HyWeb - Gazette
Der Newsletter von HyWeb und dem Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV) · 2. Quartal 2000 4. Jahrgang ã L-B-Systemtechnik GmbH
Journalisten fahren Opels HydroGen1 Brennstoffzellenauto (19.06.00)
Hyundai schließt sich California Fuel Cell Partnership an (19.06.00)
Marktchancen für Schmelzkarbonatzellen (19.06.00)
China und Italien arbeiten zusammen am Wasserstoff (19.06.00)
Neuer Reformer erzeugt Wasserstoff aus Erdgas oder Flüssiggas (19.06.00)
RWE setzt auf Brennstoffzellen (06.06.00)
Bayernwerk wird Brennstoffzellenanlage zur Kraft-Wärme-Kopplung testen (06.06.00)
Ballard liefert 250 kW Brennstoffzellen-BHKW nach Berlin (06.06.00)
Erstes kommerzielles Brennstoffzellen-BHKW wird in Großbritannien installiert (06.06.00)
Europäische Union fördert Brennstoffzellenauto-Entwicklung (06.06.00)
Flüssigwasserstoff-Transporter beschädigt (05.06.00)
General Motors sieht Wasserstoff-Wirtschaft (29.05.00)
BP Amoco beschreibt Entstehung einer bedeutenden 'Gas-Wirtschaft' (29.05.00)
Shell will Wasserstoff an die Tankstelle bringen (29.05.00)
Grüne Bundestagsabgeordnete fordern das Solar-Wasserstoff-Auto (29.05.00)
Studie über den Markteintritt von Brennstoffzellenautos (29.05.00)
BMW läutet mit Clean Energy Projekt das Wasserstoff-Zeitalter ein (16.05.00)
Miniatur-Brennstoffzelle von der Case Western Reserve University (16.05.00)
Renault arbeitet mit BMW und Delphi an der Festoxidzelle als Ersatz für die Autobatterie (16.05.00)
Texaco übernimmt einen 20%-Anteil an ECD (16.05.00)
Al Gore: Verbrennungsmotor abschaffen (16.05.00)
Tag der Brennstoffzelle großer Erfolg -- 8 Fahrzeuge ausgestellt -- zwei Weltpremieren (09.05.00)
Projektführer Deutsche Wasserstoffprojekte im Internet (18.04.00)
General Hydrogen von Geoffrey Ballard gegründet (18.04.00)
ZeTek Power kündigt Produktionsanlage für alkalische Brennstoffzellen in Köln an (18.04.00)
Epyx und De Nora Fuel Cells gehen in gemeinsamer Firma Nuvera auf (14.04.00)
DaimlerChrysler bietet erste Brennstoffzellenbusse an (14.04.00)
Heliocentris präsentiert tragbare Stromversorgung mit Brennstoffzelle (14.04.00)
Wasserstoff und Brennstoffzellen auf Hannover Messe etabliert (14.04.00)
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"Ich bin kein Feind der Ökosteuer, wir können damit leben. [ ] Sehr hohe Kosten für Treibstoffe können auch eine Quelle für Innovation sein."
Werner Pollmann, Umweltbevollmächtigter von DaimlerChrysler, in Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.00
Journalisten fahren Opels HydroGen1 Brennstoffzellenauto
HyWeb, 19.06.00: In einer für internationale Journalisten organisierten Veranstaltung in Brüssel hat Opel HydroGen1 vorgestellt, das Brennstoffzellenauto auf der Basis des Zafira mit Flüssigwasserstoff-Speicherung im Fahrzeug. Das Auto, das auf dem Genfer Automobilsalon im März erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde (HyWeb, 01.03.00), damals aber nicht fuhr, wurde von den Journalisten gefahren und getestet.
Das Fahrzeug zeigte ausgezeichnete Fahreigenschaften und wurde von den Fahrern allgemein gelobt. Die Betankung mit Flüssigwasserstoff wurde manuell an einer transportablen Befüllanlage durchgeführt, die aus einem Flüssigwasserstofftank und einem Füllsystem mit Schläuchen, Füllkupplung, Ventilen etc. besteht. Der Wasserstoff wurde aus Deutschland geliefert.
Foto: Opel
Opel kündigte HydroGen1 als Pacecar des olympischen Marathons in Sydney diesen Sommer an.
Dr. Erhard Schubert, Co-Direktor des Global Alternative Propulsion Center (GAPC) von General Motors (GM) und Opel, hob aus seiner Sicht die folgenden fünf strategischen Schlüsselaussagen hervor:
- Wasserstoff ist der Kraftstoff der Zukunft, die Brennstoffzelle ist der Antriebsstrang der Zukunft.
- Die Entwicklung eines geeigneten Wasserstoffspeichers für das Fahrzeug ist die Schlüsselherausforderung in der Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen.
- Eine Wasserstoff-Infrastruktur existiert bisher nicht. Daher arbeiten GM und Opel auf diesem Gebiet eng mit Firmen der Auto- und Mineralölwirtschaft zusammen.
- GM und Opel sehen die Benzinreformierung zu Wasserstoff im Auto als Übergangsstrategie auf dem Weg zu einer Wasserstoffwirtschaft, solange die Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge noch nicht aufgebaut ist.
- Informationsvermittlung, Bildung und Erziehung sind von höchster Bedeutung. Dies gilt sowohl für Wasserstoff als auch für Brennstoffzellen.
MA
Hyundai schließt sich California Fuel Cell Partnership an
DWV/HyWeb, 19.06.00: Die Süd-Koreanische Hyundai Motor Co Ltd (HyWeb, 17.03.00) hat sich der California Fuel Cell Partnership (www.drivingthefuture.org) (HyWeb, 07.03.00) angeschlossen, wie Reuters am 8. Juni berichtet.
Um sich einen Platz in der Partnerschaft zu sichern, hat Hyundai im April ein 40 Millionen US-$ Abkommen mit International Fuel Cells (IFC) abgeschlossen. Hyundai und IFC werden in der Entwicklung von Brennstoffzellenfahrzeugen zusammenarbeiten, die Wasserstoff, Benzin und Methanol nutzen. Der erste Brennstoffzellen-Prototyp, der einen Wasserstofftank haben wird, soll gegen Ende des Jahres für Tests bereit sein. Prototypen auf Benzin- bzw. Methanolbasis sollen vor 2003 fertig sein.
Hyundai und IFC haben den Bau von zwei bis vier Geländewagen mit PEM-Brennstoffzelle und Wasserstofftank vereinbart. Die Zelle soll 75 kW liefern, so dass das Auto die Fahrleistungen des Standardmodells übertreffen wird. Wie verlautet, betreibt Hyundai die Entwicklung dieser Technologie mit großem Nachdruck. In dem relativ kleinen Unternehmen spiele das Thema eine größere Rolle als bei den großen Konkurrenten.
Diese Kooperation in der von DaimlerChrysler geführten Partnerschaft hat zu Spekulationen geführt über eine engere Zusammenarbeit der zwei Firmen sowohl im Brennstoffzellen- als auch im konventionallen Bereich.
DWV/MA
Marktchancen für Schmelzkarbonatzellen
DWV, 19.06.00: Fünf Studenten des Studiengangs "Technik-Management" an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten haben die Marktchancen für die Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle nach dem Prinzip "Hot Module" von MTU bei den Betrieben in der Region Bodensee-Oberschwaben untersucht. Die Ergebnisse waren vielversprechend. Das Spektrum der potentiellen Kunden reicht von Gartenbaubetrieben über Krankenhäuser, holzverarbeitende Betriebe und die Pharma-Industrie bis hin zu Brauereien und anderen Betrieben der Lebensmittelindustrie. "Wäre die Technologie schon serienreif, würde ich sie sofort einsetzen", meinte der Inhaber eines Gartenbau-Betriebs. Mit der Wärme könnte er seine Gewächshäuser im Winter beheizen. Den Strom würde er ins Netz einspeisen und die Vergütung kassieren. Bei den Technischen Werken Friedrichshafen sieht man gute Einsatzmöglichkeiten für das Städtische Krankenhaus. Entscheidend für die Akzeptanz des "Hot Module" beim Kunden, ergab die Studie, sind vor allem die Anschaffungskosten. "Die werden durch eine zukünftige Serienproduktion wettbewerbsfähig", ist MTU-Spezialist Peter Berger überzeugt.
