in Wasserstoff umzuwandeln, d.h. im Fahrzeug. Eine akzeptable Wasserstoff-Speichertechnologie würde es vorteilhafter machen, den Wasserstoff im Fahrzeug zu speichern und die Umwandlung an der Tankstelle vorzunehmen.
Robert Priddle, Executive Director, International Energy Agency:
Es gibt kein Problem in der Ölversorgung in den nächsten 50 Jahren.
Peter Knoedel, Vorstandsmitglied, BP Deutschland:
BP betrachtet Wasserstoff nicht als Bedrohung. Wasserstoff wird zum großen Teil das Geschäft der Mineralöl- und Gaswirtschaft sein.
In der Mineralölindustrie gibt es eine sehr hohe Hemmschwelle, in Dinge zu investieren, deren Wirtschaftlichkeit einzig von Subventionen abhängt.
Wir brauchen einen Konsens über einen alternativen Kraftstoff.
Es gibt kein Resourcenproblem bei der Ölversorgung. Einzig die starke Konzentration der Ressourcen in Arabien und am Kaspischen Meer ist problematisch.
Alan Lloyd, Chairman, California Air Resources Board:
"Wir hängen an den Lippen der OPEC. Wieder. Wir scheinen unsere Lektion nicht zu lernen."
siehe auch HyWeb, 13.09.00 zu Aussagen zur Aufrechterhaltung des ZEV-Mandats in Kalifornien.
Walter Heuer (DaimlerChrysler) und Christoph Huss (BMW), Sprecher der Verkehrswirtschaftlichen Energiestrategie, Deutschland:
Die Verkehrswirtschaftliche Energiestrategie (VES, HyWeb, 01.02.00) hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2000 einen zusätzlich einzuführenden Kraftstoff im Verkehr auszuwählen sowie ein Konzept und eine Strategie für die Errichtung einer neuen Infrastruktur zu entwickeln. Derzeit wird daran gearbeitet, VES auf europäisches Niveau zu heben.
Kurz- bis mittelfristig werden wir deutliche Probleme bei der Erdölversorgung erleben (HyWeb, 18.07.00). Daher muss der neu einzuführende Kraftstoff die Importabhängigkeit vom Erdöl reduzieren.
Kazuo Tomita, Project General Manager, Toyota, Japan:
Wasserstoff ist der ultimative Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge.
Toyota plant die Produktion einer Kleinserie von Brennstoffzellenfahrzeugen im Jahr 2003. Es ist bisher noch nicht klar, ob dieses Ziel einzuhalten ist.
Das Strategic Research Committee for Fuel Cells ist eine öffentliche Aktivität in Japan, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, einen Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge auszuwählen. Das erste Treffen fand im Dezember 1999 statt. Eine Kraftstoff-Entscheidung wird möglicherweise bis zum letzten Treffen im November 2000 getroffen.
Yoshitaka Tokushita, Director General, NEDO, Japan:
Wasserstoff wird einen Anteil von 10% an der japanischen Energieversorgung im Jahr 2100 haben.
Toshiichi Takematsu, Assistant Director, Iwatani International, Japan:
Nebenprodukt-Wasserstoff aus der Industrie in Japan kann Wasserstofffahrzeuge über die nächsten zehn Jahre versorgen.
Detlef Frank, Senior Vice President Science and Traffic, BMW, Deutschland:
Solarer Wasserstoff ist das Ziel, da Wasserstoff aus erneuerbaren Energien der einzige nachhaltige Kraftstoff ist.
Eine Wasserstoff-Infrastruktur ist notwendig. Dafür werden Partner aus Industrie und Politik gebraucht.
BMW hat die Sicherheitsaspekte von Wasserstoff sehr sorgfältig untersucht; dabei hat BMW mehrere Wasserstoff-Fahrzeuge in Crashtests eingesetzt.
Ferdinand Panik, Vice-President, DaimlerChrysler, Deutschland:
Energieversorgung ist ein großes Geschäft. Brennstoffzellen versprechen große Geschäftschancen.
DaimlerChrysler arbeitet an Necar 4 adv mit Druckwasserstoffspeicherung und an Necar 5 mit Methanol; Necar 5 wird in nächster Zukunft öffentlich präsentiert werden.
Joachim Milberg, Vorstandsvorsitzender, BMW, Deutschland:
Wir stehen vor großen Entscheidungen. Das Kernthema der nächsten Zeit wird der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur sein. Egal, ob auf Verbrennungsmotor oder Brennstoffzelle gesetzt wird, in dieser Frage muss man gemeinsam handeln.
Dr. Otto Wiesheu, Wirtschaftsminister, Bayern:
Der Markt bestimmt, wie schnell sich neue Energien durchsetzen.
Früher hieß es, es werde 30 bis 50 Jahre dauern, bis sich der Wasserstoff durchsetzt. Diese Stimmen sind verstummt. Wir erleben eine sehr dynamische Entwicklung.
Bayern wird die Wasserstoff-Technologien weiter fördern.
Carl-Jochen Winter, Hyforum Science Programme Chair:
In zwei Bereichen muss deutlich mehr getan werden: bei der Wasserstoff-Speicherung und im Bereich der CO2-freien Wasserstoff-Produktion.
Person aus dem Auditorium, Risikokapital-Firma, Nordamerika:
"Was mir hier fehlt ist die notwendige Zielstrebigkeit. Warum legen Sie nicht Ihr Ziel fest und gehen an die Umsetzung?"
Die Ausrüstung aller Tankstellen in den USA mit Wasserstoff-Zapfsäulen würde rund 20 Mrd. $ kosten. Allein in einem Jahr wurden in den USA 30 Mrd. $ in .com Firmen investiert.
MA
Hamburg und Mailand arbeiten an gemeinsamen Wasserstoff-Projekten
DWV, 14.09.00: Um die Vertiefung der Zusammenarbeit Mailand-Hamburg beim Wasserstoff ging es auf einem Symposium am 28. Juli in Pallanza (Lago Maggiore). Zu den Teilnehmern gehörte auch Rolf Ewald, Vorsitzender des Deutschen Wasserstoff-Verbandes und Präsident der European Hydrogen Association.
Joachim Gretz, und Vorsitzender der Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg, betonte in seinem Beitrag die Öffnung zum Wasserstoff von Mineralölgesellschaften wie Shell, BP und Texaco. Herbert Flohr, Handelskammer Hamburg, unterstrich besonders den zügigen Wandel hin zur Wasserstofftechnologie bei den Automobilherstellern in den letzten Jahren. Gemäß Corrado Clini, Generaldirektor im italienischen Umweltministerium, sind die Wasserstofftechnologien, insbesondere die Brennstoffzelle, bedeutsam für das Erreichen der Ziele von Kyoto. Nobelpreisträger Carlo Rubbia, Präsident der staatlichen italienischen Umweltagentur ENEA, argumentierte aus globaler Sicht: noch lange werde man auf fossile Energieträger zurückgreifen müssen, sie aber intelligenter nutzen als bisher (H2-Erzeugung, Brennstoffzelle usw). Wegen des Bevölkerungswachstums müsse in China und anderswo in zunehmendem Maße auf Kohle zurückgegriffen werden, die unter Berücksichtigung ihrer indirekten Kosten wie etwa der Gesundheitskosten zu bewerten sei. Da gleichzeitig die Menschheit zur Reduzierung der CO2-Emissionen gezwungen ist, werde die CO2-Endlagerung einen bedeutenden Anteil der künftigen menschlichen Aktivitäten ausmachen.
