Wasserstoffprojekte in Bayern HyWeb, 18.12.97: Auf Antrag von SPD-Abgeordneten im Bayerischen Landtag hat das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie im Einvernehmen mit den Staatsministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Landesentwicklung und Umweltfragen folgende Liste von Projekten erstellt. Eine Übersicht ist auch auf der home page der Wasserstoff-Initiative Bayern (WIBA) zu finden.
- Brennstoffzellenantrieb für städtische Nutzfahrzeuge
- Brennstoffzellenblockheizkraftwerk Nürnberg
- Wasserstoffprojekt am Flughafen München (siehe home page der WIBA)
- Simulationstool H2-Explosionen
- Verbrennung von Hythane
- Entwicklungsprojekt PEM-Brennstoffzelle
- Machbarkeitsstudie Innovative Wasserstoff-Speicherung
- Hydridspeicher für mobile Anwendungen
In Bearbeitung bzw. in Projektierung sind u.a.:
- Wasserstoffflugzeug Cryoplane
- Wasserstoffsensorik
- Brennstoffzellen-Niederflurgelenkbus
- Mobile Tankstelle für gasförmigen Wasserstoff
- Hausenergieversorgung mit stationärer Brennstoffzelle
- Brennstoffzellen-Pkw
- Denitrifikation mit Wasserstoff, Elektrolyse, Brennstoffzelle in einem Wasserwerk
- Brennstoffzellenbus, Betrieb mit Restwasserstoff
- Industrielle Fertigung von LH2-Fahrzeugtanks
MA
PEM Who is Who: Hersteller, Entwickler, Berater HyWeb, 18.12.97: Folgende uns bekannte Unternehmen und Institute befassen sich mit der System- oder Komponentenentwicklung bzw. mit der Grundlagen- und angewandten Forschung für PEM-Brennstoffzellen (die Liste enthält keine Membran- oder Katalysatorhersteller) bzw. sind als Consultants tätig. Die Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie Ergänzung oder Korrekturen (z.B. home page Adressen) haben, schicken Sie uns bitte ein e-mail an webmaster@HyWeb.de. Die links gehen direkt auf die home page der jeweiligen Firma; nicht in jedem Fall sind dort Informationen über die PEM-Aktivitäten zu finden.
Name
Ort
Land
Advanced Power Sources, Ltd.
Loughborough, Leicestershire
UK
Torrance
USA
USA
Aspen Systems, Inc.
Marlborough, MA
USA
Avista Laboratories
Spokane, Washington
USA
Burnaby, BC.
Canada
BCS Technologies
Bryan, Texas
USA
Consiglio Nationale Delle Ricerche CNR
S. Lucia, Messina
Italy
Stuttgart
Germany
Palm Harbor, Florida
USA
Milano
Italy
DERA Centre for Marine Technology, Electrochemical Power Sources Centre
Gosport, Hampshire
UK
EIC Laboratories, Inc.
Norwood, MA
USA
Woburn, MA
USA
West Palm Beach, Florida
USA
ESTCO Energy, Inc.
Nepean, Ontario
Canada
Freiburg
Germany
Fuji Electric and Kansai Electric
Japan
Giner Inc.
Waltham, MA
USA
College Station, Texas
USA
HITACHI
Japan
Belleville, NJ.
USA
Montréal, Québec
Canada
Honda Motor
Japan
Humbold State University
Arcata
USA
South Windsor, Ct.
USA
NM
USA
Loughborough University
UK
Ottobrunn
Germany
Lynntech
College Station, Texas
USA
Magnet Motor GmbH
Starnberg
Germany
Materials and Electrochemical Research (MER)
Tuscon, AZ
USA
Latham, NY
USA
MIL Systems
Canada
Mitsubishi Electric
Japan
Petten
The Netherlands
Latham, NY
USA
Polydyne, Inc.
Burr Ridge, IL
USA
Rocky Hill, CT
USA
Villigen
CH
Japan
Erlangen
Germany
Symyx Technologies
Sunnyvale, CA
USA
Teledyne Brown Engineering Systems
Hunt Valley, Maryland
USA
Texas A&M University
College Station, Texas
USA
T/J Technologies, Inc.
Ann Arbor, MI
USA
Toshiba
Japan
Japan
Vickers Shipbuilding and Engineering Ltd.
