HyWeb-Gazette

Der Newsletter von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST) und dem Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV) · 2. Quartal 2007 · 11. Jahrgang
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Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH

Reinhold Wurster: LBST Wasserstoff-Experte seit 1983 Werbung


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f-cell award: Ausschreibung 2007 (29.06.2007)

EHA veröffentlicht englische Fassung der Brochüre "Woher kommt der Wasserstoff?" (05.04.2007)

LBST-Analyse: Energy Watch Group veröffentlicht Bericht über Kohleressourcen und -Förderung weltweit (2007-04-13)

TOTAL eröffnet öffentliche Wasserstofftankstelle in München (05.04.2007)

Griechenland startet Entwicklung von Brennstoffzellenbussen (03.04.2007)

 

 

 

f-cell award 2007: Invitation for application
Logo f-cell award  HyWeb, 29.06.2007: Zum nunmehr siebten Mal schreibt die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart europaweit den Innovationspreis Brennstoffzelle – f-cell award 2007 – aus. Bewerbungen hierfür können noch bis zum 13. Juli 2007 eingereicht werden. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des f-cell Symposiums, 24.-25. September 2007 in Stuttgart. Der f-cell award ist mit Preisgeldern bis zu 25.000 EUR dotiert.

Dank der Nähe zum diesjährigen Grove Fuel Cell Symposium (London, 25.-27. September), konnte in Abstimmung mit den Grove-Organisatoren eine Reihe internationaler Redner gewonnen werden. Bereits zugesagt haben John Tak, Präsident und Geschäftsführer des kanadischen Brennstoffzellen-Verbandes H2FCC, der einen Überblick über den nordamerikanischen Markt geben wird. Alison Setton, ebenfalls vom H2FCC, berichtet über den im Aufbau befindlichen Hydrogen Highway, der von Whistler bei Vancouver, dem Austragungsort der olympischen Winterspiele 2010, bis ins kalifornische San Diego reichen wird. Akiteru Maruta von Technova Incorporated in Tokio wird über den japanischen Brennstoffzellenmarkt referieren und dabei besonders auf die mobilen Anwendungen eingehen.

Links:

:: f-cell award: www.f-cell.de/award/
:: f-cell symposium: www.f-cell.de/de/symposium.php

PS

 

 

EHA veröffentlicht englische Fassung der Brochüre "Woher kommt der Wasserstoff?"

Cover "Where will the Energy for Hydrogen Production come from? – Status and Alternatives"

HyWeb, 25.04.2007: Der Europäische Wasserstoff-Verband EHA hat eben eine englische Übersetzung der DWV-Broschüre "Woher kommt der Wasserstoff?" veröffentlicht (siehe hierzu auch HyWeb-Archiv 4/2007). Die bereits in deutschen Kreisen begonnene Diskussion über das Papier der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik kann nun auf internationaler Ebene fortgeführt werden.

Titel der Brochüre: "Where will the Energy for Hydrogen Production come from? – Status and Alternatives"; Herausgeber: European Hydrogen Association (EHA); Erstauftraggeber: Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV); Autoren: J. Schindler, R. Wurster, M. Zerta, V. Blandow and W. Zittel, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST); Brussels, Belgium, 2007

Download:

· englische Fassung [pdf, 3.4 MB]
· deutsche Fassung [pdf, 3.5 MB]

Links: www.h2euro.org, www.dwv-info.de

PS

 

 

LBST Analysis

Energy Watch Group veröffentlicht Bericht über Kohleressourcen und -förderung weltweit

HyWeb, 16.04.2007: Ende 2006 veröffentlichte die Energy Watch Group (EWG) einen Bericht über Uranressourcen und Perspektiven der Kernenergie (siehe auch HyWeb-Archiv 4/2006). EWG-Mitglieder und verantwortliche Autoren dieses Berichts sind Dr. Werner Zittel und Jörg Schindler vom Strategie- und Technologie-Beratungsunternehmen Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH mit Firmensitz in Ottobrunn bei München. Die beiden Wissenschaftler haben nun in ihrer neuen Analyse die Kohleressourcen und die zukünftige Kohleförderung neu beleuchtet.