(Südkurier, Konstanz, 11. Juni 2000)
DWV
China und Italien arbeiten zusammen am Wasserstoff
DWV, 19.06.00: China und Italien wollen eng dabei zusammen arbeiten, Wasserstoff als neuen sauberen Energieträger zu verwenden. Wie die Zeitung "China Daily" meldet, wurde auf einem Workshop in Peking am 9. Juni beschlossen, dass ein entsprechendes Memorandum of Understanding unterzeichnet werden soll. Auf der Tagung hatten etwa 80 Experten aus beiden Ländern über Erzeugung, Lagerung und Verwendung von Wasserstoff gesprochen. Die italienische Delegation wurde von Physik-Nobelpreisträger Carlo Rubbia in seiner Funktion als Vorsitzender der ENEA (Ente per le nuove technologie, l'energia e l'ambiente) angeführt. Er wurde auch von Vize-Premierminister Li Lanqing empfangen.
Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit soll die Gewinnung von Wasserstoff aus Kohle sein. China verfügt über sehr viel Kohle, im Gegensatz zu Öl, doch seine Umwelt leidet erheblich unter der Folgen von deren Verbrennung (saurer Regen, Luftverschmutzung). Ma Songde, Vizeminister für Wissenschaft und Technologie, bezeichnete die Wasserstofftechnologie als Hilfe bei dem Versuch, wirtschaftliches Wachstum und Umweltschutz auf einen Nenner zu bringen.
Wie von Teilnehmern der Weltwasserstoffkonferenz WHEC XIII berichtet wird, schlug die Nachricht bei den Delegierten "wie eine Bombe ein". Carlo Rubbia hielt auch die Eröffnungsrede zu dieser Konferenz und beschrieb dabei ausführlich die italienische Politik zu Wasserstoff und Brennstoffzellen.
DWV
Neuer Reformer erzeugt Wasserstoff aus Erdgas oder Flüssiggas
DWV, 19.06.00: Der Katalysatorhersteller Johnson Matthey hat einen neuen "Dual Fuel"-Prozessor vorgeführt, der sowohl Erdgas als auch Flüssiggas (Propan/Butan-Mischungen) in Wasserstoff und den Rest aufspalten kann. Er verarbeitet beides gleich gut und kann jederzeit umgeschaltet werden.
Das Unternehmen rechnet damit, dass die städtischen Brennstoffzellenanwender sich weitgehend auf Erdgas stützen werden, was in ländlichen Gebieten aber auch nicht immer zur Verfügung steht. Daher könne man sich nicht nur auf einen Brennstoff konzentrieren. Die Entwicklung sei wesentlich billiger als die von zwei separaten Reformern.
DWV
RWE setzt auf Brennstoffzellen
HyWeb, 06.06.00: Nach einer Meldung der Süddeutschen Zeitung vom 29. Mai, die sich auf die Berliner Zeitung beruft, strebt der Essener RWE-Konzern eine radikale Änderung seiner Stromerzeugungsstrukturen an. Nach Angaben von Führungskreisen des Konzern soll ab dem Jahr 2004 mit dem flächendeckenden Vertrieb gasbetriebener Brennstoffzellen zur Strom- und Wärmeversorgung privater Haushalte begonnen werden.
RWE wolle den Kunden dabei die Finanzierung, den Betrieb und die Wartung der Anlagen anbieten. Nach internen RWE-Kalkulationen könne der mit Brennstoffzellen erzeugte Strom bereits mittelfristig bis zu 14% des bisherigen RWE-Stromabsatzes erreichen. Das entspreche der Strommenge, die RWE derzeit in eigenen Atomkraftwerken erzeuge.
MA
Bayernwerk wird Brennstoffzellenanlage zur Kraft-Wärme-Kopplung testen
HyWeb, 06.06.00: Das Bayernwerk plant die Errichtung einer Brennstoffzellenanlage zur Kraft-Wärme-Kopplung im Technologie-Pavillion des Bauzentrums der Messe München in Poing.
Das vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie geförderte Projekt hat eine Laufzeit von Anfang 2000 bis Ende 2002. Die Lieferung der Anlage ist für Anfang 2001 vorgesehen. Der zweijährige Betrieb wird wissenschaftlich begleitet, um eine sichere Basis für die technische Beurteilung und die Weiterentwicklung zum Produkt zu legen.
Lieferant der Gesamtanlage ist das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme in Freiburg. Der PEM-Brennstoffzellenblock wird von Siemens geliefert. Die Anlage wird eine Leistung von 3,3 kW elektrisch und 4,5 kW thermisch besitzen.
MA
Ballard liefert 250 kW Brennstoffzellen-BHKW nach Berlin
HyWeb, 06.06.00: Am 26. April gab Ballard Power Systems bekannt, dass die Tochterfirma Ballard Generation Systems das zweite 250 kW Brennstoffzellen-System für Feldtests durch die Schwesterfirma Alstom Ballard ausgeliefert hat. Die Brennstoffzellenanlage ist ein gemeinsames Projekt der Stromversorger Bewag (Berlin), EdF (Paris, Frankreich), PreussenElektra (Hannover), VEAG (Berlin) und HEW (Hamburg) (HyWeb, 07.08.98).
Das Projekt wird von einem 'Innovationspark Brennstoffzelle' begleitet, der am 19. Juni 2000 eröffnet wird. Den Besuchern wird die Vision einer resourcenschonenden Energiewirtschaft der Zukunft eröffnet. Adresse: Heizwerk Treptow, Eichenstraße 4/ Ecke Puschkinallee, 12435 Berlin.
Die erste Einheit für Feldtests war am 30. September 1999 an Cinergy Technology Inc. ausgeliefert worden, um im vierten Quartal 1999 am Naval Surface Warfare Center, Crane, Indiana, USA installiert zu werden.
MA
Erstes kommerzielles Brennstoffzellen-BHKW wird in Großbritannien installiert
HyWeb, 06.06.00: Wie der News Review, eine vierteljährliche Publikation für die britische neue & erneuerbare Energieindustrie, herausgegeben von ETSU im Auftrag des Handels- und Industrieministeriums (Department of Trade and Industry), in seiner Mai-Ausgabe berichtet, wird Großbritanniens erste kommerzielle Brennstoffzellenanlage dieses Jahr in Woking Park errichtet. Die 200 kWe phosphorsaure Brennstoffzelle (PAFC) wird Strom, Wärme und Kälte für das Schwimmbad und Freizeitcenter Woking Leisure Centre liefern.
Das neue Brennstoffzellensystem soll zusammen mit einer Niedertemperatur-Absorptionskälteanlage und einer Photovoltaikanlage im Schwimmbadkomplex installiert werden. Es wird eine existierende und eine neue, konventionelle BHKW-Anlage ergänzen. Zusätzlich werden eine Hochtemperatur-Absorptionskälteanlage und ein Wärmespeicher im Freizeitcenter installiert.
MA
Europäische Union fördert Brennstoffzellenauto-Entwicklung
HyWeb, 06.06.00: Am 29. Mai hat EU-Forschungskommisar Philippe Busquin mehrere Brennstoffzellenfahrzeuge in Brüssel präsentiert: einen Pkw von DaimlerChrysler sowie zwei Busse von MAN und Scania. Busqin zeigte sich zuversichtlich, dass "wir sichtbare Fortschritte auf dem Weg zu einem Transportmittel machen, das den Komfort eines normalen Autos (oder Busses) mit völliger Emissionsfreiheit verbindet."
Die Europäische Kommission fördert die Brennstoffzellenentwicklung seit 1988. Das Budget hat sich von 8 Millionen Euro im Zweiten Rahmenprogramm (1988-1992) auf 54 Millionen Euro im Vierten Rahmenprogramm (1994-1998) gesteigert. Im gegenwärtig laufenden Fünften Rahmenprogramm (1998-2002) wurden bisher 28 millionen Euro allokiert.
Busquin forderte eine politische Entscheidung für die Versorgung und verteilung mit Wasserstoff (Tankstellennetz, Qualitätsstandards, Steueranreize). Er fuhr fort, der große Vorteil von Wasserstoff sei die Tatsache, dass er aus vielen verschiedenen Quellen hergestellt werden könne. Das gebe dem Energie/Wasserstoffversorger eine große Flexibilität, mache die Energieversorgung weniger Abhängig von einer einzigen Quelle und gebe nationalen, regionalen und kommunalen Regierungen die politische Wahl, wie nachhaltig ihre Energie- und Kraftstoffversorgung sein soll.
Die Brennstoffzellenfahrzeuge wurden in Brüssel im Rahmen einer von der Kommission organisierten Konferenz zu europäischer Brennstoffzellenforschung gezeigt. Von der folgenden Internet-Seite kann eine Übersicht über von der Europäischen Kommission geförderte Brennstoffzellenprojekte heruntergladen werden: http://www.cordis.lu/eesd/src/ev290500.htm.