UK
Ulm
Germany
MA
US-DoE-geförderte PEM-Fahrzeugaktivitäten und Firmen HyWeb, 18.12.97: Klicken Sie bitte hier für einen Überblick (in englischer Sprache) über die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die durch das US-Energieministerium, Office of Transportation Technologies, Office of Advanced Automotive Technologies gefördert werden. Es ist ein Auszug aus der neuen Broschüre "Fuel Cells for Transportation" (Brennstoffzellen für den Transport), die die Projektzusammenfassungen enthält.
MA
Symposium: Der Zukunft verpflichtet HyWeb, 18.12.97: Die Energieversorgung und der Verkehr zwei Bereiche, die ganz wesentlich sind für die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse sind weltweit im Wandel begriffen. Den wenigsten Menschen ist bewußt, daß unser gegenwärtiger Lebensstil in der industrialisierten Welt mit seinem enormen Verbrauch fossiler Energieträger nicht mehr lange aufrecht erhalten werden kann. Schon gar nicht ist er auf alle Staaten der Welt übertragbar. Dies ist eine große Herausforderung.
Zu Ehren des 85. Geburtstages von Ludwig Bölkow kamen am 30. Juni 1997 hochrangige Vertreter der deutschen Industrie und Wissenschaft zusammen, um im Rahmen eines Symposiums mit dem Titel "Der Zukunft verpflichtet" diese Thematik zu diskutieren, verpflichtende eigene Modelle und Lösungsansätze vorzustellen.
Professor Hartmut Graßl, Direktor des Weltklimaforschungsprogramms, warnte eindringlich vor den Änderungen des Klimas als Folge der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas.
Welche kurzfristigen Auswirkungen die langfristige Verknappung fossiler Energievorräte haben kann, schildert Dr. Eberhard Jochem vom Fraunhofer Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung.
Ludwig Bölkow zeigte Lösungswege auf. Für ihn kommt nur eine effizientere Energienutzung und der Umbau unseres Energiesystems auf Sonnenenergie in Frage. Die Energieträger der Zukunft sind dann Strom und zusätzlich Wasserstoff.
Bemerkenswert ist die Haltung von Jürgen E. Schrempp, dem Vorstandsvorsitzenden der Daimler-Benz AG. Ausdrücklich akzeptiert er die Klima- und Ressourcenprobleme als Randbedingungen für unternehmerisches Handeln und übernimmt die gesellschaftliche Verpflichtung, für nachhaltige Lösungen in der Wirtschaft zu sorgen. So treibt Daimler-Benz maßgeblich die Entwicklung von Brennstoffzellenautos voran. Dies ist für Schrempp ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu Bölkows Vision einer "Wasserstoffwelt".
Klaus-Dieter Vöhringer, Vorstand für Forschung und Technologie bei Daimler-Benz, und Dr. Manfred Bischoff, Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz Aerospace (DASA), zeigen in ihren Beiträgen, wie das Unternehmen die Herausforderungen aufgreift und welche verträglichen Lösungen für den Verkehr von morgen auf den Weg gebracht werden. Dabei sehen sich DASA und Daimler Benz in der Tradition von Ludwig Bölkow, diesen Problemen mit innovativen Lösungen offensiv zu begegnen. Unternehmerische Wertschöpfung und gesellschaftspolitische Verantwortung können sich dabei durchaus vereinen.
Die Beiträge der Vortragenden wurden in dem Buch "Der Zukunft verpflichtet" zusammengetragen.
JS/MA
Was ist Daimler-Benz + Ford + Ballard? HyWeb, 18.12.97: Klingt wie ein großer Schub bei der Kommerzialisierung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen.
Am Montag, dem 15. Dezember kündigten Daimler-Benz AG, Ford Motor Company und Ballard Power Systems Inc. gemeinsam eine globale Allianz zur Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie an.
In einer Sonderausgabe des Hydrogen & Fuel Cell Letter vom 15. Dezember wird über dieses Ereignis detailliert in englischer Sprache berichtet.
