HyWeb - Gazette
Der Newsletter von HyWeb und dem Deutschen Wasserstoff-Verband (DWV) · 1. Quartal 2001 5. Jahrgang ã L-B-Systemtechnik GmbH
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"Ich denke immer an den Zeppelin, wenn ich an Wasserstoff denke."
Dr. Ferdinand Piëch, Vorstandsvorsitzender Volkswagen, Braunschweiger Zeitungsverlag, 21.02.2001
HyWeb, 29.03.01: Buderus, Deutschland, und International Fuel Cells (IFC), USA, haben gestern die Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Vermarktung von stationären Brennstoffzellensystemen für kleinere und mittlere Leistungen angekündigt.
Die getroffene Vereinbarung sieht vor, dass Buderus das derzeit in der Entwicklung befindliche IFC-Brennstoffzellensystem für Wohngebäude und mittelgroße gewerbliche Bauten in Europa vermarktet. Beide Unternehmen rechnen ab Mitte 2003 mit ersten Gerätetests in wichtigen europäischen Märkten. Darüber hinaus werden IFC und Buderus weitere Einsatzmöglichkeiten für Brennstoffzellen in Europa untersuchen, wie die Firmen in einer Pressemitteilung bekanntgaben.
IFC entwickelt zur Zeit ein mit Erdgas oder LPG betriebenes PEM-Brennstoffzellensystem mit einer elektrischen Leistung von 3-5 kW, das die Auskopplung einer Wärmeleistung von 8-9 kW ermöglichen würde. Zusammen mit einem zusätzlichen Spitzenlastkessel zur Warmwasserbereitung können so größere Wohneinheiten energetisch vollständig versorgt werden. Buderus wird Brennstoffzellensysteme zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme anbieten, wobei die gewonnene Wärme zum Heizen von Räumen und zur Warmwasserbereitung verwendet wird. Der gewonnene Strom ersetzt bzw. reduziert die Abnahme aus dem öffentlichen Stromnetz.
Buderus ist in Europa eine der führenden Firmen für Heizungsprodukte. IFC ist eine der international führenden Firmen in der Entwicklung von Brennstoffzellen.
MA
Toyota präsentiert neues Brennstoffzellen-Auto
HyWeb, 29.03.01: Am 1. und 2. März hat Toyota Motor Corporation, Japan, sein neues Brennstoffzellen-Auto auf dem International Symposium on Fuel Cell Vehicles in Tokyo, Japan, präsentiert.
Foto: Toyota
Das Auto auf Basis von Toyotas Kluger V/Highlander Allradfahrzeug läuft mit reinem Wasserstoff und hat einen Metallhydrid-Speichertank. Der Hybridantrieb, der dem des Prius ähnelt, hat einen 90 kW Brennstoffzellenstack und eine Nickelmetallhydridbatterie. Die Reichweite beträgt über 300 km, die Spitzengeschwindigkeit ist 150 km/h.
Im Januar hat Toyota Pläne für die Entwicklung eines sauberen Kohlenwasserstoff-Kraftstoffs für Brennstoffzellenfahrzeuge in Kooperation mit General Motors bekannt gegeben. Parallel dazu untersucht Toyota weitere potenzielle Kraftstoffe. In einer Pressemitteilung gibt Toyota seiner Überzeugung Ausdruck, dass, was Sauberkeit und Effizienz anbelange, Brennstoffzellenfahrzeuge, die direkt reinen Wasserstoff verbrauchen, in der Zukunft Standard würden.
Toyota ist Teilnehmer des Fuel Cell Development Council in Japan, das kürzlich von der japanischen Regierung ins Leben gerufen wurde, wie verschiedene Zeiungen berichten. Das erste Treffen der fast 80 teilnehmenden Firmen hat Ende März stattgefunden. Das Gremium wird sich vornehmlich mit Fragen des Aufbaus einer Infrstruktur für Kraftstoffe für Brennstoffzellenfahrzeuge befassen sowie mit Problemen in Zusammenhang mit Produktlebensdauer und Sicherheit.
Eine Übersicht über alle Wasserstoff- und Brennstoffzellenfahrzeuge weltweit finden SIe unter www.HyWeb.de/h2cars.