BMW hatte ein Fahrzeug der LH2-Flotte nach Pallanza geschickt. Der Einsatz von solchen Autos ist in Mailand und Hamburg zu Demonstrationszwecken vorgesehen, wobei die Linde AG die Betankung übernehmen würde. Weitere Projekte in Mailand und Hamburg werden zur Zeit diskutiert. Es wird erwogen, München in die Partnerschaft einzubeziehen.
DWV
BMW und Grüne setzen sich gemeinsam für den Einstieg ins Solar-Wasserstoff-Zeitalter ein
HyWeb, 13.09.00: Die BMW Group und die bayerischen Grünen haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 5. September Wasserstoff als den Energieträger des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Weil die Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern wie Erdöl das Erdklima bedrohten und sie auf absehbare Zeit zur Neige gingen, biete sich Wasserstoff als der Treibstoff für die Zukunft an. Voraussetzung für eine insgesamt positive Umweltbilanz sei aber, dass der Wasserstoff aus erneuerbaren Energien gewonnen werde.
Margarete Bause, Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, sieht durch den Einsatz von Wasserstoff die Chance auf einen Wechsel hin zum emissionsfreien, klimafreundlichen Auto. Sie betonte, dass bis zur Etablierung des Wasserstoffs weiterhin auf effizientere, verbrauchsärmere Motoren zu setzen sei und dass Verkehrsvermeidung und -verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel nach wie vor Priorität hätten (siehe auch HyWeb, 29.05.00).
Albert Schmidt, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, forderte eine rasche Einigung aller wirtschaftlich und politisch Verantwortlichen auf den Wasserstoff als Zukunftstechnologie.
Thomas Gubitz von der BMW Group teilte mit, dass die technischen Probleme weitgehend gelöst seien und daher jetzt strategische Entscheidungen getroffen werden müssten, um den Weg frei zu machen.
MA
Green the future: Die Grünen veranstalten Technologie- und Innovationskongress
HyWeb, 13.09.00: Am 27. Juli haben die Grünen vor der Presse in München angekündigt, Politik für Technik und Innovation zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit zu machen. "Wenn die Politik die richtigen Anreize setzt, können drei Ziele gleichzeitig erreicht werden: ökologisch verantwortlich zu handeln, die technologische Entwicklung zu fördern und neue Arbeitsplätze zu schaffen", sagte die Landesvorsitzende der bayerischen Grünen Margarete Bause.
Am 7. und 8. Oktober wollen die Grünen bei einem Kongress in München mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Wissenschaft und Politik über die politischen Herausforderungen durch neue technologische und wissenschaftliche Entwicklungen diskutieren. Der öffentliche Kongress unter dem Motto "Green the future" findet im Rahmen der Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms für die Grünen statt, das im Frühjahr 2002 verabschiedet werden soll.
Zwei der sechs Schwerpunktthemen sind Energieversorgung und Mobilität. Darin werden Wasserrstoff und Brennstoffzellen ein wichtiger Diskussionspunkt sein.
Nähere Informationen über den Kongress finden sich unter www.green-the-future.de .
MA
Firmengruppe untersucht Einführung von Methanol für Brennstoffzellen-Fahrzeuge
HyWeb, 13.09.00: BASF (Deutschland), BP (Großbritannien), DaimlerChrysler (Deutschland), Methanex (Kanada), Statoil (Norwegen) and XCELLSIS (Deutschland) haben vereinbart, die Einführung und Kommerzialisierung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf Methanolbasis zu bewerten, wie die Firmen am 12. September bekannt gegeben haben. Methanex und Statoil haben im November 1999 eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet verkündet (HyWeb, 23.11.00).
Ziel ist es, nach einer umfangreichen Prüfung von Fragen zu Gesundheit, Sicherheit, Umweltrelevanz und Infrastruktur eine gemeinsame Position zum Einsatz und der Einführung von Methanol als Kraftstoff zu entwickeln. Die Ergebnisse werden veröffentlicht, damit alle Industrieunternehmen davon profitieren können, die an der Entwicklung der Brennstoffzellentechnik und Brennstoffzellenfahrzeuge arbeiten. Die Partnerunternehmen planen nach Abschluss der Studie ihre Ergebnisse in eine "reale" Anwendung einzubringen.
Jeder Partner bringt umfangreiches Wissen im Umgang mit Methanol in die Studie ein: BP, Methanex und Statoil haben Erfahrung in der Methanolgewinnung und -verteilung. BP und Statoil verfügen zusätzlich über Know-how beim Verkauf von Methanol an den Endverbraucher. Die BASF wird ihre Kompetenz in innovativer Katalysatortechnik zur Verfügung stellen. Darüber hinaus steuert die BASF Wissen zum Umgang und zur Chemie mit Methanol bei. DaimlerChrysler und ihre Tochtergesellschaft XCELLSIS werden ihre Erfahrungen in der Fahrzeugtechnik einbringen.
Peter Histon, Senior Advisor Transportation and Fuels bei BP glaubt, dass viele der starken Bedenken gegen den Einsatz von Methanol als Fahrzeugkraftstoff unbegründet seien und hofft, dass diese Studie diese Bedenken entmystifizieren werde. "Wir alle werden dadurch fundierte Entscheidungen über den möglichen Einsatz von Methanol treffen können. Die Studie wird uns aber auch innerhalb von BP zu einer soliden Einschätzung der zukünftigen Rolle von Methanol verhelfen."
MA
CARB erhält das ZEV-Mandat für 2003 aufrecht
HyWeb, 13.09.00: Das California Air Resources Board (CARB) hält an der ZEV-Verpflichtung (zero emission vehicle -- Nullemissions-Auto) fest, die die großen Automobilhersteller verpflichtet, ab 2003 rund 22.000 ZEVs zu vermarkten. Nach einer Anhörung Donnerstag und Freitag letzter Woche entschied sich das 11-köpfige Gremium einstimming für die Aufrechterhaltung der ZEV-Verpflichtung.
CARB Chairman Dr. Alan Lloyd sagte: "Wir dürfen nicht nur an 2003 denken, wir müssen die Luftqualität in Kalifornien langfristig schützen." Er sagte weiter, dass Kalifornien den Kampf gegen die Luftverschmutzung verlieren könnte, wenn die Fahrzeugflotte nicht das Ziel der Nullemission anstrebt.
Auf dem Hyforum in München am 11. bis 14. September sagte Dr. Alan Lloyd, dass die CARB mit den Automobilhersteller zusammenarbeite, um Kaufanreize für ZEVs zu schaffen und die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.