MA
Flüssigwasserstoff-Transporter beschädigt
DWV, 05.06.00: Am 16. Mai geriet auf der A8 München-Stuttgart in der Nähe von Günzburg ein für Messer Griesheim fahrender Transporter mit etwa 1.200 kg (17 m3) flüssigem Wasserstoff wegen eines geplatzten Reifens ins Schleudern. Er kam an der Leitplanke zum Stehen, wobei der äußere Isoliermantel des doppelwandigen Behälters beschädigt wurde. Durch den Zusammenbruch des Isoliervakuums zwischen Außenbehälter und Innentank kam es zu einem Druckanstieg im Innentank, der über die Druckentlastungsleitung kontrolliert abgebaut wurde. Der Innentank blieb unversehrt, ebenso die Armaturen, so dass kein flüssiger Wasserstoff frei wurde. Fahrer und Beifahrer blieben unverletzt und beteiligten sich an den Sicherungsarbeiten; andere Fahrzeuge waren nicht beteiligt. Die Feuerwehr sperrte die Autobahn, während Fachleute von Messer Griesheim den Wasserstoff durch eine Spezialeinrichtung kontrolliert entweichen ließen. Eine Gefahr für die Umgebung entstand nicht, nur ein Verkehrsstau von 25 km Länge in beiden Richtungen.
DWV
"Die Umsetzung der Wasserstoffvision für eine umweltverträgliche Mobilität, die nicht mehr von einem endlichen, fossilen Primärenergieträger abhängt, wird deshalb nicht in wenigen Jahren möglich sein. Sie ist eine Aufgabe der nächsten Jahrzehnte und liegt in der Verantwortung von zwei Generationen. Doch jetzt müssen dafür die Weichen gestellt werden. Den Anfang muss diese Generation machen"
Rezzo Schlauch, Albert Schmidt und Michaele Hustedt, Mitglieder der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen des Deutschen Bundestages, in ihrem Positionspapier Autofahren mit Sonne und Wasser vom 26. Mai 2000
General Motors sieht Wasserstoff-Wirtschaft
HyWeb, 29.05.00: Was die Automobil- und Ölindustrie in den nächsten wenigen Jahren tut, wird dramatische Auswirkungen haben auf die Art der Fahrzeuge, die gefahren werden, und wie Menschen leben und arbeiten im 21. Jahrhundert, sagte General Motors Executive Director Robert Purcell Jr. auf dem National Petrochemical & Refiners Association's Annual Meeting, wie Octane Week in der Ausgabe vom 15. Mai berichtet.
"Die Weltbevölkerung steht bei 6 Milliarden und wird wahrscheinlich 9 Milliarden bis 2050 erreichen. Diese weiter steigende Bevölkerung wird verstärkt Druck auf die Resourcen unseres Planeten ausüben."
Schwefelarme und -freie Kraftstoffe sind das kurzfristige Ziel für die vielversprechendsten Systeme wie Magermixmotoren und Brennstoffzellen. Aber langfristig sieht GM ein völlig anderes Bild. "In der Tat ist unsere Langfristvision ist die einer Wasserstoffwirtschaft."
"Steigende Anteile an den Transport-Kraftstoffen werden aus erneuerbaren Quellen stammen, in dem Bemühen, Treibhausgase zu reduzieren."
Welche Transportktaftstoffe dominieren wird von den dominierenden Antriebssystemen abhängen, sagte Purcell. Nur der Markt kann entscheiden, welche das sein werden. GMs "gegenwärtig beste Gedanken" über die Kraftstoffe, die für Brennstoffzellenfahrzeuge notwendig sind, sind folgende: kurzfristig leichtes Naphtha aus Raffinerien und flüssige Kohlenwasserstoffe hergestellt aus Erdgas. Auch Methanol und, so wie sich die Produktions-, Speicher- und Vertriebssysteme entwickeln, Wasserstoff.
GM such aktiv die Zusammenarbeit mit den Ölfirmen. "Wir arbeiten derzeit mit BP Amoco zusammen bei der Entwicklung von fortschrittlichen Antriebs-Kraftstoff-Systemen. Und wir verhandeln über nicht-exklusive Beziehungen mit einer Reihe von Firmen, denn keine andere Industrie hat die Kraftstoffexpertise, die Ihre Industrie hat", sagte Purcell den Raffineriebetreibern auf der Konferenz.
MA
BP Amoco beschreibt Entstehung einer bedeutenden 'Gas-Wirtschaft'
HyWeb, 29.05.00: In einer Eröffnungsrede zur weltweit ersten online Energie-Konferenz und -Ausstellung (www.energyresource2000.com, 15. bis 26. Mai) hat Richard Flury, Chief Executive, BP Amoco Gas & Power, beschrieben, wie viele heute schon eingetretene Faktoren zu der Entwicklung einer hervorragenden 'Gas-Wirtschaft' in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts führen werden. Erdgas wird die dominierende Energiequelle zur Stromerzeugung sein, wichtigster Rohstoff für die chemische Industrie, und könnte auch Energieträger für den Verkehr werden. Zuerst als Druckerdgas und später als Energiequelle für Brennstoffzellenfahrzeuge. Kraftstoffe für Brennstoffzellenfahrzeuge könnten anfänglich sauberer Diesel und/oder Methanol sein, die aus Erdgas hergestellt werden. Später könnte Wasserstoff aus Erdgas hergestellt werden für die direkte Verwendung in Brennstoffzellenfahrzeugen.
Flury sieht Erdgas als die dringend benötigte 'Brücke in die regenerative Zukunft'. BP Amocos umfangreiche Investitionen in Solarenergie (BP Amoco ist weltgrößter Hersteller von Photovoltaikmodulen) zeige die Überzeugung in und das Engagement für diese Zukunft, so Flury weiter.
In einer Übergansgphase wird Erdgas die beste Quelle für Wasserstoff sein, um die Wasserstoff-Wirtschaft aufzubauen. Der Einsatz von Wasserstoff, oder seiner Abkömmlinge wie Methanol, habe die höchste bekannte Energieeffizienz über die gesamte Kette 'vom Bohrloch zum Rad', sagt Flury.
Sowohl zur stationären Stromerzeugung als auch in Transportanwendungen werden Brennstoffzellen wahrscheinlich schneller Realität werden als man denkt -- dezentrale Stromerzeugung geschehe schon, 'kommerzielle' Autos und Busse von vielen großen Fahrzeugherstellern würden um 2004 auf der Straße sein, schloss Flury.
MA
Shell will Wasserstoff an die Tankstelle bringen
HyWeb, 29.05.00: Shell-Vorstand und designiertes Aufsichtsratsmitglied Fritz Vahrenholt sagte im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Clean Energy Projekts von BMW (HyWeb, 16.05.00): "Wir werden Wasserstoff liefern, wenn der Bedarf da ist. [...] BMW und Shell denken in die gleiche Richtung". BMW-Entwicklungsvorstand Dr. Burkhard Göschel hatte auf der Veranstaltung den Wasserstoff-BMW 750hL "in einer der nächsten Preislisten" angekündigt: "Wir bei BMW fangen jetzt an, unser Auto ist technologisch reif, wir wollen in Serie gehen."
Vahrenholt prophezeite, bis 2020 seien 50% aller Neufahrzeuge und 20% des Fahrzeugbestands Wasserstoffautos. Dafür bräuchten Automobilhersteller und Energielieferanten allerdings auch die Politik im Boot: "Es wäre eine politische Großtat, wenn ein Teil der Ökosteuer in die Wasserstofftechnologie zurückfließt. Mit 1% der Ökosteuer könnten wir 400 Tankstellen umrüsten."
Im September 1999 hatte Shell seine Studie "Mehr Autos -- weniger Emissionen" vorgstellt. Darin werden zwei Szenarien für die Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen entwickelt: Szenario 'Neue Ordnung', das zu den von Vahrenholt genannten 20% Brennstoffzellenautos im Fahrzeugbestand 2020 bzw. 50% Neuzulassungen führt, sowie das Szenario "Kreative Vielfalt", das zu einer Marktdurchdringung von Brennstoffzellenfahrzeugen von 7% im Bestand 2020 führt. Kraftstoff der Wahl ist Wasserstoff, auch wenn verschiedene Probleme noch überwunden werden müssen. Die Studie kann unter www.deutsche-shell.de heruntergeladen werden (bei Publikationen, 1999 klicken).