Hintergrund

Immer wenn über die zukünftige Verfügbarkeit fossiler Energievorräte diskutiert wird, wird wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass Kohlereserven auf der ganzen Welt im Überfluss vorhanden seien und auch ein immer weiter steigender Kohleverbrauch bis weit in die Zukunft sichergestellt sei. Manche bewerten dies als durchaus positiv, könnten dank Kohle doch die zur Neige gehenden Erdöl- und Erdgasvorkommen ersetzt werden. Andere sehen Horrorszenarien angesichts der katastrophalen Konsequenzen, die das für unser Weltklima haben könnte. Die Kernfrage allerdings, wie viel Kohle wirklich vorhanden ist, wird in den Diskussionen selten zur Sprache gebracht.

Datenqualität

Erste und zugleich mit wichtigste Schlussfolgerung aus den EWG-Recherchen ist, dass die Qualität der Daten über Kohlereserven und -ressourcen dürftig ist – sowohl national als auch weltweit gesehen. Leider gibt es keine objektive Methode, mit der man bestimmen könnte, wie (un-)zuverlässig die verfügbaren Daten tatsächlich sind. Einige Indizien deuten darauf hin, dass die Kohlereserven und -ressourcen in den Statistiken im Allgemeinen überschätzt werden. So wurden sowohl die Reserven als auch die Ressourcen in den letzten zwei Jahrzehnten überall auf der Welt immer wieder – mitunter sogar sehr drastisch – nach unten korrigiert.

Deutlichstes Beispiel für kommentarlose Änderungen von Statistiken ist die Herabstufung der nachgewiesenen deutschen Steinkohlereserven um 99 Prozent (!) von 23 Milliarden Tonnen auf 0.183 Milliarden Tonnen im Jahr 2004. Laut Weltenergierat wurden große Reserven, die früher als nachgewiesen galten, neu bewertet und nun als spekulativ eingeschätzt. Die ausführende deutsche Behörde hat hierzu keinerlei Erklärung veröffentlicht. So konnte die Herabstufung – trotz zu diesem Zeitpunkt intensiver öffentlicher Debatte über die Zukunft der Kohleförderung in Deutschland – weitgehend unbemerkt erfolgen. Auch die deutschen Braunkohlereserven wurden drastisch nach unten korrigiert, was insofern bemerkenswert ist, als Deutschland der größte Braunkohleförderer weltweit ist.

Polen hat seine Steinkohlereserven im Vergleich zu 1997 um 50%, seine Hartbraunkohle- und Weichbraunkohle-Reserven seit 1997 in zwei Schritten auf Null abgewertet.

In manchen Ländern wie z.B. in Vietnam wurden die nachgewiesenen Reserven seit 40 Jahren nicht mehr aktualisiert. Die Daten für China wurden zum letzten Mal 1992 aktualisiert, ungeachtet der Tatsache, dass ca. 20% der damals festgestellten Reserven seither gefördert wurden und weitere 1-2 Prozent in unkontrollierten Kohlefeuern verbrannten.

Nur Daten über Reserven sind von praktischer Relevanz, nicht Daten über Ressourcen

Die Logik, zwischen Reserven (= nachgewiesen und als förderwürdig definierte Mengen) und Ressourcen (zusätzliche, bereits entdeckte sowie noch zu entdeckende, angenommene oder spekulative Mengen) zu unterscheiden, besteht darin, dass Förderung und Erkundungsaktivitäten es im Laufe der Zeit erlauben, Teile der Ressourcen in Reserven umzuklassifizieren.

In der Praxis hat trotz steigender Kohlepreise eine solche Neueinstufung während der vergangenen zwei Jahrzehnten nur in zwei Fällen stattgefunden: in Indien (für Steinkohle von 12,6 Mio. Tonnen 1987 auf 90 Mio. Tonnen 2005) und in Australien (für Steinkohle von 29 Mio. Tonnen 1987 auf 38.6 Mio. Tonnen 2005). Alle anderen Länder haben ihre Steinkohlereserven im gleichen Zeitraum um zusammen 35% zurückgestuft. In der Summe aus Auf- und Abwertungen wurden die Steinkohlereserven weltweit um 15% niedriger eingestuft. Bezieht man noch die anderen Kohlequalitäten von Anthrazit bis Braunkohle in die Überlegungen mit ein, ergibt sich weltweit ein vergleichbares Bild: Überall, wo es Veränderungen gab, wurden die Reservenangaben herabgesetzt. Die kumulierte Kohleförderung in diesem Zeitraum ist klein im Vergleich zur Zurückstufung und kann daher keine Erklärung hierfür sein. Bei den weltweiten Ressourceneinschätzungen ist der Trend sogar noch deutlicher: Die Einschätzung der weltweiten Kohleressourcen sank von 1980 bis 2005 in mehreren Schritten um insgesamt 50%.