MA
Weltweite CO2-Emissionen im Jahr 1999 gesunken
HyWeb, 13.09.00: Pünktlich zur Zwischenrunde der UN-Klimaverhandlungen in Lyon, Frankreich, vom 11. bis 15. September veröffentlichen die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) und GERMANWATCH in einem Arbeitspapier die aktuelle Entwicklung der globalen Kohlendioxidemissionen.
"Die erfreuliche Entwicklung eines leichten Rückgangs der weltweiten energiebedingten CO2-Emissionen im Jahr 1999 gegenüber 1998 trotz starken Wirtschaftswachstums ist vor allem auf die engagierte Energiepolitik Chinas zurückzuführen. Dort wurden in den letzten Jahren massiv Subventionen für Kohle gestrichen," fasst Dr. Werner Zittel von der LBST das zentrale Ergebnis des Papiers zusammen. War 1990 China noch der weltgrößte Kohleverbraucher, nehmen 1999 die USA, die den höchsten absoluten Zuwachs im Kohleverbrauch aufweisen, diesen Platz ein.
Der Rückgang der CO2-Emissionen in den Industrieländern ist vor allem auf die Entwicklung in den ehemaligen Zentralplanwirtschaften Mittel- und Osteuropas zurückzuführen.
Eine (elektronische) Kopie des Arbeitspapiers können Sie erhalten von:
Dr. Werner Zittel, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, Ottobrunn, Tel. 089/608110-20, Fax 089/6099731, zittel@lbst.de
Christoph Bals, Klaus Milke, Dr. Manfred Treber, GERMANWATCH e.V., Bonn, Tel. 0228/60492-14, Fax 0228//60492-19MA
HyWeb link: Innovation Brennstoffzelle
HyWeb, 13.09.00: Unter www.innovation-brennstoffzelle.de hat die L-B-Systemtechnik GmbH im Auftrag der Bewag eine Website erstellt, die den wahrscheinlich derzeit besten deutschsprachigen Einstieg in das Thema Brennstoffzelle im Netz bietet. Ausführlich und anschaulich werden das Prinzip, die unterschiedlichen Technologien, der Entwicklungsstand und die Perspektiven dargestellt. Die ausstellungsbegleitende Website ermöglicht auch einen virtuellen Rundgang über den Innovationspark Brennstoffzelle (HyWeb, 06.06.00).
Gesamturteil: Absolut lohnend, nicht nur für Einsteiger.
MA
"Die Frage 'Wasserstoff -- Energieträger für die Zukunft?' ist aus Sicht eines Energieversorgers wohl zu bejahen. Die Brennstoffzellentechnologie und die Rolle des Wasserstoffs dabei ist ausschlaggebend für eine solche Einschätzung."
Dr. Jörg Heinen, RWE AG Konzernentwicklung, Bereich Brennstoffzellen, Wissenschafts-Pressekonferenz "Wasserstoff -- Energietechnologie für die Zukunft?", Bonn, 05. September 2000
Wissenschaft-Pressekonferenz "Wasserstoff -- Energietechnologie für die Zukunft?"
HyWeb, 06.09.00: Am 05. September fand in Bonn die Wissenschafts-Pressekonferenz "Wasserstoff -- Energietechnologie für die Zukunft?" statt. Dr. Rolf Ewald, Vorsitzender des Deutschen Wasserstoff-Verbands, Dr. Jörg Heinen von der RWE AG, Kai Klinder, Produktmanager Brennstoffzelle bei Vaillant und Prof. Dr. Carl-Jochen Winter, Energon und Science Programme Chair des Hyforum (München) stellten der Presse ihre Sicht der Thematik vor (siehe auch HyWeb, 07.06.99 zu einer ähnlichen Veranstaltung letztes Jahr).
Die Statements kurz zusammengefaßt:
Dr. Rolf Ewald, DWV:
- Die Erschöpfung der fossilen Ressourcen ist absehbar.
- Wasserstoff wird für Speicherung und Transport regenerativer Energien benötigt.
- Fahrzeuge brauchen Wasserstoff als Kraftstoff.
- Mit Brennstoffzellen werden auch fossile Energien effizienter genutzt.
- Die Industrie weltweit arbeitet intensiv an Fahrzeugen mit Wasserstoff und an stationären Brennstoffzellenanwendungen.
- Wirtschaft, Politik und Gesellschaft müssen die Einführung begleiten und unterstützen sowie den Markt aufnahmebereit machen.
Dr. Jörg Heinen, RWE:
- "Die Frage 'Wasserstoff -- Energieträger für die Zukunft?' ist aus Sicht eines Energieversorgers wohl zu bejahen. Die Brennstoffzellentechnologie und die Rolle des Wasserstoffs dabei ist ausschlaggebend für eine solche Einschätzung."
- Derzeitiger Stand der Entwicklung: noch nicht wirtschaftlich, Markteintritt in der Hausenergieversorgung frühestens 2003/4, vorläufig Nutzung von Erdgas.
- RWE engagiert sich in Feldtests.
- "Die Faszination Brennstoffzelle besteht im Nebeneinander von Strom- und Wärmeerzeugung. Dazu sind sie emissions- und geräuscharm, nahezu wartungsfrei, modular einsatzbar und erreichen sehr hohe Wirkungsgrade."
- Die Kopplung individueller Einheiten zur Wartung, Überwachung und Lastmanagement sowie die Speisung mit Brennstoff (Erdgas zunächst) durch ein Energieversorgungsunternehmen könnte eine kundennahe und serviceorientierte Systemlösung sein, was im Sinne der Multi-Utility-Strategie des RWE wäre.
- Die Brennstoffzellentechnologie benötigt günstige politische Rahmenbedingungen.
Kai Klinder, Vaillant:
- Kleine Brennstoffzellen-BHKWs sparen bis zu 50% CO2 gegenüber der getrennten Strom- und Wärmeproduktion heute.
- Das Brennstoffzellen-Heizgerät kann an Stelle einer konventionellen Heizung eingebaut werden.
- Mit jedem Austausch einer alten Heizanlage gegen eine innovative Brennstoffzelle wächst in kleinen Schritten das virtuelle Kraftwerk.
- Vaillant schätzt seinen Markt für Systeme für Ein- und Mehrfamilienhäuser auf mindestens 100.000 Stück im Jahr 2010, europaweit werden es 250.000 sein.
- Viele dezentrale Brennstoffzellen machen die Stromerzeugung in höherem Maß redundant und ausfallsicher.
- Rund um die Brennstoffzelle werden sich neue Berufsfelder entwickeln und maßgeblich zur Sicherung von Arbeitsplätzen im Handwerk beitragen.
- Ähnlich wie der PC die IT-Welt revolutioniert hat, wird die Brennstoffzelle die Stromversorgung revolutionieren und langfristig mehr demokratisieren.
- Heute werden die Brennstoffzellen mit Erdgas betrieben, in Zukunft wird regenerativer Wasserstoff die Energie liefern.