MA
Brennstoffzellenfahrzeug-Aktivitäten in Japan: Mazda, Mitsubishi, Toyota HyWeb, 12.12.97: Mazda hat sein erstes Brennstoffzellen-Fahrzeug auf der Ausstellung während des Kyoto-Gipfels diese und letzte Woche präsentiert. Das Wasserstoff-getriebene Fahrzeug auf der Basis des Mazda Demio hat eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und eine Reichweite von 170 km bei vollem 15 Nm³ Metallhydrid-Wasserstoffspeicher. Es hat eine 20 kW PEM-Brennstoffzelle mit Hochleistungskondensatoren als Pufferspeicher; der Elektromotor hat eine Spitzenleistung von 40 kW. "Es ist nicht geplant, den Demio FCEV (Brennstoffzellenfahrzeug) zu kommerzialisieren. Wir sind noch im Prozeß der Weiterentwicklung für den wirklichen Einsatz," wird ein Mazda-Sprecher in einer Reuters-Meldung vom 3. Dezember zitiert.
Mitsubishi Electric Corp. hat nach eigenen Aussagen einen kompakten Methanolreformer zur Wasserstofferzeugung für den Einsatz in Brennstoffzellen und Brennstoffzellenfahrzeugen entwickelt, wie einer Calstart-Meldung vom 17. September zu entnehmen ist. Der Reformer, der aus flachen, stapelbaren Komponenten von 29 x 29 cm² mit einer Gesamthöhe von 26 cm besteht, ist damit nach Mitsubishi-Einschätzung zehnmal kleiner als konventionelle Methanolreformer. Der Reformer, der für den Einsatz von PEM-Brennstoffzellen entwickelt wurde, soll ab dem Jahr 2005 für Fahrzeuge und stationäre Anwendungen verfügbar sein.
Laut einer Pressemitteilung der Electric Vehicle Association of the Americas vom 9. Dezember hat Toyota angekündigt, seinen Prius, ein fortgeschrittenes Brennstoffzellenfahrzeug, diese Woche auf dem 14. International Electric Vehicle Symposium in Orlando, Florida, zu präsentieren.
MA
Brennstoffzellenentwicklung in Nord Amerika: Ballard, Energy Research Corporation, Ford, H Power of Canada HyWeb, 12.12.97: Ballard Power Systems hat in einer Pressemitteilung vom 1. Dezember den Eingang eines CAN$700.000 Auftrags von Matsushita Electric Works, Ltd. (Osaka, Japan) für Brennstoffzellen mit sehr niedrigem Eingangsluftdruck, "Umgebungsdruck", bestätigt. Die Brennstoffzellen werden von Matsushita in Prototypen tragbarer Stromgeneratoren integriert, die für den Freizeit- und Notstromaggregatemarkt im Bereich unter 1 kW Leistung gedacht sind. Es handelt sich um einen Nachfolgeauftrag für den ersten CAN$340.000 Auftrag von Matsushita, der im Oktober 1996 bekanntgegeben wurde.
"Umgebungsluftdruck-Brennstoffzellen finden Anwendung in Konfigurationen kleiner Leistung und sind vor allem für tragbare Anwendungen, die leise, sauber und effizient sein müssen, geeignet," sagt Firoz Rasul, Präsident und Chief Executive Officer bei Ballard. "Umgebungsluftdruck-Brennstoffzellen ergänzen die Druck-Brennstoffzellen von Ballard, die für mobile und stationäre Anwendungen großer Leistung entwickelt wurden." Ballard Umgebungsluftdruck-Brennstoffzellen sind laut Pressemitteilung luftgekühlt, einfach, zuverlässig, frosttolerant und besonders geeignet für Anwendungen kleiner Leistung.
Energy Research Corporation (HyWeb, 16.10.97) teilt in einer Pressemeldung vom 8. Dezember mit, einen Auftrag in Höhe von US$270.664 von John J. McMullen Associates, Inc., einer Marine-Architekturfirma, für den Entwurf eines Direkt-Brennstoffzellen-Kraftwerks (d.h. einer Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle) für eine U.S. Coast Guard Seeanwendung erhalten zu haben. Es ist zu erwarten, daß dieser Entwurf zur Konstruktion und Demonstration eines Brennstoffzellen-Kraftwerks zuerst in einer landgestützten Anwendung und nachfolgend in einem Küstenwachboot führen wird.
Fuel Cells 2000, eine gemeinnützige, unabhängige Organisation, berichtet in einer Pressemeldung vom 11. Dezember von einer neuen Studie der Ford Motor Company, die zu dem Schluß kommen soll, daß Null-Emissions-Brennstoffzellenantriebe sowohl erhebliche Effizienzvorteile versprächen als auch bei Massenproduktion wirtschaftlich konkurrenzfähig seien.