MA
CUTE -- Clean Urban Transport for Europe
HyWeb/DWV, 26.03.01: In etwa zwei Jahren werden in Islands Hauptstadt Reykjavik sowie in Amsterdam (Niederlande), Barcelona (Spanien), Hamburg (Deutschland), London (Großbritannien), Luxemburg, Porto (Portugal), Stockholm (Schweden), Stuttgart (Deutschland) Busse mit einer Brennstoffzelle im normalen öffentlichen Nahverkehr laufen. Auf einer Veranstaltung in Reykjavik am 2. März anlässlich des Starts des dortigen Projekts mit dem Namen ECTOS betonten Premierminister David Oddson und Industrieministerin Valgerdur Sverrisdottir die Bedeutung des Verkehrs mit nicht-fossilen Kraftstoffen. Damit würde nämlich für Island die Notwendigkeit von Öl- oder Gasimporten nahezu völlig entfallen, weil das Land seine stationären Energieverbraucher ohnehin schon praktisch völlig mit Wasserkraft und Erdwärme versorgt.
In den kommenden zwei Jahren werden in Island die Wasserstoffproduktion und eine Tankstelle errichtet sowie weitere Vorbereitungen und Studien durchgeführt. Der Wasserstoff wird durch Elektrolyse erzeugt. Da der Strom in Island aus erneuerbaren Quellen kommt, entstehen dabei auch keine indirekten Emissionen.
40% der etwa 7 Millionen Euro ECTOS-Projektkosten stammen aus Mitteln der EU. Die Zusammenarbeit zwischen DaimlerChrysler und Island ist in das Gesamtprojekt namens CUTE (Clean Urban Transport for Europe) eingebettet, geht aber auf eine frühere Zeit zurück. Daher wurde auch der Startschuss in Reykjavik etwas vorgezogen.
CUTE mit einem Einsatz von bis zu 30 Brennstoffzellen-Bussen wurde am 20. März in Amsterdam verkündet. Die in Amsterdam anwesenden Verkehrsbetriebe aus Europa haben ihre Teilnahme an diesem Praxistest erklärt und die Verträge zum Kauf von jeweils drei Stadtbussen vom Typ Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellen-Antrieb unterzeichnet. Ende 2002 und im Laufe des Jahres 2003 werden die Busse ausgeliefert. Dies ist weltweit die erste Kleinserie von Brennstoffzellen-Fahrzeugen, die am Markt erhältlich ist.
Die EvoBus GmbH, eine hundertprozentige DaimlerChrysler-Tochter und verantwortlich für die europäischen Omnibus-Aktivitäten, wird die Niederflur-Stadtlinienbusse vom Typ Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellen-Antrieb produzieren. Der Preis für die Linkslenker-Version beträgt pro Bus rund 1,25 Millionen EUR. Darin enthalten ist ein umfangreiches Servicepaket für zwei Jahre.
Ebenfalls an den Bussen interessiert ist der australische Bundesstaat Westaustralien. Ab Ende 2002 soll in der Stadt Perth ein ähnlicher Versuch mit drei Bussen im normalen Dienst laufen wie in den europäischen Städten.
MA/DWV
Praktische Marktstudie in Island: Brennstoffzellen als Batterie-Ersatz
DWV, 26.03.01: Brennstoffzellen und Wasserstoff als Batterieersatz sind jetzt in Island für die Öffentlichkeit erhältlich. Es handelt sich um eine zunächst auf sechs Monate begrenzte Aktion, die das Marktpotential auf praktische Weise erkunden soll.
Wie am 3. März in Reykjavik bekannt gegeben wurde, stammen die Brennstoffzellen von der amerikanischen Firma DCH Technology (Valencia, Kalifornien). Die Membranzelle, die unter dem Namen ENABLE vertrieben wird, liefert eine Leistung von 12 W bei einer Spannung von 12 V, hat etwa die Größe einer Getränkedose und wiegt 640 g. Sie wurde auf der letzten Hannover Messe gezeigt und fand dort viel Interesse (HyWeb, 30.03.00).
Skeljungur Ltd. (Shell in Island) vertreibt die Zellen und verschiedene Arten von Wasserstoffspeichern (Gasflaschen, Metallhydrid) über seine Tankstellen. In Reykjavik wird ein Depot errichtet, in dem per Elektrolyse Wasserstoff erzeugt wird und wo die Speicher nachgefüllt werden. Der Wasserstoffpreis soll merklich unter dem liegen, was man heute bei den üblichen gewerblichen Anbietern zahlen muss.
Da der Strom in Island fast völlig aus erneuerbaren Quellen kommt (Wasserkraft, Erdwärme), ist nicht nur die Zelle selbst sauber, sondern auch bei der Wasserstoffherstellung gibt es weder CO2 noch andere schädliche Emissionen.