Prof. Dr. Carl-Jochen Winter, Energon:
- Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert der Energieeffizienz, der zweiten solaren Zivilisation und des Wasserstoffs sein.
- Die Entcarbonisierung, die Hydrogenisierung der Energieversorgung sind in vollem Gang.
- Die Energiepolitik wird zunehmend zur Technologiepolitik; der Primärenergierohstoffeinsatz schrumpft, die Technik der Energie- und Stoffumwandlung dominiert.
- Eine erfolgreiche Klimapolitik ist ohne Wasserstoff nicht zu verwirklichen.
- Eine nachhaltige Mobilität verlangt nach Wasserstoff als Kraftstoff.
- Brennstoffzelle und Wasserstoffspeicherung benötigen intensive Weiterentwicklung, um das große Potenzial auszuschöpfen.
- Bisher ist offen, wie die Einführung von Wasserstoff als Energieträger erfolgen wird. Mehrere Optionen stehen offen, fossil versus regenerativ, zentral versus dezentral etc.
MA
Hyforum in München nächste Woche: erster weltweiter Wasserstoff-Kongreß für Wirtschaft und Politik
HyWeb, 06.09.00: Experten aus aller Welt erörtern vom 11. bis 15. September 2000 in München die Zukunft unserer Energieversorgung. Sie wollen Kohle und Öl so schnell wie möglich durch Wasserstoff ablösen. Die Technik dazu ist vorhanden, so die Veranstalter des Hyforum 2000. Politik und Wirtschaft gemeinsam sollen unter der Schirmherrschaft von EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber dafür sorgen, dass dierse umweltfreundliche Zukunftsenergie schon bald Gegenwart wird.
Mehr Informationen unter www.hyforum2000.de .
MA
SensoTech liefert Brennstoffzellen-Teststand
HyWeb, 06.09.00: Am 19. Juli hat die Magdeburger Firma SensoTech einen Teststand zur Untersuchung von Direkt-Methanol-Brennstoffzellen an das Max-Planck-Insitut für Dynamik komplexer technischer Systeme übergeben. Bei diesem Teststand stehen Dynamikuntersuchungen im Vordergrund, während es bei den schon früher von Sensotech gelieferten Testständen um Problemlösungen wie allgemeines Gas- und Reformathandling mit Befeuchtung, Methanolkonzentrationsregelung und kontinuierliche Verdampfung von Flüssigkeitsgemischen ging, wie SensoTech im August bekanntgab.
Mit den umfangreichen Erfahrungen von SensoTech bei der Realisierung von Brennstoffzellen-Testständen für die Automobilindustrie war es möglich, dieses neuartige Prüfstandskonzept in nur 5 Monaten von der Planung bis zur Übergabe zu realisieren. SensoTech beschäftigt sich seit seiner Gründung 1990 mit der Planung und Realisierung innovativer Prüfstandssysteme und dabei seit rund vier Jahren mit der Brennstoffzellen-Systemtechnik.
Strategische Bemühungen von SensoTech zielen darauf ab, in der bisher realisierten Leistungsklasse bis 35 kWel Serienprüfstände zu entwickeln, mit denen die Brennstoffzelle als Schlüssekomponente, aber auch die komplette Systemtechnik untersucht und optimiert werden können.
MA
HyWeb link: The Hydrogen & Fuel Cell Investor
HyWeb, 06.09.00: Unter www.h2fc.com finden sich ausführliche, aktuelle und kompetente Informationen für Menschen, die mit Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien "reich und glücklich" werden wollen. Ein kostenpflichtiger news letter ergänzt das Angebot.
Gesamturteil: Ein Muss für alle Investoren, die den Boom der Energietechnologien nicht verpassen wollen.
MA
"Es ist Zeit für Japan, sich ernsthaft um die Energie-Versorgungssicherheit zu kümmern. Japans Ziel der Selbstversorgung mit Rohöl ist ein endloser Traum."
Noboru Kuroyanagi, Executive vice president von Chubu Electric Power Co., Bloomberg Energy, 19. Juni 2000; Übersetzung: LBST
Norwegen: Nationale Machbarkeitsstudie Wasserstoff
HyWeb, 30.08.00: In Norwegen ist eine nationale Machbarkeitsstudie über Wasserstoff als zukünftigem unweltfreundlichen Energieträger durchgeführt worden (siehe www.energy.sintef.no/Hydrogen/Prosjekt-1/no_index.htm in norwegischer Sprache; englische Zusammenfassung unter www.energy.sintef.no/Hydrogen/Prosjekt-1/PDF-filer/Anbefalinger_engv.pdf). Der Bericht identifiziert die in norwegischen Forschungseinrichtungen/Universitäten und in der norwegischen Industrie vorhandene Expertise sowie mögliche technologische und wirtschaftliche Prioritäten auf internationaler Ebene.
Die Machbarkeitsstudie wurde erstellt von SINTEF (Foundation for Scientific and Industrial research at the Norwegian Institue of Technology), NTNU (Norwegian University of Science and Technology), IFE (Institute for Energy Research) und UiO (University of Oslo). Informationen wurden im wesentlichen auf der Basis eines Workshop mit annähernd 100 norwegischen Teilnehmern und drei geladenen ausländischen Gästen (Ulrich Bünger von L-B-Systemtechnik, Deutschland, David Hart, Imperial College, Großbritannien, und Bragi Arnason, Universität von Reykjavik, Island) gesammelt.
Der Bericht zeigt, dass Norwegen besonders günstige Voraussetzungen bietet für die industrielle Entwicklung von Wasserstoff als Energieträger, teilweise, weil Norwegen Erdgas fördert, und zum anderen auch auf Grund der vorhandenen Erfahrung im Bereich Elektrolyse in Industrie und Forschung. Die Entwicklung dieses Bereichs hängt von der zukünftigen staatlichen Forschungsförderung ab, aber das Potenzial ist enorm. Der Bericht gibt die folgenden Empfehlungen für die weitere Forschung und Entwicklung (F&E):
Priorität Aktivitäten mit dem Potenzial schneller wirtschaftlicher Entwicklung (10 Jahre) Grundlagenforschung mit langfristigen Zielen (30 Jahre) Verstärkte F&E Wasserstoffproduktion aus Erdgas mit CO2-Abspaltung und -Lagerung (-Sequestrierung) PEM-Brennstoffzellen und PEM-Brennstoffzellensysteme
Wasserstoffproduktion mit Wasser-Elektrolyse Wasserstoff-Speicherung in festen Materialien
Materialforschung mit Bezug zu Wasserstoff-Systemen
Moderate F&E Integrierte Prozess-Systeme Speicherung von flüssigen Wasserstoff-Trägern
Verbrennungs-Technologie für Wasserstoff und wasserstoffreiche Mischungen
Energie-Systeme und Demonstrations-Modelle und -Anlagen
Wasserstoff-Produktion durch Biophotolyse Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC)
Beobachtung Speicherung von Druckwasserstoff Wasserstoff-Produktion durch Photoelektrolyse und durch Biomassevergasung MA
Stuart Energy: AustralAsien joint venture, Auftrag von Ford, Börsengang
HyWeb, 30.08.00: Am 22. August hat die kanadische Stuart Energy Systems Corporation bekanntgegeben, ein Abkommen mit Cheung Kong Infrastructure (Holdings) Limited (CKI) aus Hong Kong über die Bildung eines joint venture im Zusammenhang mit Verkauf und Service von Wasserstoff-Betankungsausrüstung in AustralAsien getroffen zu haben (HyWeb, 21.12.99). Zweck der neuen Firma ist es, Stuart-Produkte zu vertreiben und es CKI zu ermöglichen, eine Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur für die kommende Generation von Brennstoffzellenfahrzeugen in AustralAsien aufzubauen.