Ein Ford Econoline Van könne mit Brennstoffzellenantrieb einen Verbrauch von 7 Litern auf 100 km erreichen, während die Standard-Variante nach EPA-Schätzungen (Environmental Protection Agency) zwischen 17 und 21 l/100 km im Stadtverkehr verbraucht. Die Studie kommt zu dem Schluß, daß Brennstoffzellenantriebe bei Massenproduktion US$37 bis 71 pro Kilowatt kosten würden und damit im Bereich der heutigen Verbrennungsmotoren lägen.
Schon am 28. Mai dieses Jahres hat Sofinov, Société financière d'innovation aus Montréal, Kanada, die Investition in die Brennstoffzellen-Technologie von H Power aus Belleville, New Jersey in Höhe von US$10 Millionen bekanntgegeben. Von dieser Summe flossen US$2,5 Mio direkt in die Gründung H Power of Canada, einer Firma mit Sitz in Québec. "H Power plant, Ende des Jahres drei Produkte zu vermarkten, was sie zur ersten Firma macht, die Brennstoffzellen in großen Stückzahlen kommerziell verkauft," sagte Denis Dionne, Präsident von Sofinov, im Mai.
Im Oktober hat Sofinov eine Investition in die Elektrolyseure von Hydrogen Systems aus Belgien verkündet (HyWeb, 20.11.97).
MA
Ergebnis des Klima-Gipfels in Kyoto: Industrieländer reduzieren Klimagasemissionen um 5,2% HyWeb, 12.12.97: Laut einer Pressemitteilung der Vereinten Nationen vom 11. Dezember haben "Minister und andere hochrangige Vertreter von 160 Ländern am heutigen Morgen Einigung über ein rechtlich bindendes Protokoll erzielt, das die gemeinsame Reduzierung von Klimagasemissionen in Industrieländern um 5,2% beinhaltet."
Die Übereinkunft ziel auf die Emissionsreduzierung einer Gruppe von sechs Klimagasen bis 2008-2012, berechnet als Mittelwert dieser fünf Jahre. Reduktionen der drei wichtigsten Klimagase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) werden gegenüber dem Basisjahr 1990 berechnet. Reduktionen der drei langlebigen Industriegase Fluorkohlenwasserstoffe (HFCs), Perfluorkoshlenstoffe (PFCs) und Schwefelhexafluorid (SF6) werden wahlweise gegen 1990 oder 1995 gerechnet.
Verglichen mit den für 2000 erwarteten Emissionen liegen die für die Einhaltung des Protokolls notwendigen Reduktionen effektiv bei etwa 10%, da viele Industrieländer ihr nicht verpflichtendes Ziel der Rückführung ihrer Emissionen auf die 1990er Werte bis 2000 nicht eingehalten haben; die Emissionen sind im Gegenteil gestiegen. Verglichen mit Emissionserwartungen ohne Maßnahmen zur Emissionskontrolle bedeutet das Protokoll sogar eine Reduktion um rund 30%. Das Protokoll sollte daher ein deutliches Signal an die Wirtschaft senden, die Entwicklung klimafreundlicher Produkte und Dienstleistungen zu beschleunigen, fährt die Pressemitteilung fort.
Nach einer Serie von Vorbereitungstreffen im nächsten Juni in Bonn wird die vierte Sitzung der Konferenz der Parteien (COP4) vom 2. bis 13. November 1998 in Buenos Aires stattfinden.
Offizielle Dokumente und anderes Material sind im Internet in englischer Sprache verfügbar unter http://www.unfccc.de. Die offizielle home page der Kyoto Konferenz ist http://www.cop3.or.jp mit zwei Spiegelservern in Europa (http://www.cop3.de) und Nordamerika (http://www.cop3.org).
MA
Wasserstoff-Tankstelle in Hamburg eingeweiht HyWeb, 12.12.97: Am 10. Dezember wurde auf dem Gelände der Hamburger Gaswerke die erste Wasserstoff-Tankstelle für eine Hamburger Fahrzeugflotte eingeweiht; die Inbetriebnahme ist für März 1998 geplant. Das übergeordnete Ziel des Pilotprojekts W.E.I.T. (Wasserstoff - Energie Island - Transfer; HyWeb, 27.03.97) ist die Demonstration der sinnvollen Nutzung von Wasserstoff im innerstädtischen, täglichen Einsatz.