Das Projekt ist Teil der Bemühungen der isländischen Regierung, erneuerbare Energien statt fossiler Brennstoffe zu verwenden. Torsteinn Sigfusson, Vorsitzender der Icelandic New Energy, sagte: Die Marktstudie wird es den Isländern ermöglichen, mit Brennstoffzellen und der sauberen Energie, die sie liefern, vertrauter zu werden. Sie werden lernen, wie sie funktionieren, wie einfach sie nachzufüllen sind und wie einfach und sicher sie somit den Bedarf an transportabler Energie decken. DCH-Präsident David Haberman hob hervor, dass erstmals ein ganz und gar kommerzielles Unternehmen in voller Breite in den Wasserstoffmarkt einsteige.
DWV
HyWeb link: Forum Brennstoffzelle
HyWeb, 16.03.01: Unter dem Motto "Brennstoffzellen-Kompetenz in Baden-Württemberg" präsentiert eine neue Webseite Informationen über Brennstoffzellen unter www.forum-brennstoffzelle.de. Neben allgemeinen Informationen zum Thema, die einen Einstieg in die Thematik erlauben, werden wöchentlich aktuelle Neuigkeiten präsentiert. Ein Bereich mit Informationen über Aktivitäten in Baden-Württemberg ergänzt das Angebot. Die Webseite ist speziell auf die Automobilzulieferindustrie zugeschnitten.
Gesamturteil: Professionell gemachte Seite mit aktuellen Informationen, insbesondere auf die Automobilzulieferindustrie zugeschnitten.
MA
BMW CleanEnergy World Tour gestartet
HyWeb, 16.03.01: Mit dem Abflug von zehn BMW 750hL von München fiel am 22. Januar der Startschuss für die CleanEnergy WorldTour 2001. In den folgenden sechs Monaten gehen die BMW Wasserstofffahrzeuge auf Welttournee mit fünf Events in Dubai, Brüssel, Mailand, Tokyo und Los Angeles und will dadurch neue Impulse für den Wasserstoff als Energieträger setzen.
Die CleanEnergy WorldTour setzt das im Rahmen der Expo 2000 durchgeführte CleanEnergy Projekt fort (HyWeb, 16.05.00): Seit der Vorstellung der Fahrzeuge in Berlin am 11. Mai 2000 haben die BMW 750hL über 100.000 Kilometer ohne Probleme zurückgelegt.
Nachdem die BMW Group damit das nach eigener Nomenklatur "Null-Liter-Auto" präsentiert hat, ist nun eine Wasserstoff-Infrastruktur notwendig. Denn erst wenn Wasserstoff in ausreichenden Mengen regenerativ erzeugt wird, ist eine konsequente CO2-Reduzierung erreichbar, ist die Überzeugung von BMW.
Die erste Station der CleanEnergy WorldTour führte die Flotte am 1. Februar nach Dubai. Länder im Sonnengürtel der Erde wie Dubai eignen sich nach Einschätzung von BMW besonders, um Wasserstoff mittels Sonnenenergie regenerativ und kostengünstig zu erzeugen. Für arabische Staaten bietet sich der Wasserstoff außerdem als Alternative zu den endlichen fossilen Rohstoffen wie Erdöl als wirtschaftliche Perspektive an.
Die 2. Station führte die Fahrzeuge am 6. März nach Brüssel.
In den urbanen Metropolen präsentiert BMW die Flotte und sucht nach Antworten für die entscheidenden Fragen. Damit leistet die BMW Group einen Beitrag zur Realisierung einer nachhaltigen Energiewirtschaft mit Wasserstoff als Energieträger.
Technische Daten BMW 750hL: Bivalenter 5,4 Liter-Zwölfzylinder-V-Motor, 0-100 km/h in 9,6 sec., max. 226 km/h, sicherheitsoptimierter 140 Liter-Wasserstofftank mit Kapselung, Reichweite mit Wasserstoff: 350 Kilometer, zusätzlich Benzinbetrieb möglich. Permanente Bordstromversorgung durch 5 kW, 42V Brennstoffzellen-APU.
MA
Unfall mit Wasserstoff-Transporter bei Köln
DWV, 15.03.01: Zu einem schweren Verkehrsunfall, in den ein Wasserstoff-Transporter verwickelt war, kam es am Vormittag des 7. März auf der A1 nahe der Ausfahrt Köln-Lövenich. Ein LKW fuhr offenbar in Folge von Unachtsamkeit am Ende eines Staus mit beachtlicher Geschwindigkeit auf einen für Messer Griesheim fahrenden Röhrentrailer auf. Es kam zum Austritt von Gas aus Rohrleitungen und Armaturen von drei der neun Tanks und zum Feuer. Der LKW-Fahrer wurde eingeklemmt und kam ums Leben. Weitere Fahrzeuge oder Personen kamen bei dem Unfall nicht zu Schaden.