Stuart Energy und CKI werden alle kommerziellen Aktivitäten im Bereich Wasserstoff-Kraftstoff in AustralAsien in dem joint venture, Stuart CKI Corporation, bündeln. Stuart Energy wird 60%, CKI 40% an dem joint venture halten.
"Einmal volltanken mit Wasserstoff" während der
Konfernz der National Hydrogen AssociationPersonal Fuel Appliance: neues Design. Fotos: Stuart Energy Am 24. August hat Stuart bekanntgegeben, dass Ford Motor Company einen Auftrag über die Lieferung einer Reihe von Stuart Personal Fuel Appliances zu Testzwecken über die nächsten zwei Jahre gegeben hat. Ford soll den ersten Stuart Energy Prototypen dieses Jahr erhalten. Ford wird Tests und Messungen durchführen und Informationen über die Verwendbarkeit und die Leistungsdaten an Stuart weitergeben. Diese Daten werden zur Verbesserung der nachfolgenden Prototypen genutzt, die über die zweijährige Periode an Ford geliefert werden. Stuart Energy arbeitet seit 1995, als sie im Rahmen einer Studie beauftragt wurde, eine Betankungsinfrastruktur-Option für gasförmigen Wasserstoff auszuarbeiten, mit Ford zusammen.
Kürzlich hat Stuart Energy ihren Börsengang angekündigt.
MA
Esso präsentiert "Öldorado 2000"
HyWeb, 30.08.00: Ende Juli hat der Esso Konzern in seinem Bericht Öldorado 2000 versucht, die Entwicklung auf den Welt-Ölmärkten im letzten Jahr nachzuvollziehen. Im wesentlichen werden zwei Gründe für den Anstieg der Rohölpreise von rund 10 auf über 25 US-$ pro Barrel genannt: Zum einen die Förderkürzungen der OPEC, die zur Folge hatten, dass die Erdölfördermenge um 3,7% sank. Zum anderen der weltweite Anstieg im Verbrauch um 3,1%, wie die Süddeutsche Zeitung am 24. Juli berichtet.
Die größten Ölverbraucher der Welt sind die USA an erster Stelle, gefolgt von Japan, der Volkrepublik China mit Hongkong und Deutschland. In der Russischen Förderation lag der Ölverbrauch 1999 bei weniger als einem Drittel des Verbrauchs von 1985. In Europa ging der Verbracuh um 1% gegenüber dem Vorjahr zurück, während der Verbrauch in Asien um 5% zugenommen hat.
Nach Öldorado 2000 sind erstmals seit vielen Jahren die sicher bestätigten Ölreserven geschrumpft. Esso erklärt dies mit der nachgelassenen Erdölexploration auf Grund der niedrigen Preise. Andererseits werden zu den sicher gewinnbaren Reserven alle Vorkommen gerechnet, "die durch Bohrungen bestätigt und mit heutiger Technik wirtschaftlich gefördert werden können", so Schult-Bornemann bei der Präsentation des Berichts in Stuttgart. Warum die Steigerung des Ölpreisniveaus um den Faktor 2,5 bis 3 nicht ein große Zahl von Lagerstätten in den wirtschaftlich förderbaren Bereich bringt und dadurch die sicher gewinnbaren Ölreserven deutlich steigert, blieb offen. Im Gegenteil wurden insbesondere die mexikanischen Reserven durch die staatliche Ölgesellschaft Pemex neu bewertet, was zu einem Rückgang der mexikanischen Reserven um 2,6 Milliarden Tonnen geführt hat.
MA
HyWeb, 30.08.00: Unter www.energiekrise.de betreibt die L-B-Systemtechnik GmbH eine Website in deutscher Sprache, die detailliert auf die Problematik der sich verknappenden Ressourcen fossilen Energieträger darstellt. An konkreten Beispielen werden die existierenden Daten nüchtern analysiert, insbesondere auf Zuverlässigkeit und die zugrundeliegende Bewertung. Ausführlich wird zum Beispiel die Situation des Erdöls in der Nordsee (Großbritannien und Norwegen) dargestellt, für die detaillierte, zuverlässige Daten öffentlich zugänglich sind. Auch Texas wird ausführlich vorgestellt. Die Website ermöglicht es, sich selbst ein Bild von der Versorgungslage bei Erdöl und Erdgas zu machen.
Gesamturteil: beste deutschsprachige Website zu diesem Thema (www.oilcrisis.com ist eine vergleichbare Website in englischer Sprache).
MA
Berichtigung: Innogy -- Regenesys (HyWeb, 23.08.00)
HyWeb, 30.08.00: Die Regenesys-Technolgie von Innogy, über die in HyWeb, 23.08.00, berichtet wurde, ist KEIN PEM-Brennstoffzellen-System. Es ist ein System von "umkehrbaren Brennstoffzellen-Modulen" ("regenerative fuel cell modules") nach Innogy-Nomenklatur. Diese Module sind PEM-Brennstoffzellen ähnlich in der Hinsicht, dass die Elektrolyten durch Protonenaustauschmembranen (PEM) getrennt werden. Aber sie arbeiten nicht mit Wasse4rstoff und Sauerstoff, sondern mit zwei flüssigen Elektrolyten. Diese Elektrolyten werden durch die Module gepumpt und in separaten Tanks gespeichert, so dass die Stromspeicherkapazität und die System-Leistung entkoppelt sind. Weitere Informationen sind unter www.national-power.com/regenesys zu finden.
MA
Europas erstes Wasserstoffschiff fährt
DWV, 25.08.00: Am 19. Juni wurde in Bonn in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Dieckmann das erste Schiff in Europa getauft, das allein durch Wasserstoff und Brennstoffzellen angetrieben wird (Foto). Das Boot heißt "Hydra" und hat eine alkalische Brennstoffzelle von Zetek an Bord, die 5 kW leistet. Sie wird aus einem Hydridtank für 32 Nm3 Wasserstoff gespeist.
Es handelt sich um das erste Brennstoffzellensystem in Deutschland, das speziell für den maritimen Einsatz entwickelt und in ein Ausflugsboot eingebaut wurde. Hinter dem Projekt steckt die langjährige Arbeit des Ingenieurbüros etaing. Nach drei Wochen Einsatz auf dem Rheinauensee wurde das Boot zu seinem eigentlichen Einsatzort nach Leipzig transportiert. Es kann gechartert werden. Außerdem steht es für 1,1 MDM zum Verkauf.