Eine Flotte von zunächst sechs Kleintransportern, serienmäßig mit Benzinmotoren ausgerüstet, werden für das Projekt auf Druckwasserrstoff-Betrieb umgerüstet. In der ersten Phase stammt der Wasserstoff zur Belieferung der Tankstelle und zum Betrieb der Fahrzeuge aus Hamburger Industriebeständen.In der zweiten Projektphase soll die Tankstelle mit Wasserstoff aus Island beliefert werden, der aus Wasserkraftstrom erzeugt wird.
Für weitere Informationen steht Thomas Breitkreuz, Geschäftsführer HaWA, unter Tel. 040/27899-243 zur Verfügung.
Teilnehmer des Projektverbundes, der für neue Partner offen ist, sind bisher:
- HaWA, Hamburger Wasserstoff-Agentur GmbH, Flotowstr. 41-43, D-22083 Hamburg, Tel. 040/27899-243
- Hermes Versand Service
- HEW, Hamburgische Electricitäts-Werke AG
- HGW, Hamburger Gaswerke GmbH
- HASPA, Hamburger Sparkasse
- HHA, Hamburger Hochbahn AG
- Hoyer GmbH, Internationale Fachspedition
- AGA Gas GmbH
- FFG, Fahrzeugwerke Falkenried GmbH
- HLB, Hamburgische Landesbank
- MDEU, Mannesmann Demag AG Energie und Umwelttechnik
- TÜV Nord
- Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V.
MA
Wer hat Angst vorm Treibhauseffekt? HyWeb, 01.12.97: Im Gegensatz zur allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung ist die Industrie nicht generell gegen Emissionslimits für Treibhausgase. Der GECR (Global Environmental Change Report) berichtet in seiner Ausgabe vom 14. November 1997 von Umfragen in Australien und England.
69% der zufällig ausgewählten Firmendirektoren in Australien antworteten auf die Frage Sind Sie für die Festlegung von Reduktionszielen für Treibhausgase für Australien?" mit Ja". Dieses Ergebnis gilt für alle Industriesektoren mit Ausnahme des Landwirtschafts- und Bergbausektors, wo die Zustimmung nicht so einhellig war. 70% der Befürworter einer Begrenzung sind der Meinung, diese müsse rechtlich bindend sein.
Reuters berichtet am 11. November von einer Befragung der Mitglieder der Confederation of British Industry (CBI), bei der 83% der Mitglieder den EU-Vorschlag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen um 15% bis zum Jahr 2010 im Vergleich zu 1990 befürworten. Mehr als 60% der Mitglieder haben sich sogar dafür ausgesprochen, diese Ziele auch einseitig in der EU zu verfolgen, wenn andere Industrienationen diesem Vorschlag nicht folgen.
Mit Blick auf den Klimagipfel in Kyoto diese Woche haben einige große Firmen die Bedrohung durch den Treibhauseffekt öffentlich anerkannt und Gegenmaßnahmen wie CO2-Reduktionsziele oder Energiepreiserhöhungen vorgeschlagen. Beispiele sind General Motors (HyWeb, 22.10.97), Shell (HyWeb 22.10.97) und BP (HyWeb, 01.07.97). Am Samstag, dem 22. November, hat sich Philippe Jaffre, Chairman der französischen Mineralölgruppe Elf Aquitaine, in einem Interview in Le Monde für eine 15%ige Reduktion der CO2-Emissionen bis 2010 wie von der EU vorgeschlagen ausgesprochen. Auch die Aktivitäten von Enron im Bereich der erneuerbaren Energien (HyWeb, 22.10.97) können in diesem Licht gesehen werden.
Trotzdem gibt es in der Industrie noch immer starken Widerstand gegen Treibhausgas-Reduktionsziele. Jim Stanford, Chief Executive von Petro-Canada, warnte am Montag, dem 24. November laut einer Reuters-Meldung, daß scharfe Regularien mit dem Ziel, die kanadischen Treibhausgasemissionen zu mindern, den erreichten Lebensstandard aufs Spiel setzten. Andererseits verkündete Petro-Canada am gleichen Tag in einer Pressemitteilung, daß eine Vereinbarung über die Investition in eine innovative Fahrzeugtreibstofftechnologie, die zum Erreichen des kanadischen Ziels der Stabilisierung der Treibhausgasemissionen beitragen werde, mit Iogen Corporation aus Ottawa unterzeichnet worden sei.