In der Praxis sind also Ressourcen nicht in Reserven umgewandelt worden, womit sich die Ressourcenabschätzungen als irrelevant herausgestellt haben.

Wenige Länder dominieren weltweit den Kohlesektor

85% der weltweiten Kohlereserven sind in sechs Ländern konzentriert (in absteigender Reihenfolge): USA, Russland, Indien, China, Australien, Südafrika. Die USA alleine verfügen über 30% der Reserven.

Die Kohlenutzung erfolgt vorwiegend im Förderland, nur 15% der Fördermengen werden exportiert. Fast 40% aller Kohleexporte weltweit stammen aus Australien. Nur wenige andere Länder exportieren Kohle in nennenswertem Umfang.

Größter

Zweitgrößter

Drittgrößter

Viertgrößter

Anteil der Top 6

Reserven 2005

USA
120 Btoe

Russland
69 Btoe

Indien
61 Btoe

China
59 Btoe

85%

Förderung 2005

China
1.108 Mtoe/a

USA
576 Mtoe/a

Australien
202 Mtoe/a

Indien
200 Mtoe/a

> 80%

Netto Export 2005

Australien
150 Mtoe/a

Indonesien
60 Mtoe/a

Südafrika
47 Mtoe/a

Kolumbien
36 Mtoe/a

85%

USA über Fördermaximum, Chinas Reserven sinken am schnellsten

Als zweitgrößter Produzent der Welt hat die USA ihr Fördermaximum bei der Produktion hochwertiger Kohle bereits 1990 erreicht. Entsprechend der genannten Reserven hat die Förderung von Hartbraunkohle diesen Rückgang mehr als kompensiert – eine Entwicklung, die noch weitere 10 bis 15 Jahre aufrechterhalten werden kann. Zieht man andererseits den niedrigeren Energiegehalt von Hartbraunkohle in Betracht, so hat die US Kohleförderung ihr Fördermaximum bereits vor 5 Jahren erreicht. Es ist nicht klar, ob dieser Trend noch einmal umgekehrt werden kann, denn auch die Produktivität pro Bergarbeiter nimmt seit 2000 immer mehr ab.

Der schnellste Abbau von Kohle weltweit findet in China statt, das pro Jahr 1,9 % seiner Reserven fördert.

Weltweites Fördermaximum für Kohle um 2025 bei 30 Prozent über der gegenwärtigen Produktion – im besten Fall

Obwohl die Qualität der Daten über Kohlereserven sehr dürftig ist, kann deren Analyse durchaus sinnvoll sein. Wie die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die verfügbaren Statistiken tendenziell Höchstwerte darstellen, so dass Abschätzungen über zukünftige Produktionsprofile eher eine obere Grenze möglicher zukünftiger Entwicklungen darstellen.

Basierend auf einer detaillierten Länderanalyse fasst das folgende Diagramm die vergangene und zukünftige weltweite Kohleförderung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Energieinhalte zusammen. Diese Analyse zeigt, dass die Kohleförderung –  angetrieben vor allem durch Australien, China, den Staaten der ehemaligen Sowjetunion (Russland, Ukraine, Kazakhstan) und Südafrika – weltweit in den nächsten 10 bis 15 Jahren noch um ca. 30 Prozent ansteigen kann. Die Förderung wird sich dann auf diesem Niveau einpendeln und anschließend sinken. Das mögliche Förderungswachstum bis ca. 2020 läuft parallel zu den zwei Bedarfsszenarien der Internationalen Energie Agentur (IEA) in ihrem „World Energy Outlook 2006“. Hervorzuheben ist, dass die skizzierte Entwicklung über 2020 hinaus nur mit dem IEA Alternative Policy Scenario zu vereinbaren ist, in dem die Kohleförderung von klimapolitischen Maßnahmen eingeschränkt wird, während das IEA Referenzszenario von weiterhin steigendem Kohleverbrauch (und steigender Kohleförderung) bis mindestens 2030 ausgeht. Wie diese Analyse zeigt, wird vermutlich jedoch genau dies aufgrund begrenzter Reserven nicht möglich sein.