DWV
Fahrrad mit Wasserstoff und Brennstoffzelle
DWV, 25.08.00: Auf einer Konferenz in Luzern wurde im Juli ein Fahrrad vorgestellt, das mit einem Wasserstofftank und einer Brennstoffzelle ausgerüstet ist. Der Prototyp stammt von der Firma Manhattan Scientifics (Foto).
Die Elektrik wurde von der Tochterfirma NovArs in Passau gebaut. Das Zweirad fährt auf ebener Strecke 70 bis 100 km weit mit maximal 30 km/h. Der Wasserstoff steckt als komprimiertes Gas in dem Druckbehälter aus Verbundwerkstoff hinter dem Sattel. Für die Serie ist daran gedacht, das Gas im Rahmen zu speichern. Der PEM-Stack wiegt 780 g und liefert 670 W für den Nabenmotor. Der Markt, den die Entwickler im Auge haben, liegt hauptsächlich in Asien, wo Motorroller ein wichtiges Verkehrsmittel sind, aber mit ihren Zweitaktern erheblich zu Lärm und Luftverschmutzung beitragen.
DWV
"Wir werden einige Jahre damit verbringen, mit Methanol-Reformern zu spielen, und wenn wir nicht aufpassen, werden wir eine Menge Geld und Energie auf die Reformierung langkettiger Kohlenwasserstoffe verschwenden."
Geoffrey Ballard, in Hydrogen & Fuel Cell Letter, July 2000
"Vor fünf, sechs Jahren noch hatten wir nur Wasserstoff-Anhänger. Jetzt sind wir in Vorstandsetagen, und die Menschen fahren mit Wasserstoffbussen. Wir haben riesige Möglichkeiten, wir können viel erreichen, und es passiert."
Alan Lloyd, Vorsitzender des California Air Resources Board, in Hydrogen & Fuel Cell Letter, July 2000
"Ich halte Wasserstoff für die vielversprechendste Option in 20 oder 30 Jahren. Natürlich nur, wenn der Wasserstoff dann mit regenerativen Energien hergestellt wird."
Peter Hennicke, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, in taz, 29./30.07.00
"Unter marktwirtschaftlichen Bedingungen dürfte es emissionsfreies Autofahren erst bei einem Preisniveau für Kraftstoffe geben, das heute nur unter Inkaufnahme von Volksaufständen vorstellbar ist. Es ist daher viel ökologischer, CO2 im Strom- und Wärmemarkt zu reduzieren, als nach regenerativen Kraftstoffen zu rufen. Das Motto muss doch sein: mehr Umwelt- und Klimaschutz fürs Geld!"
Dr. Gerd Eisenbeiß, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Leserbrief in vdi nachrichten 28.07.00
Innogy kommerzialisiert Brennstoffzellen-Stromspeichersystem
HyWeb, 23.08.00: Innogy, der in Ausgliederung befindliche Geschäftsbereich von National Power in Großbritannien, hat am 21. August bekanntgegeben, seine unter dem Namen Regenesys® bekannte Stromspeichertechnologie zu kommerzialisieren. Regenesys basiert auf einer umkehrbaren PEM-Elektrolyse/Brennstoffzellen-Einheit. Diese ist in der Lage, in Schwachlastzeiten Strom in Form von Wasserstoff zu speichern, während sie zu Spitzenlastzeiten Strom bereitstellt.
Innogy geht davon aus, das erste Stromspeichersystem Großbritanniens auf der Basis von Brennstoffzellen zu errichten. Eine erste Vereinbarung wurde auch mit dem US-amerikanischen Stromversorger Tennessee Valley Authority geschlossen; diese soll zur Errichtung der ersten Regenesys-Anlage in Nordamerika führen. Die britische Anlage soll in Little Barford, Cambridgeshire, angrenzend an ein Erdgas-GuD-Kraftwerk von Innogy errichtet werden. Die Bauzeit wird 18 Monate betragen. Regenesys wurde seit 1996 in Innogys Aberthaw Kraftwerk in Süd-Wales getestet.
Die Anlage ist für eine Speicherkapazität von 120 MWh ausgelegt und kann schnell seine Nennlast von 15 MW erreichen. Außerdem wird sie das Little Barford Kraftwerk in die Lage versetzen, einen Neustart der Stromversorgung nach einem totalen Blackout durchzuführen.
Die Regenesys-Anlage wird das britische "Schaufenster" für die Vermarktung dieser Technologie an Stromversorger und Großindustrien weltweit sein.
MA
Siehe Berichtigung: HyWeb, 30.08.00
Hydrogen Energy Network in Großbritannien gegründet
HyWeb, 23.08.00: Am 1. April wurde das "UK Hydrogen Energy Network" (H2NET) im Rahmen des "Engineering and Physical Sciences Research Council" gegründet. Der offizielle Start der Aktitiäten fand am 12. Juli statt. Zweck dieses Netzwerks ist die Förderung der Zusammenarbeit in Großbritannien in Forschung und Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft.
H2NET will:
- Forschungsbedarf in diesem Bereich in Großbritannien identifizieren sowie die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie erleichtern;
- ein Diskussionsforum bietenfür Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsaktivitäten;
- Informationen verbreiten zum aktuellen Stand der Entwicklung von Wasserstofftechnologien.
H2NET wird verwaltet vom Rutherford Appleton Laboratory. Kontakt:
Dr. R. Brownsword, Network Co-ordinator
Building R63,
Rutherford Appleton Laboratory,
Cilton, Didcot, Oxon
OX11 0QX
UK
Tel. 01235/446134
Fax 01235/446863
e-mail r.brownsword@rl.ac.uk .MA
BP: "Taking you beyond petroleum"
HyWeb, 00-08-23: Ende Juli hat der durch Fusionen entstandene BP Amoco ARCO Konzern bekanntgegeben, zukünftig unter dem einheitlichen Namen BP zu firmieren. Die Ankündigung stand unter dem Motto "taking you beyond petroleum" ("wir führen Sie aus dem Ölzeitalter heraus"); BP ist unter anderem weltgrößter Hersteller von Photovoltaik. Das blumenähnliche neue BP-Logo in den Farben weiß, gelb und grün wurde nach dem griechischen Sonnengott "Helios" genannt.
MA
ExxonMobil und GM entwickeln Benzinreformer für Brennstoffzellen-Fahrzeuge
HyWeb, 23.08.00: Gemeinsam mit General Motors hat ExxonMobil am 10. August die Entwicklung von Benzinreformern für Brennstoffzellen-Fahrzeuge bekanntgegeben. Die beiden Firmen haben einen hocheffizienten Benzinreformer entwickelt, den sie als wichtigen Durchbruch betrachten. Die dreijährige Zusammenarbeit habe es den GM- und ExxonMobil-Ingenieuren ermöglicht, einen Reformer zu entwerfen, zu entwickeln, zu bauen und zu betreiben, der 80% Wirkungsgrad übertrifft, so die Pressemitteilung.