MA
Grüne Bundestagsabgeordnete fordern das Solar-Wasserstoff-Auto
HyWeb, 29.05.00: Die Bundestagsabgeordneten von Bündis 90/ Die Grünen Rezzo Schlauch (Fraktionschef), Albert Schmidt (Verkehrssprecher) und Michaele Hustedt (Energiesprecherin) haben am 26. Mai neun Thesen "Autofahren mit Sonne und Wasser" vorgestellt. Darin fordern sie umweltfreundliche Autos und eine Alternative zum Erdöl, dessen Verknappung absehbar sei. Dafür gebe es nur zwei Möglichkeiten: Das mit Solarstrom betrieben Batterieauto oder das mit solarem Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen- bzw. Verbrennungsmotorauto. Das Wasserstoffauto mit Brennstoffzelle oder Verbrennungsmotor stelle die aussichtsreichere Variante dar, da die Batterieentwicklung nicht ausreichend vorankomme.
Die Industrie habe die Herausforderung des Aufbaus einer Wasserstoffinfrastruktur und der langfristigen Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energien längst aufgegriffen. "In der Industrie wird intensiv an der Wasserstofftechnologie gearbeitet. Es herrscht Aufbruchstimmung." Deshalb werde ein Energiekonsens von Politik und Wirtschaft für das Solarzeitalter benötigt, um diese Aufbruchstimmung zu unterstützen.
Die drei Abgeordneten fordern einen "Forschungsschwerpunkt Solarzeitalter" und den Aufbau einer neuen Infrastruktur. "Dazu gehören die Erforschung solarthermischer und photovoltaischer Stromerzeugung, die Weiterentwicklung der Elektrolyse zur Wasserstoffherstellung, die Gaserzeugung aus Biomasse als weitere relativ preisgünstige Quelle für Wasserstoff und die Erforschung der Techniken zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff. [...] Die Automobil- und Mineralölbranche muss zudem beim Aufbau einer neuen Infrastruktur für Wasserstoff unterstützt werden. [...] Ein Solarwasserstoffnetz kann und muss innerhalb eines Jahrzehnts stehen. Dann muß ein Teil der verkauften Neuwagen schon Wasserstoff tanken können. Die Politik muss bei der Entwicklung einer gemeinsamen, mit den europäischen Partnern abgestimmten Markteinführungsstrategie helfen."
In dem Positionspapier wird betont, dass unabhängig von der Entwicklung der Antriebstechnik und des Energieträgers Wasserstoff grüne Konzepte, zum Beispiel zur Verlagerung von Gütern auf Bahn und Binnenschiff, für den Ausbau des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs als attraktive Alternative oder die Stärkung dezentraler Strukturen, intensiv weiterverfolgt werden müssen, da das rasante Verkehrswachstum der letzten Jahrzehnte nicht beliebig ausdehnbar sei.
MA
Studie über den Markteintritt von Brennstoffzellenautos
DWV, 29.05.00: Autos mit Brennstoffzelle werden 2010 in den USA mit 608.000 Fahrzeugen einen Marktanteil von fast 4 % haben. Der Anteil könnte auf 7,6 % (1.215.000 Stück) steigen. 80 % davon werden eine PEM-Zelle haben. Schon 2003 oder 2004 wird es einige 10.000 geben. So lauten die Aussagen einer neuen Studie von Allied Business Intelligence. Der Autor Atakan Ozbek schließt: "Wir werden dramatische Veränderungen sehen, und das schneller als die meisten Leute glauben. Das wird zur schnellen Vermarktung im großen Maßstab führen." Die größte Herausforderung ist die Senkung der Kosten für die Massenproduktion. Zur Zeit hat keiner der Hersteller von Brennstoffzellen die Kapazität für die genannten Zahlen. Zum Ende des Jahrzehnts werden Brennstoffzellen aber preislich mit dem Verbrennungsmotor konkurrenzfähig sein. Nach den USA werden sie auch Japan und die EU erobern, besonders Deutschland. 2010 könnte es in Japan einen Marktanteil von 4,5 % geben, in Europa 3,7 %.
DWV
"Wir wollen uns bereits in den nächsten Monaten auf einen dieser Kraftstoffe verständigen [Erdgas, Methanol oder Wasserstoff, die Redaktion]. Damit steht uns eine kleine Revolution bevor. Ich halte bis zum Jahre 2010 einen Anteil bei den Neuzulassungen von zehn Prozent für möglich. [...] Unser Ziel ist dabei eine stärkere Unabhängigkeit vom Erdöl, die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe und eine deutliche Senkung von Schadstoffen in der gesamten Energiekette."
Reinhard Klimmt, Bundesverkehrsminister, Kölnische Rundschau, 03. Mai 2000
BMW läutet mit Clean Energy Projekt das Wasserstoff-Zeitalter ein
DWV, 16.05.00: Das Wasserstoff-Zeitalter kommt nicht mehr -- es hat schon begonnen. Das verkündete BMW am 11. Mai in Berlin und stellte seine 15 Fahrzeuge umfassende "Clean Energy"-Flotte mit dem Typennamen 750hL vor. Dabei wurden gleich zwei Premieren gefeiert:
- es handelt sich um die ersten (Klein-)Serienfahrzeuge der Welt mit Wasserstoffantrieb, und
- es handelt sich bei einigen davon um die ersten Serienfahrzeuge der Welt mit einer Brennstoffzelle -- freilich nicht unter der Motorhaube als Antrieb, sondern als Ersatz für die Batterie für die elektrische Versorgung des Fahrzeugs.
Die 15 Clean Energy Wasserstoff-Fahrzeuge von BMW vor dem Brandenburger Tor, Berlin. Foto: BMW
Die Limousinen werden während der gesamten Dauer der EXPO 2000 im Shuttle-Einsatz ihre Alltagstauglichkeit beweisen müssen. "Wir bringen den alternativen umweltfreundlichen Antrieb vom Labor in unsere Städte", so BMW-Entwicklungsvorstand Burkhard Göschel. "Wir setzen nicht auf das Drei-, das Zwei- oder das Einliter- Auto", sondern auf den völlig emissionsfreien Antrieb.
Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt stellte finanzielle Hilfen des Bundes in Aussicht, um möglichst günstige Bedingungen für die Durchsetzung dieser Technologie zu schaffen. Klimmt nannte die BMW-Technologieentwicklung ein "vorbildliches Beispiel" für die Versöhnung von Umwelt und Verkehr.
Die Münchener arbeiten seit über 20 Jahren an Wasserstoffautos und hätten sie längst in den Handel bringen können, wenn es eine Infrastruktur für den Treibstoff gäbe. Göschel dazu: "Unsere Vision ist es, dass bis zum 11. Mai des Jahres 2005 im Umfeld von Niederlassungen der BMW Group in Deutschland eine Wasserstoff-Tankstelle zur Verfügung steht." Dabei will BMW mit den Energieunternehmen zusammen arbeiten: "Bis zum Jahr 2010 sollte ein ausreichendes Netz von Wasserstoff-Tankstellen in ganz Europa vorhanden sein". Bis dorthin plant BMW bereits einige tausend Wasserstoffautos verkauft zu haben. Wenn die Tankstellen-Infrastruktur entsprechend ausgebaut worden sei, "kann ich mir vorstellen, dass im Jahr 2020 mindestens die Hälfte von Ihnen ein neues Fahrzeug mit Wasserstoff- Antrieb fahren wird." Dabei sollen die Preise sowohl für Fahrzeuge als auch für Wasserstoff denen konventioneller Autos und Kraftstoffe entsprechen.
Die 750hL leisten im Wasserstoffbetrieb 150 kW, beschleunigen in 9,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h. Mit dem 140 Liter fassenden Kryo-Tank hat der voll ausgestattete 7er eine Reichweite von 350 Kilometern. Dazu kommt die konventionelle Benzin-Kraftstoffversorgung, die mit Rücksicht auf die lückenhafte Versorgung mit Wasserstoff unverändert an Bord bleibt. Alle Autos sind per Datenfunk ständig mit dem Computer der Münchner Entwicklungswerkstatt verbunden. Dadurch ist es möglich, alle Systeme permanent zu überwachen und auf die kleinste Abweichung unmittelbar zu reagieren. "Die Werkstatt weiß damit vor dem Fahrer, wenn etwas nicht in Ordnung ist", erklärt Klaus Pehr, der für die Wasserstofffahrzeuge verantwortliche BMW-Ingenieur.