Die Global Climate Coalition (GCC) reagierte auf eine Studie zu Szenarien der CO2-Reduktion in den USA (HyWeb, 22.10.97), die von fünf Laboratorien des US Department of Energy durchgeführt worden war, mit den Worten: In Anbetracht der hohen Kosten und der großen Zeiträume, die für das Erreichen von signifikanten Energieeffizienzsteigerungen notwendig sind, leistet die GCC Widerstand gegen aktuelle Bemühungen der Regierung, den sich selbst widersprechenden Mythos weiter zu verbreiten, Goldesel-Technologien seien verfügbar, die von Kunden und der Industrie eingesetzt werden, wenn wir nur Grenzen für die Emissionen aus der Nutzung fossiler Energien festlegen."
In einer UPI-Nachricht vom 10. September wird von der Bildung einer schlagkräftigen Industiekoalition berichtet, die mit einer Multi-Millionen-Dollar Kampagne unter dem Titel Globales Klima-Informations-Projekt" gegen Präsident Clintons Pläne zur Bekämpfung der Klimaproblematik zu Felde zieht. Die Koalition beinhaltet die American Automobile Manufacturers Association, das American Petroleum Institute, das American Plastics Council, die National Association of Manufacturers, die National Automobile Dealers Association, die United Mine Workers of America, die United Transportation Union und die National Cattlemens Beef Association.
Aber es gibt auch Industrieverbände mit einer aktiven Strategie zur Reduktion der Treibhausgasemissionen. Ein Beispiel ist das European Business Council for a Sustainable Energy Future e5, das 1995 in Berlin aus Anlaß der Berliner Klima-Konferenz gegründet wurde. Ihm gehören Firmen wie Enron Europe, Rockwool, Danfoss, AEG, die Deutsche Bahn, aber auch kleine und mittlere Firmen aus allen Bereichen der Wirtschaft und Industrieverbände an. In einer Stellungnahme auf der Plenarsitzung des UN-FCCC-AGBM (UN Klimarahmenkonvention ad-hoc Gruppe des Berliner Mandats) am 22. Oktober in Bonn sagte Paul E. Metz, Executive Director von e5, im Auftrag des Europäischen und des US Business Council for Sustainable Energy sowie der International Cogeneration Alliance: Die Früche der nachhaltigen Energie-Innovation kommen nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch dem Arbeitsmarkt, der Umwelt- und Sozialpolitik, der geopolitischen Stabilität und den nationalen Interessen der energieimportierenden Länder zugute". Metz fuhr fort, daß der business-as-usual (weiter wie bisher)-Ansatz in der Klimafrage weder im öffentlichen noch im Interesse der Wirtschaft ist."
Siehe auch die Pressemitteilung von e5 und anderen deutschen Industrieverbänden aus Anlaß des Kioto-Gipfels sowie das Positionspapier der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH und die Pressemitteilung des Deutschen Wasserstoff-Verbandes zum Thema.
MA
3-Liter-Auto-Wettbewerb der nordamerikanischen Universitäten; Brennstoffzellen mit im Rennen HyWeb, 01.12.97: Der FutureCar Challenge ist eine der härtesten Herausforderungen in Nordamerika, bei dem Studierenden-Teams energieeffiziente Familien-Limousinen entwickeln. Ziel ist ein 3-Liter-Auto (80 Meilen pro Gallone Benzin), das die gleichen Anforderungen an Sicherheit, Fahrleistung und Nutzen erfüllt wie heutige Autos.
Die teilnehmenden Teams rüsten konventionelle Fahrzeuge um, wobei neueste Technologien wie Brennstoffzellen und andere fortschrittliche Antriebstechnologien zum Einsatz kommen. Das US-amerikanische Energieministerium (DoE Department of Energy) plant zwei Brennstoffzellensysteme von Energy Partners aus West Palm Beach, Florida, für den FutureCar Challenge 1998 zu kaufen. Das DoE hat die Technischen Hochschulen von Virginia und Texas als Empfänger der Brennstoffzellen auf der Basis ihrer Vorschläge für deren Einsatz im Fahrzeug ausgewählt. Studierende von mehr als einem Duzend Hochschulen werden super-effiziente Fahrzeuge für das Rennen, das am 5. Juni 1998 startet, entwickeln.