Weitere Details über die Leistungs- und technischen Daten des Systems wurden nicht präsentiert. Auch Einzelheiten über das verwendete "Benzin" wurden nicht bekanntgegeben.
Bis Ende dieses Jahres planen die beiden Firmen ein integriertes System im Labor zu demonstrieren. Ein weiterentwickelter Reformer soll mit einem 25 kW Brennstoffzellenstack von GM kombiniert werden. GM hat das 25 kW System als Lernplattform gewählt. GM plant einen Fahrzeugdemonstrator mit Benzinreformer innerhalb der nächsten 18 Monate.
"Es ist eine der Hauptstrategien und -prioritäten von ExxonMobil, die Leistungsfähigkeit von Kohlenwasserstoffen für Fahrzeuganwendungen stetig zu verbessern," sagt Bill Innes, Präsident von ExxonMobil Research and Engineering Company.
"Der Benzinreformer könnte die Brücke zwischen den heutigen konventionellen Fahrzeugen und zukünftigen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeugen sein," sagt Harry J. Pearce, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von GM. "Während wir Wasserstoff als den zukünftigen Fahrzeugkraftstoff ansehen, bleiben große wirtschaftliche Herausforderungen, wie die Entwicklung und der Aufbau einer großen Zahl von Wasserstofftankstellen, die Entwicklung einsatzfähiger Fahrzeugtanks sowie die Einigung auf industrieweite Standards."
MA
HyWeb link: California Hydrogen Business Council
HyWeb, 23.08.00: Unter www.ch2bc.org betreibt das California Hydrogen Business Council eine umfangreiche und informative Website über Wasserstoff und Brennstoffzellen in englischer Sprache. Besonders zu erwähnen ist der täglich aktuelle News-Service.
Gesamturteil: sehr empfehlenswert.
MA
"Die Zeit der Großkraftwerke ist möglicherweise vorbei. Wir arbeiten derzeit sehr intensiv an der Brennstoffzelle auf Erdgas-Basis."
Dietmar Kuhnt, Vorstandsvorsitzender der RWE, in Financial Times Deutschland, 16. Juni 2000
Alternative Universal-Tankstelle für Las Vegas
DWV, 03.08.00: Eine Tankstelle für alternative Fahrzeuge unterschiedlicher Art soll in Las Vegas (Nevada, USA) entstehen, wie der Branchendienst Electric Net am 28. Juli meldete. Sie soll Strom, Wasserstoff und mit Wasserstoff angereichertes Erdgas aus Erdgas erzeugen. Projektträger sind das US-Energieministerium (DoE) und der Gas- und Chemiekonzern Air Products and Chemicals, die sich die Investition von 11,8 M$ teilen. Das DoE fördert darüber hinaus die Umrüstung von Fahrzeugen. Als Unterauftragnehmer von Air Products wirkt die Firma Plug Power mit. Wie eine DoE-Sprecherin sagte, sei das Projekt ein Modell für die Einführung des Treibstoffs Wasserstoff zu vernünftigen Kosten. Auch Senator Harry Reid, der den Staat Nevada im Kongress vertritt, lobte die Einrichtung als gewerbliche Demonstration von Wasserstoff als sicherer und sauberer Energiealternative.
DWV
Gaz de France vertreibt kalifornische Wasserstoff-Technologie in Europa
DWV, 03.08.00: Gaz de France (GdF), Frankreichs größter Erdgaslieferant, hat am Rande der Konferenz Fuel Cell 2000 in Luzern ein Abkommen mit der kalifornischen Hydrogen Burner Technology (HBT) geschlossen, in dessen Rahmen GdF die Wasserstoff-Erzeugungsanlagen von HBT samt Ersatzteilen und Service in ganz Europa vermarkten wird. Außerdem hat sich GdF in nicht genannter Höhe an HBT beteiligt. Das Abkommen zielt vor allem auf industrielle Kunden, denen die Preise für die konventionelle Wasserstoff-Versorgung durch die Gasefirmen zu hoch sind. Außerdem hofft GdF auf Aufträge für die Ausrüstung von Wasserstoff-Tankstellen und somit auf einen Anteil am Verkehrsmarkt.
DWV
"Mit der Verknappung von Erdöl in ca. 10 bis 15 Jahren wird sich nämlich die Energiefrage spätestens am Ende dieses Jahrzehnts mit voller Wucht stellen. Sowohl in den entwickelten, wie auch in den sich entwickelnden Staaten. Ich plädiere deshalb dafür, und die Forschung von DaimlerChrysler ist Beleg dafür, dass wir diese Frage früher beantworten. Denn Veränderungen werden viel Zeit und Kapital erfordern.
Ich hoffe, dass die Menschen erstmals eine globale, ihre Existenz betreffende Frage gemeinsam angehen: Mit allem verfügbaren technologischen Sachverstand. Unter Ausnutzung der besten, direktesten und schnellsten Kommunikationsmöglichkeit, des Internets.
Diese Vision erfordert ein 'Hand in Hand' aller in der Gesellschaft Verantwortung tragenden Menschen [...]."
Jürgen E. Schrempp, Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler AG, Rede zur Eröffnung des Weltingenieurtags am 19.06.00 in Hannover, zitiert nach VDI nachrichten, 23.06.00
Wasserstoff-Tankstellen in Japan im Herbst 2001
HyWeb, 18.07.00: Wie das japanische WE-NET Programm am 24. Mai mitteilte, werden im Herbst 2001 zwei Wasserstofftankstellen in Betrieb gehen und bis Ende 2003 arbeiten.
Eine der Tankstellen wird einen Erdgasreformer zur Wasserstofferzeugung an der Tankstelle haben. Sie wird in Osaka aufgestellt und von Osaka Gas betrieben werden. Die andere Tankstelle wird von einem PEM-Elektrolyseur mit Wasserstoff versorgt werden. Sie wird in Takamatsu aufgestellt und vom Shikoku Research Institute betrieben werden.
Beide Tankstellen werden Zapfsäulen für Druckwasserstoff und für die Betankung von Metallhydridtanks haben. Die Zapfsäulen mit Niederdruck-Wasserstoff für Metallhydridtanks werden ein Kühlsystem enthalten, um eine schnelle Betankung innerhalb von 10 Minuten zu ermöglichen. Die Hochdruck-Wasserstoffzapfsäulen werden Gas für 25 MPa und 35 MPa Drucktanks liefern. Beide Wasserstofferzeuger werden eine Produktionskapazität von 30 Nm³/h haben.
Brennstoffzellenfahrzeuge mit einer Zulassung für den Betrieb innerhalb der Stadt durch das Verkehrsministerium können an dem Demonstrationsbetrieb teilnehmen.