DWV
Miniatur-Brennstoffzelle von der Case Western Reserve University
DWV, 16.05.00: An der Case Western Reserve University (Ohio) ist ein Prototyp einer sehr kleinen Brennstoffzelle hergestellt worden, die noch dazu einfach und billig herzustellen ist. Während über die Leistung nichts verlautete, beträgt das Volumen ganze 5 mm3. Erreicht wurde das durch die Übernahme von Technologien aus der Halbleiterbranche: die Forscher drucken mehrere Lagen von Komponenten der Zelle auf ein Substrat und verringern so die Größe und die Kosten des Geräts. Der Prototyp läuft mit Wasserstoff aus einem Hydridspeicher. Eine Weiterentwicklung mit Methanol ist in Arbeit. Das US-Verteidigungsministerium fördert die Arbeiten mit 2,2 M$.
DWV
Renault arbeitet mit BMW und Delphi an der Festoxidzelle als Ersatz für die Autobatterie
DWV, 16.05.00: Renault ist jetzt mit BMW und Delphi Automotive Systems der Dritte im Bunde bei der Entwicklung einer Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC), die die herkömmliche Autobatterie ersetzen soll (HyWeb, 18.01.00, 20.05.99). Ein entsprechendes Memorandum of Understanding wurde am 2. Mai in Paris unterzeichnet; ein detaillierter Vertrag über die gemeinsame Entwicklung soll im Sommer folgen. Neu ist, dass dann auch Systeme für Diesel-PKW und -LKW gebaut werden sollen. Bisher ging es nur um Anlagen, die Benzin verwerten können. Die von Delphi entwickelten Vorrichtungen werden von BMW und Renault innerhalb der nächsten fünf Jahre in ihre jeweils eigenen Fahrzeuge eingebaut werden.
DWV
Texaco übernimmt einen 20%-Anteil an ECD
HyWeb, 16.05.00: Am 2. Mai haben Texaco und Energy Conversion Devices (ECD) die Übernahme eines 20%igen Aktienantiels an ECD durch Texaco für eine Summe von 67,3 Mio US-$ bekanntgegeben. Zusätzlich haben beide Firmen beschlossen, joint ventures für die Entwicklung und Kommerzialisierung von fortschrittlichen Energietechnologien, anfänglich im Bereich der ECD-Technologien Ovonic Metallhydrid-Speicher und der Ovonic umkehrbaren Brennstoffzelle (regenrative fuel cell).
Der Anteil von Texaco an ECD wird durch Texaco Energy Systems Inc. verwaltet, einer 100%igen Tochter von Texaco Inc., die 1999 gegründet worden war, um die Expertise von Texaco im Bereich der Kraftstoffumwandlung für die Bereiche Brennstoffzellen und synthetische Kraftstoffe (hydrocarbons-to-liquids) nutzbar zu machen (HyWeb, 06.12.99).
"Energy Conversion Devices ist ein interessantes Investment für Texaco und diese Übereinkunft spiegelt unser Engagement in der Entwicklung der nächsten Generation von Zukunftstechnologien im Energiebereich wider," sagt William M. Wicker, Texaco Inc. Senior Vice President. "Wir beabsichtigen, eine Firma zu sein, die auf die Veränderungen des Marktes und des Energiesektors schnell reagiert. Während Öl und Gas die dominierenden Energiequellen in der überschaubaren zukunft bleiben werden, wird Wasserstoff unweigerlich Teil des Energiemixes werden, und Texaco will ein führendes Unternehmen in der Entwicklung und Kommerzialisierung von umweltfreundlichen alternativen Energietechnologien sein."
Im Februar hatten Shell und ECD ihre Zusammenarbeit im Bereich der Metallhydridspeicher beendet (HyWeb, 28.02.00).
MA
Al Gore: Verbrennungsmotor abschaffen
DWV, 16.05.00: US-Vizepräsident Al Gore will den Verbrennungsmotor abschaffen. Das ist keine Neuigkeit, sondern stand schon in seinem im Sommer 1992 veröffentlichten Buch "Earth in the Balance". Rechtzeitig zur heißen Phase im Wahlkampf um die Präsidentschaft der USA wird das Buch jetzt wieder aufgelegt. Inhaltlich ist es unverändert, nur das Vorwort ist neu und hebt die Verdienste hervor, die Präsident Clinton und er sich in den vergangenen knapp acht Jahren um die Umwelt erworben haben wollen. Als "die große Lüge" bezeichnet er die Behauptung, eine gute Umwelt sei eine schlechte Politik. Außerdem enthält das Vorwort jetzt einen Verweis auf die Stelle, an der Gore damals die Abschaffung des Verbrennungsmotors forderte: "In einem global koordinierten Programm sollte es möglich sein, in etwa 25 Jahren das strategische Ziel der völligen Abschaffung des Verbrennungsmotors zu erreichen." Gores Kommentar aus heutiger Sicht: "Es ist möglich; es ist notwendig; es wird Arbeitsplätze schaffen, nicht welche vernichten. Ich bin stolz, dass ich diese Worte 1992 geschrieben habe, und ich bestätige sie heute." Natürlich hat sich Gore mit solchen Positionen nicht nur Freunde gemacht. Bei manchen steht er im Verdacht, auch gleich das Auto abschaffen zu wollen, was er bestreitet. Der republikanische Parteivorsitzende Nicholson sagte: "Jeder Amerikaner sollte Al Gores extremistisches Manifest kaufen und lesen."
(Environmental News Network, 21. April 2000)
DWV
"Brennstoffzellenaktivitäten sind heute längst nicht mehr technologieverliebte Entwicklungsspielerei. Im Gegenteil: Die Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie und deren breiter Einsatz öffnet neue Geschäftsfelder und sichert Arbeitsplätze."
Dr. Otto Wiesheu, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, auf dem Tag der Brennstoffzelle, 08. Mai 2000, München
Tag der Brennstoffzelle großer Erfolg -- 8 Fahrzeuge ausgestellt -- zwei Weltpremieren
HyWeb, 09.05.00: Der Tag der Brennstoffzelle im und am Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie am 8. Mai in München war ein großer Erfolg (HyWeb, 16.03.00). Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu zeigte sich in der Eröffnungsrede und in einem eineinhalbstündigen Rundgang durch die Ausstellung beeindruckt. Dr. Ludwig Bölkow, 87-jähriger Vordenker einer Wasserstoffenergiewirtschaft auf der Basis erneuerbarer Energien aus Bayern, begleitete das ganztägige Vortragsprogramm interessiert und diskutierte mit zahlreichen Gästen.
Das hochkarätig besetzte Vortragsprogramm war sehr gut besucht; die rund 225 Sitzplätze waren ständig belegt, so dass zahlreiche Zuhörer nur noch Stehplätze ergattern konnten. Die Besucher waren aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland gekommen.
Im Einführungsvortrag beschrieb Firoz Rasul (CEO und Vorstandsvorsitzender von Ballard Power Systems) engagiert seine Vision von der Innovationskraft und dem industriellen und gesellschaftlichen Umwälzungspotenzial der Brennstoffzellentechnologie.
Weitere Vortragende waren: Dr. Ferdinand Panik (DaimlerChrysler), Dr. Erhard Schubert (Opel/GM), Detlef Frank (BMW), Dr. Karl-Viktor Schaller (MAN Nutzfahrzeuge), Dr. Götz Heidelberg (Proton Motor), Dr. Franz Dübel (Ford), Dr. Peter Martin (Alstom), Dr. Klaus Hassmann (Siemens), Jörg Demmler (Rhön-Klinikum), Dr. Ulrich Wagner (wiba).
Acht Brennstoffzellen- und Wasserstofffahrzeuge standen zur Besichtigung bereit. Zwei davon, je ein Brennstoffzellenbus von MAN/Siemens/Linde (www.brennstoffzellenbus.de) und von Proton Motor/Magnet Motor/Neoplan (www.protonmot.de), wurden erstmals öffentlich präsentiert.
Bayerischer Brennstoffzellenbus von MAN/Siemens/Linde
Der Brennstoffzellenbus von MAN/Siemens/Linde ist ein Niederflur-Stadtbus von MAN Nutzfahrzeuge mit der Bezeichnung NL 263. Das Brennstoffzellensystem stammt von Siemens Energieerzeugung (KWU), der Elektroantrieb von Siemens Verkehrstechnik, das Druckwasserstoff-Speichersystem von MAN Technologie und die Wasserstoff-Gasstraße von Linde. Nach einer intensiven Erprobung des Busses auf dem Firmengelände von MAN wird der Bus sechs Monate in Erlangen/Nürnberg im regulären Betrieb in der zweiten Hälfte dieses Jahres eingesetzt. Weitere Informationen über den Bus finden sich unter www.brennstoffzellenbus.de . Am Ende der Veranstaltung fuhr der Bus mit den Gästen ein paar Runden in der Münchner Innenstadt. Die Entwicklung wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie gefördert.