Dem Fahrer des Röhrentrailers gelang es, die Zugmaschine abzukoppeln und damit deren Treibstoff aus der Gefahrenzone zu bringen. Die Feuerwehr sperrte die gesamte Strecke in beiden Richtungen zwischen den Autobahnkreuzen Köln-Ost und Köln-West sowie auch die nur 70 m entfernte Eisenbahnstrecke Köln-Aachen; es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Entsprechend den Anweisungen für Unfälle dieser Art wurde das durch den austretenden Wasserstoff gespeiste Feuer nicht gelöscht, sondern es wurden lediglich die intakten Tanks gekühlt, um ihr Aufreißen zu verhindern. Weil die Lecks recht klein waren, dauerte es aber einige Stunden, bis das Gas aus den defekten Tanks verbrannt war. Erst am Nachmittag war das Feuer so klein geworden, dass keine Explosionsgefahr mehr gesehen wurde. Die Eisenbahn wurde wieder frei gegeben, die Sperrung der Autobahn dauerte dagegen noch bis zum nächsten Morgen.
Nach Angaben eines Sprechers der Kölner Feuerwehr sind Unfälle bei Gefahrgut-Transporten wie dieser extrem selten. Grob geschätzt passierten auf den Straßen in der Kölner Region pro Jahr rund 30 Unfälle, bei denen Gefahrgut-Transporter direkt oder indirekt beteiligt sind. Aber in den meisten dieser Fälle entstünde dabei keine größere Gefährdung als bei anderen Unfällen auch. Gerade die Flüssiggas- und Gas-Behälter seien extrem widerstandsfähig.
DWV
Brennstoffzellenautos in Japan
DWV, 15.03.01: Zwei Brennstoffzellenautos mit Antrieben von XCELLSIS haben in Japan die Betriebserlaubnis durch das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr erhalten. Eines ist ein NECAR 5 von DaimlerChrysler, das andere der Premacy FC-EV von Mazda (HyWeb, 18.04.00). Beide verwenden Methanol als Treibstoff. XCELLSIS-Chef Ferdinand Panik sagte dazu: Die Unterstützung der japanischen Ministerien für das Projekt ist ein wichtiges Signal für die Brennstoffzellen-Antriebstechnik. Beide Fahrzeuge werden auf japanischen Straßen bis Ende März ein umfangreiches Testprogramm absolvieren. Dabei werden Fahreigenschaften, Treibstoffverbrauch, und Emissionen im Hinblick auf die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge gemessen. Beteiligt an dem Projekt ist auch das Petroleum Energy Center, eine Behörde des Wirtschaftsministeriums, das dabei eng mit dem Verkehrsministerium zusammen arbeitet.
Das japanische Industrieministerium will gemeinsam mit den Autoherstellern die Entschwefelung von normalem Benzin voran treiben, so dass es sich für die Herstellung von Wasserstoff an Bord von Brennstoffzellen-Autos eignet. Zusammen mit Toyota, Honda, Nissan, Mazda, Nippon Mitsubishi Oil und etwa 80 anderen Firmen soll noch im März eine rechtsfähige Organisation geschaffen werden, um einheitliche Anforderungen fest zu setzen. Die Förderung soll aus dem Haushalt für 2002 erfolgen. Wie es heißt, hat sich das Ministerium für Benzin entschieden, weil es leichter als Methanol über die bestehenden Tankstellen vertrieben werden kann.
DWV
BMW zeigt Festoxid-Brennstoffzelle für Benzin
DWV, 15.03.01: Nach knapp zweijähriger Entwicklung hat BMW am 17. Februar das erste Auto vorgestellt, dessen elektrisches Bordnetz nicht aus einer Batterie, sondern mittels Festoxid-Brennstoffzelle aus dem Benzintank gespeist wird (HyWeb, 16.05.00). Das System soll in etwa fünf Jahren als Zubehör angeboten werden und dann etwa 5 kW leisten. In einem Reformer wird das Benzin bei etwa 800 °C in Wasserstoff und Rest aufgespalten; der Wasserstoff geht in die Zelle, der Rest wird verbrannt und erzeugt Wärme für den Reformer. Die Stromerzeugung auf diese Weise ist fast doppelt so effizient wie die Kombination aus Motor, Lichtmaschine und Batterie. Im Fahrbetrieb ist eine Einsparung von etwa 1 l/100 km möglich. Zudem ist die Zelle unabhängig vom Betrieb des Motors. Standheizung und -klimatisierung sowie neue elektronische Systeme funktionieren dadurch besser.