World coal production (EWG/LBST 2007)

An dieser Stelle sei nochmals nachdrückliche darauf hingewiesen, dass diese Analyse eine obere Grenze zukünftiger Kohleförderung darstellt, die der bestmöglichen Einschätzung der Autoren entspricht. Klimapolitische Maßnahmen und andere Einschränkungen wurden dabei nicht mit in Betracht gezogen.

Download (englisch): Energy Watch Group (EWG), "COAL: RESOURCES AND FUTURE PRODUCTION. Background paper prepared by the Energy Watch Group", EWG-Series No 1/2007, March 2007 [pdf, 630 kB]

Link: EnergyWatchGroup.org

PS/SG

 

TOTAL eröffnet öffentliche Wasserstofftankstelle in München
HyWeb, 05.04.2007: In Kooperation mit BMW eröffnete der Energiekonzern TOTAL am 26. März 2007 die erste öffentliche Tankstelle für Wasserstoff in der Stadt München. Beliefert wird die Tankstelle, an der auch konventionelle Kraftstoffe getankt werden können, mit flüssigem Wasserstoff von der Linde AG, die auch die Tanktechnik entwickelt hat. Erstmalig wird der flüssige Wasserstoff in einem unterirdischen Tank gelagert. Die Tankstelle ist sowohl für die Betankung von Pkw's als auch für die Betankung von Bussen mit flüssigem Wasserstoff ausgelegt. Eine Nachrüstung für die Betankung von gasförmigem Wasserstoff ist möglich.

Opening TOTAL H2 refuelling station, Detmoldstrasse, Munich, Germany
Von links nach rechts: Herren Monatzeder, Scheuerer and Mallet (Bild: LBST)

Bereits im Oktober 2006 eröffnete Linde eine LH2-/CGH2-Tankstelle in Lohhof nahe München. Das bis dato einzige Wasserstoff-Tankstellenprojekt im Großraum München und weltweiter Pionier, H2argemuc auf dem Münchner Flughafen, endete Anfang 2007. Eine weitere Wasserstoff-Tankstelle für Forschungszwecke befindet sich auf dem Gelände der Firma ET in Brunnthal nahe München. Siehe hierzu auch H2stations.org.

TOTAL H2 refuelling station, Detmoldstrasse, Munich, Germany
Bild: TOTAL
TOTAL H2 refuelling station, Detmoldstrasse, Munich, Germany
Bild: LBST

TOTAL und BMW kooperieren seit Anfang 2006 im Bereich Wasserstoff. In diesem Rahmen wird TOTAL drei Wasserstofftankstellen für einen Teil der Hydrogen 7 Flotte von BMW bauen und betreiben. Die Münchener Tankstelle ist die zweite TOTAL-Wasserstofftankstelle nach Berlin, die dritte wird in einer anderen europäischen Hauptstadt bis Ende dieses Jahres errichtet.

PS

 

 

Griechenland startet Entwicklung von Brennstoffzellenbussen
HyWeb, 03.04.2007: In Griechenland fiel im März der Startschuss für ein eigenes Brennstoffzellenbus-Projekt für den öffentlichen Nahverkehr. Anlass war die offizielle Übergabe eines Vierzigsitzer-Busses durch den griechischen Verkehrsminister Michalis Liapis an die Wissenschaftler der Technischen Universität in Athen. Diese werden den Bus mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen ausstatten. Das Projekt ist auf etwa ein Jahr angelegt. Anschließend geht der Bus für 12 Monate in den Testbetrieb in Athen. Wenn in der Testperiode alles gut verläuft, so geht man davon aus, dass das Verkehrsministerium den Einsatz weiterer Busse forcieren wird.

PS/SG

 

 


Interessante Webseiten

www.H2Mobility.org
Alle H2/BZ-Fahrzeuge, -Flugzeuge, -Schiffe, -Züge, ...

www.H2Stations.org
Alle Wasserstoff-Tankstellen weltweit

www.infotools.HFPeurope.org
Datenbanken zu H2/BZ-Projekten, Centres of Excellence etc.

www.Innovation-Brennstoffzelle.de
Allgemeine Informationen zu den Themen Energie, Wasserstoff und Brennstoffzellen.
(Website von Vattenfall, realisiert von HyWeb)

www.H2Data.de
Grundlegende Wasserstoff-Daten

www.Energiekrise.de
Informationen zu fossilen Energiereserven

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