Bayern-Bus II von Proton Motor/Magnet Motor/Neoplan
Proton Motor aus Starnberg bei München präsentierte einen Niederflur-Stadtbus von Neoplan (auf der Basis des N8012) mit Brennstoffzellenantrieb.
Der Bus ist 10,6 m lang, 2,50 m breit und 2,59 m hoch. Die Karosserie ist selbsttragend aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Der Bus bietet 33 Sitzplätze. Das Brennstoffzellensystem besteht aus 18 Stacks mit der Bezeichnung GZ41, die zusammen eine elektrische Leistung von 80 kW haben. Das Brennstoffzellensystem wiegt 210 kg und arbeitet auf einem Spannungsniveau von 400 V.
Das Wasserstoff-Druckspeichersystem auf dem Dach des Busses besteht aus 4 Flaschen à 150 l geometrischem Volumen. Das Speichervermögen beträgt insgesamt 120 Nm3. Für den Schwungradspeicher wird eine Leistung von 100 kW angegeben. Die Radnabenmotoren von Magnet Motor leisten maximal 70 kW pro Hinterrad und haben ein maximales Drehmoment von 740 Nm pro Rad.
Der Bus erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und hat eine Reichweite von 150 bis 250 km (je nach Einsatz). Der Wirkungsgrad (Tank zu Rad) wird mit 40% bis 45% angegeben.
Die Entwicklung wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie gefördert.
Opel Zafira
Opel zeigte den in Genf (HyWeb, 01.03.00) erstmals präsentierten Zafira mit Brennstoffzellenantrieb und Flüssigwasserstoffspeicherung.
Necar 2 bis 4
DaimlerChrysler präsentierte Necar 2 und Necar 4 (HyWeb, 17.03.99) sowie als einziges Methanol-Brennstoffzellenfahrzeug Necar 3 (HyWeb, 10.09.97).
BMW
Das von BMW präsentierte Wasserstofffahrzeug mit Verbrennungsmotor war leider kein Fahrzeug mit Brennstoffzellen-APU.
Brennstoffzellen-Gabelstapler von Linde/Siemens
Der vor drei Jahren gebaute Gabelstapler (Linde) mit Brennstoffzellenantrieb (Siemens) wurde ebenfalls präsentiert (HyWeb, 31.10.97).
Ausstellung
Weitere Ausstellungsstücke waren ein 1:1 Modell des MCFC "Hot Module" von MTU Friedrichshafen sowie ein Wasserstoff-Kompressor von BAUER Kompressoren.
Im Inneren des Ministeriums waren folgende Firmen und Projekte mit Messeständen vertreten: Aral, ARGEMUC, Ballard Power Systems, Bayernwerk, BMW, EcoStar, ET, Fraunhofer ISE Freiburg, H-TEC, heliocentris, L-B-Systemtechnik, Linde, MAN, Mannesmann Pilotentwicklung, MTU, Proton Motor Fuel Cell, Siemens, Studiengesellschaft Brennstoffzellen e.V., XCELLSiS.
Kraftstoffe für Brennstoffzellenfahrzeuge
In den Vorträgen wurden die verschiedenen Strategien der Automobilfirmen bezüglich des bevorzugten Kraftstoffs für Brennstoffzellenfahrzeuge diskutiert.
Dr. Erhard Schubert, gemeinsam mit Byron McCormick Leiter des Global Alternative Propulsion Center (GAPC) bei Opel/GM, machte deutlich, dass für Opel/General Motors Wasserstoff langfristig der Kraftstoff der Wahl sei. Für einen Übergang dorthin, für den eine Brückenstrategie notwendig sei, sei es nicht akzeptabel, eine Lösung zu wählen, die hohe Investitionen erfordere, die sich auf Grund des Übergangscharakters nicht amortisieren könnten. Da die Investitionen in eine Methanolbetankungsinfrastruktur deutlich höher seien, als auch Opel/GM anfangs angenommen habe, sei Methanol kein geeigneter Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge und werde von Opel/GM abgelehnt. Als Quellen für den Wasserstoff könne er sich erneuerbare Energien und Erdgas vorstellen, wobei in der Wasserstoffproduktion das entstehende CO2 abgetrennt und gelagert wird ("sequestration").
Als größte Herausforderung und Schlüsselfrage bezeichnete Dr. Schubert die Entwicklung von für Fahrzeuge geeignete Wasserstoffspeicher.
Dr. Ferdinand Panik, Leiter des Brennstoffzellenhauses bei DaimlerChrysler und Geschäftsführer von Xcellsis, der gemeinsamen Tochterfirma von DaimlerChrysler, Ballard und Ford, die sich um die Brennstoffzellenantriebe kümmert, wiederholte die bekannte Position von DaimlerChrysler: Wasserstoff für Flottenfahrzeuge, die an einer zentralen Betankungsanlage von geschultem Fachpersonal betankt würden, und Methanol für individuelle PKW. Allerdings schränkte er ein, dass dies keine dogmatische Position sei. In Kalifornien werde im Rahmen der California Fuel Cell Partnership (HyWeb, 07.03.00) Wasserstoff als Kraftstoff auf seine Alltagstauglichkeit geprüft, ebenso wie in der zweiten Phase Methanol. Damit würden genügend Erfahrungen gesammelt, um eine Entscheidung zu treffen. Benzin lehnte Dr. Panik als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge eher auf Grund der hohen Komplexität ab.
Herr Walter Heuer von DaimlerChrysler wies in einem kurzen Statement auf die Verkehrswirtschaftliche Energiestrategie (VES) in Deutschland hin (HyWeb, 01.02.00), der sieben Automobil- und Energiefirmen angehörten (BMW, DaimlerChrysler, MAN, VW, Aral, RWE, Shell). Diese Gruppierung tendiere derzeit deutlich zu Wasserstoff und bereite bis zum Sommer eine Einführungsstrategie für Wasserstoff vor. Er lud weitere Automobil- und Energiefirmen ein, sich an dieser Initiative zu beteiligen.
Demonstrationsprojekte und neue Brennstoffzellenfahrzeuge
Minister Dr. Wiesheu erklärte in seiner Eröffnungsrede, spätestens 2002 einen Flottenversuch mit 10 Nahverkehrs-Brennstoffzellenbussen starten zu wollen sowie ein Folgeprojekt für den Flughafen zu erabreiten und dabei möglichst viele Hersteller von Brennstoffzellenfahrzeugen einbinden zu wollen.
Dr. Panik kündigte für die nahe Zukunft die Präsentation des Necar 5 mit Methanolreformer an. Außerdem kündigte er einen Flottenversuch von 30 Citaro Brennstoffzellenbussen in europäischen Städten unter dem Namen NEFLEET an. Bis Ende Mai soll das Projekt stehen und eine europäische Förderung beantragt werden.
Kommerzialisierung
Dr. Schaller, Leiter der Vorentwicklung bei MAN Nutzfahrzeuge, sagte, dass die Brennstoffzelle noch kein Antrieb sei. Viel weitere Entwicklungsarbeit an den Peripheriekomponenten und am Wasserstoffspeicher sei notwendig. Der von MAN/Siemens/Linde präsentierte Brennstoffzellenbus, der von den Gästen hervorragende Kritiken erhielt, bestätigte diese Einschätzung in verschiedenen Details. So war bei der Fahrt teilweise ein zwar relativ leises aber unangenehmes Pfeifen zu hören, das von der Lenkhilfpumpe herrührt. Dieses Geräusch wird im normalen Dieselbus vom Motorgeräusch überdeckt. Dieses Problem soll noch vor der Linienerprobung gelöst werden. Außerdem musste MAN für Nebenaggregate auf Elektromotoren zurückgreifen, die nicht für Fahrzeuganwendungen entwickelt wurden und dementsprechend nicht für diesen Einsatz optimiert sind. Diese Problematik trat an verschiedenen Stellen auf und erfordert Weiterentwicklungen auch an Komponenten wie elektrischen Antrieben, Kompressoren etc. Abgesehen von diesen Details machte der Bus einen sehr guten Eindruck, fuhr leise und wies eine starke Beschleunigung auf.