DWV
Bundestagebericht zur Technikfolgenabschätzung "Brennstoffzellen-Technologie"
05.03.2001: Auf der Internetseite des Deutschen Bundestages steht der Bericht des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft, Forschung, Technologie und Technikfolgenabschätzung zur Brennstoffzellen-Technologie als Download zur Verfügung. Der Endbericht des 1997 gestarteten Projektes steht damit allen interessierten kostenlos zur Verfügung. Der Download erfolgt von hier, die Dokumentennummer lautet: 14 / 5054. [pdf, 4,4 MByte]
Ford präsentiert Brennstoffzellen Focus in Brüssel und Berlin
DWV, 15.02.01: In Brüssel stellte Ford am 6. Februar der EU-Kommissarin für Energie und Verkehr, Loyola de Palacio, sein Brennstoffzellenauto Focus vor. Europachef Scheele sagte, die Brennstoffzelle habe das Potential, noch zu unseren Lebzeiten die 100-jährige Herrschaft des Verbrennungsmotors zu beenden. Die EU-Kommission plant nach de Palacios Worten einen Großversuch mit Brennstoffzellen-Autos in zehn europäischen Städten. Damit solle der Einsatz von Wasserstoffmotoren unter Marktbedingungungen erprobt werden. Die Kommissarin ließ offen, wann und wo der EU-Versuch starten wird. Brüssel werde nicht vorschreiben, welche Brennstoffzellentechnik eingesetzt werden solle. Autoindustrie und Kraftstoffherstellern bleibe es somit überlassen, ob beispielsweise der Wasserstoff in flüssiger Form oder als Gas gelagert werde.
De Palacio sagte, das Einführen von neuen Ersatzkraftstoffen sei kein einfaches Vorhaben. Eine ausreichende Belieferung müsse gewährleistet sein. Bündnisse in diesem Sektor zwischen Automobilherstellern und Ölgesellschaften seien deshalb zu begrüßen.
Erstmals in Deutschland wurde der Focus dann am 14. Februar in Berlin präsentiert, zusammen mit anderen Ford-Modellen mit alternativen oder sparsamen Antrieben über den Elektrokleinwagen TH!NK bis hin zu Fahrrädern mit elektrischem Hilfsmotor.
Norwegens Botschaft gab den Rahmen ab, weil der TH!NK in Norwegen gebaut wird; die Botschaft besitzt einen davon, und der Botschafter benutzt ihn mit Vorliebe als Dienstwagen. Ford Deutschland war durch den Vorstandsvorsitzenden Rolf Zimmermann und Vorstandsmitglied Wolfgang Schneider sowie Aufsichtsratschef Casper vertreten. Prominentester Gast war Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig, der auch zu einer Probefahrt ans Steuer gebeten wurde.
Außer dem Botschafter, dem Minister und den Vorständen sprach bei der Veranstaltung auch BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm und wies darauf hin, dass saubere Antriebe alleine viele Probleme nicht lösen würden; eine vernünftige, auf Verkehrsvermeidung gerichtete allgemeine Verkehrspolitik gehöre dazu.
Das vorgestellte Fahrzeug basiert auf dem Standardmodell Focus und bietet im Passagierraum nahezu unveränderte Platzverhältnisse; lediglich der Beifahrersitz ist etwas erhöht, weil sich darunter die Brennstoffzelle (Ballard Mark 900) befindet. Ein Komposittank mit Wasserstoff-Druckgas befindet sich hinter der Rückbank und lässt vom Kofferraum nicht viel übrig. Auch die Reichweite ist mit 150 km noch unzureichend. Wie verlautete, arbeite man an allen Möglichkeiten, dies zu verbessern, wolle sich aber noch auf kein System festlegen.
Im Jahre 2004 will Ford nach Angaben von Firmensprechern in Kalifornien eine Testflotte von 50 Fahrzeugen einsetzen; um 2007 herum könnte dieser Versuch zahlenmäßig und geographisch erweitert werden, und etwa ab 2010 wäre an einen Verkauf an normal Kunden zu denken.
(Pressemitteilung und Redetexte als Word File, ZIP) DWV
Norwegens Botschafter war Gastgeber der PräsentationFotos: DWV
Die Tankanlage hinter der Rückbank
HyWeb, 08.02.01: HyWeb enthält einen neuen Bereich mit einer Übersicht über Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Fahrzeugen unter www.HyWeb.de/h2cars (in englischer Sprache). Bisher sind Fahrzeuge aus den Jahren 1967 bis 1996 verfügbar. Die Übersicht über die Jahre 1997 bis 2002 wird in Kürze online sein.
Zu jedem Fahrzeug gibt es ein Datenblatt mit Foto und relevanten technischen und sonstigen Informationen.