Wie einer Präsentation durch Iwatani International Corp. auf der 13. Welt-Wasserstoff-Energie-Konferenz vom 12.-15. Juni 2000 in Peking, China, zu entnehmen ist, sind die weiteren Projektpartner: Iwatani International, Japan Metals & Chemicals, Iwatani Gases, Nippon Sanso, Mitsubushi Heavy Industries und Japan Steelsworks
Wie Calstart News Notes am 15. April berichtete plant die japanische Regierung, Betankungseinrichtungen bis zum fiskalischen Jahr 2002 zu standardisieren, um die Entwicklung verschiedener, inkompatibler Systeme zu verhindern. Auf eine Anfrage nach Informationen über ihre Prototyp-Brennstoffzellenfahrzeuge sollen Automobilhersteller wie DaimlerChrysler und General Motors bereits Informationen an das japanische Ministry of International Trade and Industry weitergeleitet haben.
MA
Die OPEC und die Brennstoffzelle
DWV, 18.07.00: Der ehemalige saudi-arabische Ölminister Achmed Jamani hat sich in einem Interview mit dem Sunday Telegraph vom 25. Juni zu den Auswirkungen geäußert, die der Trend zu erneuerbaren Energien, Brennstoffzellen und Wasserstoff auf die Öl produzierenden Länder haben wird. Jamani war von 1962 bis 1986 im Amt und war ab 1973 die treibende Kraft der OPEC-Preispolitik, die die Weltwirtschaft nachhaltig veränderte.
Während er für die nahe Zukunft kein Sinken der Ölpreise sieht, erwartet er in etwa fünf Jahren einen deutlichen Rückgang und schließlich einen Zusammenbruch des Marktes. Gründe seien einerseits bedeutende neue Funde und Fortschritte bei der Fördertechnik, andererseits neue Technologien, die die Nachfrage senken. Darunter nannte er Hybridantriebe und andere Verfahren zur Verbrauchsminderung, aber besonders die Brennstoffzelle, die einen scharfen Einschnitt mit sich bringen werde. "Das kommt noch vor dem Ende des Jahrzehnts und wird den Benzinverbrauch um fast 100 % senken. Stellen Sie sich ein Land wie die USA vor, das größte Verbraucherland, wo Benzin mehr als 50 % des Verbrauchs ausmacht. Wenn das wegfällt, was passiert dann?" Für Saudi-Arabien sieht er jedenfalls "ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten" voraus. "In dreißig Jahren wird es riesige Mengen an Öl geben nur keine Käufer. In dreißig Jahren wird es keine Ölprobleme mehr geben. Das Öl wird in der Erde gelassen werden. Die Steinzeit endete nicht, weil wir keine Steine mehr hatten, und die Ölzeit wird nicht enden, weil uns das Öl fehlt."
Schon seit längerer Zeit investieren verschiedene Länder, deren Wirtschaft heute vom Ölexport dominiert wird, in erneuerbare Energien. Das Motiv dafür war bisher hauptsächlich die absehbare Erschöpfung der Vorräte. Saudi-Arabien hat dabei noch die wenigsten Sorgen, führte aber mit deutschen Partnern über eine Reihe von Jahren das Projekt "Hysolar" durch, in dem die Nutzung von Sonnenenergie und Wasserstoff untersucht wurde. Russland, dessen Lage in diesem Punkt besonders kritisch ist, arbeitet mit deutschen und anderen europäischen Firmen an der Einführung von Wasserstoff bzw. Erdgas als Treibstoff in den Luftverkehr (Projekt "Cryoplane"). Die von Jamani angeführten Entwicklungen dürften zur Beschleunigung dieses Trends beitragen.
DWV
Demonstrationsprojekt mit Brennstoffzellen-Bussen in Vancouver erfolgreich beendet
DWV, 18.07.00: Das Demonstrationsprojekt in Vancouver, in dem die Verkehrsbetriebe zwei Jahre lang drei Brennstoffzellenbusse im Linienverkehr einsetzten, ist Anfang Juli erfolgreich beendet worden (HyWeb, 14.12.98). Bei dem Schwesterprojekt in Chicago war dies schon im März geschehen (HyWeb, 30.03.00). Während die Busse weitgehend gleich waren, bestand der Unterschied in der Art der Tankstelle. In Chicago wurden die Tanks mit Wasserstoffgas, das durch Verdampfung aus der flüssigen Phase gewonnen wurde, innerhalb einer halben Stunde betankt. In Vancouver besorgte das eine von der Firma Stuart Energy hergestellte Einheit mit einem Elektrolyseur über Nacht.
Wie schon in Chicago waren alle Beteiligten sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Die Busse liefen 67.000 km und beförderten 110.000 Passagiere ohne Zwischenfälle. Ballard und XCELLSIS planen jetzt schon für die nächsten Projekte, die in Kalifornien durchgeführt werden. Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden 25 Busse ausgeliefert werden, zunächst nach Palm Springs und Oakland.
DWV
IFC tritt der California Partnership bei
DWV, 18.07.20: Der Brennstoffzellenhersteller International Fuel Cells (IFC) ist der California Fuel Cell Partnership beigetreten. IFC, eine Tochter der United Technologies Corporation, ist seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Brennstoffzellen aktiv, zunächst als Lieferant für die NASA, dann in Verbindung mit den ONSI-Blockheizkraftwerken. Das Unternehmen will auch in den mobilen Markt und arbeitet dabei mit BMW zusammen sowie mit dem koreanischen Autohersteller Hyundai. Letztere Firma ist der California Fuel Cell Partnership kürzlich ebenfalls beigetreten (HyWeb, 19.06.00).
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DWV, 18.07.00: Ein schwerer Unfall ereignete sich am 6. Juli an einer Erdgastankstelle in Recklinghausen. Auslöser war ein Fahrzeug, das für den Flüssiggasbetrieb umgerüstet worden war ("Flüssiggas": Propan/Butan-Mischungen, bei Umgebungstemperatur unter Druck verflüssigt, Druck im Behälter maximal 30 bar). Der Halter tankte dieses Fahrzeug mit Erdgas auf (Tankdruck 200 bar). Während die Anschlüsse eigentlich so verschieden sind, dass das ausgeschlossen ist, hatte der Halter, ein KFZ-Meister, aus nicht geklärten Gründen einen Erdgasfüllstutzen an das Tankrohr montiert. Beim Füllen barst zwangsläufig der Tank. Der Fahrzeughalter kam uns Leben, außerdem wurden eine Angestellte der Tankstelle schwer und vier weitere Personen leicht verletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden.
Zu einem ähnlich gelagerten Vorfall mit zwei Verletzten war es am 8. Februar im badischen Emmendingen gekommen. Hier könnten zwar Sprachschwierigkeiten eine Rolle gespielt haben, weil das betreffende Fahrzeug aus Lettland kam, doch auch in diesem Fall war der Tankstutzen so verändert worden, dass er für Erdgas passte.
Im Hinblick auf die Einführung von Wasserstoff als Treibstoff ist es unbedingt erforderlich, dass sich die Beteiligten auf einheitliche Tankanschlüsse einigen. Dabei muss neben der einfachen Handhabung und der Dichtheit auch die Unverwechselbarkeit mit den Einrichtungen für andere Treibstoffe beachtet werden. Manipulationen wie im Fall von Recklinghausen können natürlich durch technische Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden.
DWV