Diese Sicht wurde von Dr. Panik bestätigt, der das neue Konzept für Brennstoffzellenbusse bei DaimlerChrysler vorstellte: Die Busse werden einen zentralen Elektromotor haben, der wie ein Dieselmotor eingebaut sei und über ein Getriebe mit der Hinterachse verbunden sei. Dadurch würden für die Nebenabtriebe im Bus (z.B. Lenkhilfpumpe) Standardkomponenten verwendet, was sowohl das Gewicht als auch die Kosten deutlich reduziere und die Zuverlässigkeit erhöhe. Inwieweit das den Wirkungsgrad des Antriebs beeinträchtigt, wurde nicht diskutiert.
Dr. Heidelberg, Geschäftsführer von Proton Motor und Magnet Motor, kündigte an, Brennstoffzellenbusse jetzt kommerziell anzubieten. Seines Wissens nach sei Proton Motor die einzige Firma in Europa, die komplette Brennstoffzellenantriebe für Busse anbieten könne. Das Konzept von Proton Motor benötigt sehr wenig Peripeheriekomponenten für die Brennstoffzelle, da die Stacks luftgekühlt seien. Magnet Motor habe umfangreiche Erfahrungen mit elektrischen Antrieben von Bussen mit mehr als 300.000 Betriebsstunden von elektrischen Antriebssystemen im Öffentlichen Nahverkehr und im militärischen Einsatz. Er wies darauf hin, dass auch ein einzelner Busantrieb schon eine kleine Serienfertigung darstelle, da rund 1.000 identische Zellen benötigt würden. Da die Fertigungskosten von Brennstoffzellenantrieben immmer noch hoch sind, beinhaltet das Konzept von Proton Motor eine relativ kleine Brennstoffzelle mit 80 kW Leistung sowie einen Schwungrad- oder Magnetdynamischen Speicher, der kurzfristig eine Leistung von 100 kW liefern kann. Mit diesem Konzept werde Proton Motor einen Nischenmarkt bedienen können und so einen breiten Einsatz vorbereiten.
Nach Aussage von Dr. Panik strebt DaimlerChrysler die Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen in Nordamerika, Europa, Japan und Brasilien an. Brasilien sei ein sehr interessanter Markt mit einer starken eigenen Busindustrie.
Brennstoffzelle als Batterieersatz
Herr Detlef Frank, Leiter Forschung BMW Group, wiederholte die negative Einschätzung der Brennstoffzelle als Fahrzeugantrieb bei BMW. Die Brennstoffzelle sei schlechter im Wirkungsgrad als der Verbrennungsmotor und daher nicht in der Lage, zu konkurrieren. Dr. Panik widersprach entschieden und wies auf die von ihm präsentierten deutlichen Wirkungsgradvorteile des Brennstoffzellenantriebs in realistischen Fahrzyklen hin. Der von BMW präsentierte Vergleich von Wirkungsgraden im Bestpunkt sei nicht aussagekräftig, da Verbrennungsmotoren kaum im Bestpunkt betrieben würden, während Brennstoffzellen im Teillastbereich höhere Wirkungsgrade aufwiesen als bei Volllast, was zu einem deutlichen Vorteil in Fahrzyklen führe.
Herr Frank stellte demgegenüber die deutlichen Vorteile der Brennstoffzelle gegenüber eine Batterie für die Bordstromnetzversorgung dar. Die Brennstoffzelle habe hier einen deutlichen Wirkungsgradvorteil, und ermögliche z.B. den Betrieb einer Klimaanlage auch im Stand, ähnlich einer Standheizung im Winter. Dadurch biete die Brennstoffzelle einen neuen Kundennutzen, was die Mehrkosten rechtfertige.
HyWeb
Selbstverständlich war auch HyWeb auf dem Tag der Brennstoffzelle vertreten. Die L-B-Systemtechnik präsentierte HyWeb an einem Terminal, an dem jeder Besucher HyWeb kennenlernen konnte.
MA, Fotos: LBST
"Das einzige wirkliche ZEV [zero emission vehicle - Nullemissionsfahrzeug] wäre ein Brennstoffzellenfahrzeug, bei dem Wasserstoff an Bord gespeichert würde, den man durch Spaltung von Salzwasser gewinnen würde. Das ist eine sehr weitreichende Zukunftsvision, aber es ist nicht unmöglich."
Harry Pearce, Vice Chairman of General Motors Corp., in Across the Board, March 2000
Projektführer Deutsche Wasserstoffprojekte im Internet
HyWeb, 18.04.00: Der Deutsche Wasserstoff-Verband hat jetzt einen Projektführer Deutsche Wasserstoffprojekte im Internet unter www.h2guide.de veröffentlicht. Er gibt einen Überblick über die in diesem Jahr in Deutschland laufenden Demonstrationsprojekte zur Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.
Im EXPO-Jahr standen zunächst Projekte im Vordergrund, die besichtigt werden können.
Zu jedem Projekt sind die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Daten angegeben und für weiterführende Informationen werden die Ansprechpartner genannt.
In einer besonderen Rubrik findet man Namen von Firmen und Institutionen, die als Zulieferer an den Projekten beteiligt sind. Diese Seiten sind eine Informationsquelle für alle, die sich mit der zukünftigen Energieversorgung, d. h. mit erneuerbaren Energien und neuen Energieträgern und Energiewandlungstechnologien befassen oder daran interessiert sind.
Der DWV hofft, daß diese Übersicht zur größeren Bekanntheit der Möglichkeiten beitragen wird, die der saubere und erneuerbare Energieträger Wasserstoff bietet, besonders auf der Grundlage erneuerbarer Primärenergien.
Der DWV bittet alle, Projekte, die noch nicht in den Projektführer aufgenommen sind und bei denen man etwas besichtigen kann, an den DWV zu melden (h2@dwv-info.de).
MA
Mazda, DaimlerChrysler und Nippon Mitsubishi werden Brennstoffzellenfahrzeuge in Japan demonstrieren
HyWeb, 18.04.00: Wie Reuters am 10. April berichtet werden Mazda und DaimlerChrysler Japan Holding ab 2001 Brennstoffzellenfahrzeuge in Yokohama, südlich von Tokyo, Japan, mit Unterstützung von Nippon Mitsubishi demonstrieren. Schon vor einiger Zeit hatte DaimlerChrysler eine Zusammenarbeit mit Nippon Mitsubishi im Bereich Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge bekanntgegeben (HyWeb, 25.10.99). Nähere Einzelheiten sind bisher nicht verfügbar.
MA
General Hydrogen von Geoffrey Ballard gegründet
HyWeb, 18.04.00: Nachdem der Hydrogen & Fuel Cell Letter zum ersten Mal in seiner April 1998 Ausgabe über eine solche Ankündigung berichtete, haben die beiden Gründer von Ballard Power Systems, Geoffrey Ballard und Paul Howard, jetzt die Firma General Hydrogen gegründet.
General Hydrogen investiert in junge Unternehmen und Technologien, die ein schnelles und nachhaltiges Wachstum versprechen. General Hydrogen gründet operative Einheiten und übernimmt Firmenanteile solcher Unternehmen, die sich in eine entstehende Wasserstoffenergiewirtschaft einfügen.
MA
ZeTek Power kündigt Produktionsanlage für alkalische Brennstoffzellen in Köln an
HyWeb, 18.04.00: Am 23. März hat ZeTek Power aus Belgien und Großbritannien auf der Hannover Messe (HyWeb, 14.04.00) angekündigt, die weltweit erste, vollautomatische Fertigungslinie für Brennstoffzellen in Köln zu bauen. Die Anlage wird auf dem gemeinsamen Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR und der European Space Agency in der Nähe des Köln-Bonner Flughafens errichtet.
Diese erste von vier 5 MW-Produktionslinien soll voraussichtlich im Juli die Produktion aufnehmen, wie der Hydrogen & Fuel Cell Letter in der April-Ausgabe berichtet. Jede der vier Linien wird etwa 100 Personen beschäftigen. Die Fertigungskapazität soll im Laufe der nächsten zwei Jahre verdoppelt werden. Unter der Annahme, dass 5 kW-Aggregate gebaut werden sollen, werden pro Angestelltem 10 Einheiten in einem Jahr produziert, bzw. 20 Einheiten nach der Kapazitätserweiterung.
MA
"Die Zukunft von BP liegt bei Sonne und Wasserstoff."