Gesamturteil: HyWeb gibt sich Mühe, eine vollständige Übersicht zu präsentieren.
MA
"Die Entwicklung von Wasserstoff als Kraftstoff würde es ermöglichen, die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr und unsere Abhängigkeit von Erdölprodukten zu reduzieren."
Loyola de Palacio, EU-Kommissarin für Energie- und Verkehrspolitik, Brüssel, 6. Februar 2001 (Reuters-Meldung)
European Integrated Hydrogen Project: Bericht Phase 1 veröffentlicht, Phase 2 beginnt
HyWeb, 07.02.01: Der öffentliche Bericht des European Integrated Hydrogen Project - Phase 1 (EIHP) kann in englischer Sprache unter folgender Adresse heruntergeladen werden www.eihp.org.
Dies wird auch die Adresse der offiziellen Homepage des European Integrated Hydrogen Project - Phase 2 (EIHP2) sein, das im Februar 2001 startet und 36 Monate bis zum Beginn von 2004 andauern wird.
MA/RW
HyWeb, 07.02.01: Zwischen dem Unternehmen NBG Technologies, Inc. (NBG) und dem Energieversorger Long Island Power Authority (LIPA) in New York, USA, ist ein einjähriges Zusammenarbeitsprogramm zur Demonstration und Auswertung eines PEM Brennstoffzellen-Systems mit Kraft-Wärme-Kopplung für die Haushaltsanwendung vereinbart worden.
Das von H Power Corp. entwickelte Brennstoffzellen-System mit 4.5 kWe Leistung, das mit aus Erdgas hergestelltem Wasserstoff betrieben wird, wird von NBG geliefert und an einem von LIPA festzulegenden Standort installiert. Die Test- und Demonstrationsphase soll 6 Monate dauern.
MA/EZ
Erste Brennstoffzellen-Fertigung von Ballard Power Systems in Betrieb genommen
HyWeb, 07.02.01: Am 20.12.00 gab Ballard Power Systems die Inbetriebnahme seiner ersten Anlage zur Fertigung von Brennstoffzellen auf einem am Hauptsitz angrenzenden Gelände in Burnaby, British Columbia, Kanada, bekannt.
Die Kapazität der 9,900 m2 grossen Anlage soll für die kurzfristig benötigte Fertigung von tragbaren und Auto-Brennstoffzellen ausreichen. Eine grössere Fertigungsanlage soll in 2002 in Nordamerika gebaut werden und in der Endausbaustufe Brennstoffzellen für 300.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren (HyWeb, 01.02.00).
MA/EZ
Weitere Schritte bei Kaliforniens Null-Emissions-Fahrzeuge-Plan
HyWeb, 07.02.01: Der für die Luftqualität zuständige Ausschuss ARB (Air Resources Board) der kalifornischen Agentur für den Umweltschutz hat am 26.01.01 beschlossen, das zehn Jahre alte Null-Emissions-Fahrzeug-Mandat (ZEV 'Zero Emission Vehicle') aufrecht zu erhalten.
Dabei wurden auch zusätzliche Optionen für die Autohersteller zur Erfüllung der ZEV-Forderungen bewilligt. Ab 2003 muss jeder Autohersteller zwischen 4.450 und 15.450 neue Autos mit Nullemission in Kalifornien verkaufen, je nach Art des sauberen Fahrzeugs (batteriebetriebene Elektrofahrzeuge oder andere neue saubere Fahrzeuge wie Brennstoffzellen-Autos, elektrische Hybridautos und sehr saubere Benzinautos). Ab 2007 werden auch schwerere Sport-Nutzfahrzeuge, Lastwagen und Lieferwagen berücksichtigt. Für eine ZEV-Einführung vor 2003 stehen den Hestellern Förderungen zur Verfügung.
Die ZEV-Markteinführung wird auf Bund-, Staat- und lokaler Ebene durch eine Reihe von finaziellen Anreizen fün den Verbraucher gefördert.
Unter den Bundesförderungen sind z.B. die Befreiung von der Luxussteuer für mit alternativem Kraftstoff angetriebenen Autos und eine auf 4000 US-$ beschränkte Steuer-Gutschrift von 10 % der Elektroautokosten, die bis 2004 gilt und schrittweise reduziert wird.
Bereits am 07.12.00 billigte das ARB Richtlinien für das dreijährige 18 Millionen US-$ ZEV-Förderprogramm, das für den Kauf bzw. Leasing von Elektroautos zur privaten oder öffentlichen Nutzung am 30.09.00 beschlossen wurde ('Lowenthal Bill'). Einzelne Zuschüsse sind auf 3000 US-$ pro Jahr und drei Jahre beschränkt.
Weitere Förderungen stehen von Staats- und lokalen Institutionen zur Verfügung, wie z. B. Zuschüsse bis 3000 US-$ für ein Elektroauto, kostenloses Parken, Befreiung von der Kfz-Steuer und finanzielle Unterstützungen für Batterie-Ladestationen und andere Infrastruktur-Einrichtungen.
Auch die EVU bieten Förderungen an, meistens als Stromgebühren-Abschlag zwischen 2,5 und 5,1 Cents pro kWh, die für Batterie-Ladung außerhalb der Lastspitzzeiten verbraucht wird oder, wie im Falle von Edison International, als 3.600 US-$ Zuschuss an eigene Angestellte für den Kauf bzw.Leasing eines Elektroautos.
Weitere Informationen zum ZEV-Programm können Sie hier (www.arb.ca.gov/msprog/zevprog/zevprog.htm) oder speziell zu den ZEV-Förderungen hier (www.arb.ca.gov/msprog/zevprog/incentiv.htm) finden.
MA/EZ
HyWeb link: H2 Information Network
HyWeb, 02.02.01: Das Hydrogen Information Network des US-amerikanischen Department of Energy (Energieministerium) enthält detaillierte Informationen über Entwicklungen und Fortschritte im F&E-Bereich im Rahmen des Wasserstoff-Programms des DoE. Die Webseite wurde im Mai 2000 vollständig überarbeitet.
Gesamturteil: Präsentiert detaillierte Informationen, höchst empfehlenswert.
MA
Brennstoffzellen- Staubsauger von Manhattan Scientifics, NovArs, Electrolux und Lunar Design
HyWeb, 31.01.01: Ein Prototyp eines von einer leichten und kompakten Brennstoffzelle angetriebenen, kabelfreien Staubsaugers wird von Manhattan Scientifics Inc., Electrolux LLC und Lunar Design gemeinsam entwickelt. Manhattan Scientifics ist ein in verschiedenen Technologien tätiges Unternehmen mit Hauptsitz in New York und Laboratorien in New Mexico; das nordamerikanische Unternehmen Electrolux LLC (nicht zu verwechseln mit Electrolux AB, Schweden) stellt hauptsächlich Bodenpflege-Produkte her, und Lunar Design ist eine Design-Firma mit Sitz in Silicon Valley.
Wie Manhattan Scientifics am 24. Januar mitteilte, besteht das von ihm gelieferte 1 kW Antriebssystem aus zwei Brennstoffzellen-Stacks, einer Wasserstoff-Druckspeicherflasche und einer elektronischen Regelungsplatte. Es basiert auf einer von der Partnerfirma NovArs GmbH (Passau, Deutschland) entwickelten, fortschrittlichen Technologie, wobei kohlenstofffaserverstärkter Verbundwerkstoff (CFC, carbon fiber composite) als Strukturwerkstoff und eine fortschrittliche Dichtungstechnologie angewandt werden, was Größe und Gewicht minimiert (ca. 4,5 kg).
Die aus CFC gebaute Wasserstoff-Druckspeicherflasche lässt sich in Sekunden austauschen (ähnlich wie die üblichen Flüssiggasflaschen) und wird von Electrolux durch dessen weltweites Vertriebsnetz geliefert.
Manhattan Scientifics hatte 1999 die Rechte an der NovArs-Technologie erworben und finanziert weitere Entwicklungen mit dem Ziel, Größe und Gewicht in den weiteren Prototypen zusätzlich zu reduzieren.
Manhattan Scientifics entwickelt auch ein mit einer Brennstoffzelle angetriebenes Fahrrad zusammen mit der italienischen Aprilia SpA (HyWeb, 19.12.00).
MA/EZ
Erster 2 kW PEM-Brennstoffzellen-Stack von Teledyne Technology ausgeliefert
HyWeb, 31.01.01: Auf der Basis von Erfahrungen im Bereich Elektrolyseure hat Teledyne Energy Systems seine ersten 2 kW PEM-Brennstoffzellen-Stacks für die dezentrale Stromerzeugung entwickelt, hergestellt und ausgeliefert.
Teledyne Energy Systems (Hunt Valley, Maryland, USA) ist ein Geschäftsbereich von Teledyne Technology, Inc. (Los Angeles, Kalifornien, USA), einer Gesellschaft, die in USA, Großbritannien and Mexiko in verschiedenen Branchen wie Elektronik-, Kommunikations- und Raumfahrt-Technologien und System-Engineering tätig ist.