Peter Knoedel, Vorstand der Deutschen BP, Interview in der taz, 14.04.00
Epyx und De Nora Fuel Cells gehen in gemeinsamer Firma Nuvera auf
HyWeb, 14.04.00: Arthur D. Little (ADL) hat am 12. April die Verschmelzung seiner Tochterfirma Epyx (HyWeb, 07.06.99), spezialisiert auf Reformer für Brennstoffzellensysteme, mit De Nora Fuel Cells (HyWeb, 23.07.99, 03.11.99), einer Tochter von De Nora aus Mailand, Italien, bekanntgegeben. Die neue Firma, Nuvera Fuel Cells, bringt US-amerikanische und europäische Technologie zusammen, um komplette Brennstoffzellensysteme für stationäre und mobile Anwendungen zu produzieren.
Aktuell plant Nuvera die Entwicklung und Demonstration von Prototypen integrierter, stationärer Brennstoffzellensysteme. Beta Test-Systeme und kommerzielle Prototypen sollen im Jahr 2001 erstellt werden.
Gleichzeitig wird Nuvera weiterhin Kraftstoffreformer und Brennstoffzellen-Stacks für Automobilantriebe Automobilherstellern (OEMs -- original equipment manufacturers) für Test- und Demonstrationszwecke zur Verfügung stellen.
Bei Gründung von Nuvera als 50-50 Zusammenschluss zwischen ADL und De Nora hat ADL eine Minderheitenbetieligung an der neuen Firma an Amerada Hess Corporation abgegeben. Hess ist ein führender Öl-, Gas- und Stromversorger für Industrie- und Gewerbekunden an der amerikanischen Ostküste.
Nuvera wird Firmensitze im ADL Hauptsitz in Cambridge, Mass., USA, und in Mailand, Italien, haben. Die neue Firma beschäftigt derzeit 80 Personen und plant, ihre Belegschaft bis Ende des Jahres auf 200 zu erhöhen, 150 davon in Cambridge.
MA
DaimlerChrysler bietet erste Brennstoffzellenbusse an
HyWeb, 14.04.00: DaimlerChrysler hat am 6. April bekanntgegeben, als erster Automobilhersteller der Welt Brennstoffzellenfahrzeuge auf dem Markt anzubieten.
In den kommenden drei Jahren sollen 20 bis 30 Stadtbusse mit Brennstoffzellenantrieb gebaut, Verkehrsbetrieben in Europa und Übersee zum Kauf angeboten werden und dann dort zum Einsatz kommen.
Fotomontage: DaimlerChrysler
Für Ende 2002 ist die Auslieferung der ersten Fahrzeuge vorgesehen. Über zwei Jahre sollen sie dann im praktischen Alltag der Verkehrsbetriebe eingesetzt werden. Die Verkehrsbetriebe werden mit dem Einsatz der emissionsfreien Fahrzeuge im Flottenversuch eine weltweite Vorreiterrolle übernehmen und Erfahrungen mit der zukunftsweisenden Technik sammeln. Erstmals wird laut DaimlerChrysler-Pressemitteilung eine detaillierte Auswertung von Daten auf Basis einer ganzen Fahrzeugflotte möglich sein.
Die hundertprozentige DaimlerChrysler-Tochter EvoBus GmbH wird die Mercedes-Benz Niederflur-Stadtlinienbusse Citaro mit Brennstoffzelle bereitstellen und zu einem Preis von jeweils 1,25 Millionen Euro (2,45 Millionen Mark) anbieten. Darin eingeschlossen ist für zwei Jahre eine komplette technische Betreuung und Wartung vor Ort durch EvoBus. Bei der Einrichtung der Infrastruktur wird DaimlerChrysler die Verkehrsbetriebe beraten und die vorhandenen Erfahrungen einbringen.
Die Brennstoffzelleneinheit mit mehr als 250 Kilowatt Leistung wird von der DaimlerChrysler-Tochter Xcellsis entwickelt und gefertigt. Die Druckgasflaschen mit komprimiertem Wasserstoff sind auf dem Dach der Citaro-Busse untergebracht. Der umweltfreundliche Bus kann eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern erreichen und dabei etwa 70 Fahrgäste befördern. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt rund 80 Stundenkilometer.
Elektromotor, Getriebe, Gelenkwelle und mechanische Hinterachse befinden sich im Heckbereich. Damit sind Niederflurigkeit und optimale Wartungszugänglichkeit gewährleistet. Drei Türen sorgen für den reibungslosen Fahrgastfluss.
MA
Heliocentris präsentiert tragbare Stromversorgung mit Brennstoffzelle
HyWeb, 14.04.00: Am 4. April hat die Berlina Firma heliocentris den Prototypen einer tragbaren Stromversorgung mit Brennstoffzelle vorgestellt.
Mit dieser Stromversorgung können kleine Stromverbraucher wie tragbare Fernseher, Kühlboxen oder Lampen viermal so lange mit Energie versorgt werden, wie mit einer Bleibatterie vergleichbaren Gewichts, wie in einer Pressemitteilung erklärt wird.
Mit Unterstützung seiner Finanzierungspartner, der IBB Beteiligungsgesellschaft und der bmp Life Science AG, entwickelt heliocentris die kleinen Stromversorgungen mit Brennstoffzellen weiter. Mögliche Einsatzbereiche für diese Produkte liegen dort, wo Energie fernab von elektrischen Netzen benötigt wird, beispielsweise für Verkehrszeichenanlagen, für Messstationen, Telekommunikationseinrichtungen und vieles mehr. Auch der Freizeit- und Campingbereich ist eine interessante Anwendung.
Das 1995 gegründete Unternehmen heliocentris Energiesysteme hat vor drei Jahren die ersten Produkte mit Brennstoffzellen in den Markt eingeführt: Experimentiermodelle für Schulen und Hochschulen.
MA, Foto: heliocentris
Wasserstoff und Brennstoffzellen auf Hannover Messe etabliert
HyWeb, 14.04.00: Das hohe Publikums- und Medieninteresse bestätigt die Erweiterung des Gemeinschaftsstandes "Wasserstoff und Brennstoffzellen -- Forschung / Technologie" (Halle 18) um "Produkte / Dienstleistungen" (Halle 8). Der Übergang von der Forschung zur Kommerzialisierung von Wasserstoff und Brennstoffzellen überzeugte vor Ort zahlreiche internationale Staatssekretäre und Staatsminister.
Die US-amerikanischen Aussteller in Halle 8 zeigten sich begeistert über die vielen positiven Kundengespräche mit internationalen Kaufinteressenten auf der Hannover Messe 2000, wie der Koordinator des Gemeinschaftstands Arno Evers berichtet. Vertragsabschlüsse in zweistelliger Millionenhöhe (US Dollar) wurden bisher getroffen. Die HANNOVER MESSE ist seit 1995 weltweit die einzige Plattform dieser Präsentation auf der größten Industriemesse der Welt vor einen internationalen Fachpublikum zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen.
Der Gemeinschaftsstand "Wasserstoff und Brennstoffzellen" wird auch auf der HANNOVER MESSE 2001 (23.-28. April) wieder von Arno A. Evers FAIR-PR, (arno@fair-pr.com) veranstaltet werden.
MA
NRW gründet Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle
HyWeb, 13.04.00: Am 10. April wurde in Nordrhein-Westfalen das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle von NRW-Wirtschaftsminister Schwanhold in Duisburg gegründet. Es ist eine Weiterentwicklung der Arbeitsgruppe Brennstoffzelle, die seit rund vier Jahren existiert, im Rahmen der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW. Die Arbeitsgruppe Brennstoffzelle konnte bisher kaum Akzente setzen. Dies soll sich jetzt ändern.
An dem neuen Netzwerk sollen sich Firmen und Institutionen beteiligen, die sich mit der Technik, Produktion und Anwendung der Brennstoffzelle befassen. Inhaltliche Schwerpunkte sind Werkstofftechnik, Chemie, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik und potenzielle Anwender, wie etwa die Automobilindustrie (Mercedes, BMW u.a.), Energieversorger und die Kraftwerkstechnik (MTU u.a.), wie aus einer Pressemitteilung der Landesinitiative Zukunftsenergien hervorgeht.
Ein wichtiges Ziel des Kompetenz-Netzwerks Brennstoffzelle ist es, Fertigungslinien deutscher und ausländischer Hersteller von Brennstoffzellen und -komponenten in NRW anzusiedeln. Das Netzwerk soll das nötige Know-how bereitstellen, um diese Firmen zu unterstützen. Das Forschungszentrum Jülich und ein geplantes Zentrum für Brennstoffzellentechnologie (ZBT) an der Universität Duisburg sollen die beiden Kerne des Netzwerks sein.
MA