MA/EZ
Erster italienischer Wasserstoff-Brennstoffzellen-Stadtbus im Linienverkehr in Turin innerhalb 2001
HyWeb, 22.01.01: Im norditalienischen Turin soll der erste italienische BZ-Stadtbus in Juni 2001 den Test-Straßenbetrieb aufnehmen und innerhalb 2001 für den normalen Betrieb des öffentlichen Personenverkehrs eingesetzt werden.
Der Bus von Irisbus, einer 50/50 Tochter von Renault V.I. und Iveco, wird mit elektrolytisch hergestelltem Wasserstoff betrieben und ist auch mit einem Batteriensystem versehen. Die Brennstoffzelle hat eine Leistung von 60 kW.
Das Projekt stellt auch die erste konkrete Technologie-, Normen- und Organizations-Aktivität des im Jahr 2000 initiierten, nationalen Wasserstoffsprogramms dar. Es wird sowohl vom privaten als auch vom öffentlichen Sektor in etwa gleichen Teilen getragen. Die beteiligten Firmen und Institutionen, verbunden in der ATI ('Associazione Temporanea di Imprese'), sind: ATM (Verkehrsbetrieb der Stadt Turin), Iribus Italia SpA, Sapio Produzione Idrogeno Ossigeno Srl, CVA SpA ('Compagnia Valdostana Acque', Wassergesellschaft des Aostatals), Ansaldo Ricerche Srl, das Umweltministerium und ENEA.
Abhängig von den Ergebnissen einer mehrjährigen Bewährungsphase und von zukünftigen Marktbedingungen will die Betreibergesellschaft ATM in der zweiten Hälfte dieser Dekade über den systematischen Kauf von diesen Null-Emission-Bussen entscheiden. Mittlerweile setzt sie die progressive Substitution von Diesel durch umweltfreundlichere Kraftstoffe fort, wie z.B. Erdgas und den s.g. 'weißen Diesel', eine Diesel-Wasser- Emulsion, die in einer Testkampagne mit 40 Bussen eine ca. 50%ige Senkung der Ruß-Emissionen zeigte.
Irisbus plant zwei weitere Brennstoffzellenbus-Projekte in Paris (Frankreich) und Madrid (Spanien) Ende 2002 / Anfang 2003.
MA/EZ
Celanese und Honda entwickeln gemeinsam neue mobile Brennstoffzelle
HyWeb, 22.01.01: Celanese Ventures GmbH and Honda R&D Co. Ltd. wollen gemeinsam Membrane und Membran-Elektroden-Einheiten für mobile Brennstoffzellen mit besserer Leistung und niedrigeren Kosten entwickeln. Die zwei Gesellschaften sind die Forschungsfilialen des Chemie-Weltunternehmens Celanese AG (Kronberg, Deutschland) bzw. des japanischen Autoherstellers Honda. Bei der Bekanntgabe der Zusammenarbeitsvereinbarung am 4. Dec. 2000 wurden aber keine Zeitangaben bezüglich des Markteintritts der neuen Brennstoffzelle gemacht.
Die Celanese Membrane besteht aus dem Kunstoff Polybenzimidazol (Pbi), der ausschließlich von Celanese produziert wird und im Vergleich zu anderen Membranen angeblich die doppelte Arbeitstemperatur erreichen kann.
Neben den mobilen Brennstoffzellen sollen die Celanese Membran-Elektroden-Einheiten auch für stationäre Brennstoffzellen zur Heizung und Stromerzeugung zusammen mit Plug Power vermarktet werden.
Celanese Ventures wurde am 1. Oktober 2000 spezifisch für innovative Projekte, wie BZ-Membranen, neue Katalysatoren für Hochleistungspolymere und innovative Lebensmittel-Zutaten gegründet.
MA/EZ
Mikrobrennstoffzellen-Initiative von Mechanical Technology AG mit LANL Know-how
HyWeb, 22.01.01: Mechanical Technology Inc. (Albany, New York, USA) gab am 4. Januar den Start von Aktivitäten zur Entwicklung und Kommerzialisierung von Mikrobrennstoffzellen für tragbare Geräte wie Handies, digitale Organizer etc. bekannt. Die Entwicklung wird auf der Technologie der Direkt-Methanol-Brennstoffzellen von Los Alamos National Laboratory basieren, mit dem Mechanical Technology eine Lizenzvereinbarung abgeschlossen hat. Auch der neue Technologie-Chef, der renommierte Elektrochemie-Wissenschaftler Dr. Gottesfeld, stammt aus LANL, wo er das Brennstoffzelle-Forschungsprogramm geleitet hatte.
MA/EZ