Der Wettkampf wird vom DoE und dem United States Council for Automotive Research (USCAR) gesponsort, unterstützt von der National Science Foundation, Environmental Protection Agency und Natural Resources Canada. Jedes Team bekommt 10.000 US$ von den drei großen Autoherstellern, um die von Ford, General Motors und Chrystler gestifteten Fahrzeuge umzurüsten.
Das FutureCar-Programm erschließt das Top-Ingenieurpotential von Hochschulen im ganzen Land, um an einer nationalen Herausforderung zu arbeiten der Entwicklung eines super-effizienten Autos, das unsere Ansprüche an Leistung und Sicherheit erfüllt. Wenn wir dieses Ziel erreichen, machen wir unsere Fahrzeugindustrie wettbewerbsfähiger und schützen unsere Umwelt, indem wir eine der Hauptquellen von Treibhausgasen verringern," sagte Energieminister Federico Peña in einer Pressemitteilung des DoE vom 27. Oktober.
In Europa existiert nichts dem FutureCar Challenge vergleichbares, außer vielleicht den Solarautorennen, die sich oft auf sehr spezialisierte Fahrzeugkonzepte stützen, und dem an der Fachhochschule Stralsund auf Wasserstoffbetrieb umgerüsteten Pkw (HyWeb, 12.06.97).
MA
Brauchen Sie Risikokapital? HyWeb, 20.11.97: Die VDI-Nachrichten haben in ihrer Ausgabe vom 7.11.97 folgende Liste von interessanten links zum Thema Venture Capital (VC) veröffentlicht:
www.evca.com European Venture Capital Association
www.tbgbonn.de Technologie-Beteiligungsgesellschaft der Deutschen Ausgleichsbank
www.atlasventure.com Atlas Venture, München (VC Gesellschaft)
www.tvmvc.de Techno Venture Management, München (VC Gesellschaft)
www.technologieholding.de Technologieholding VC GmbH, München (VC Gesellschaft)
www.imdr.com/venture/preqmkt.htm Informationen über den amerikanischen VC-Markt
www.pw.com/vc Price Waterhouse, (VC Marktforscher)
www.ventureone.com VentureOne, (VC Marktforscher)
MA
Neues Belgien-Québec Joint Venture zur Kommerzialisierung von Elektrolyseuren HyWeb, 20.11.97: In einer Pressemitteilung vom 1. Oktober 1997 kündigte Sofinov, Société financière d'innovation, eine Tochter der Caisse de dépôt et placement du Québec, eine Investition von rund 1 Mio DM in ein Projekt von Hydrogen Systems N.V., einer belgischen Firma, die Wasserstofferzeugungsanlagen auf der Baisis von Elektrolyseuren entwickelt, produziert und vertreibt, an. Sofinov bietet innovativen, an vorderster Front der Technologieentwicklung agierenden Firmen mit guten Wachstumspotentialen strategische Finanzierungen. Sein Portfolio enthält über 50 Investitionen mit einem Wert von etwa 450 Mio DM in verschiedenen Sektoren.
Mit dieser Investition bestätigt Sofinov seine Zuversicht in neue Technologien im Zusammenhang mit der Nutzung von Wasserstoff", sagt Denis Dionne, Präsedent von Sofinov. Die Partnerschaft mit Groupe Laperrière & Verreault inc. in der Produktion und Vermarktung von Elektrolyseuren bedeutet einen bedeutenden Vermögenswert für Hydrogen Systems. Sie wird dazu beitragen Québec eine führende Position im Bereich der Wasserstoffproduktion am Verbrauchsort in Amerika zu sichern."
Eine erste Investition von rund 420.000 DM ist für Hydrogen Systems vorgesehen. Die zweite Investition von rund 580.000 DM kommt GL&V Hydrogen Technologies Inc. zu gute, einer von Hydrogen Systems, Groupe Laperrière & Verreault inc. aus Trois-Rivières und Optec Energy, einem Consultant aus Montréal, gemeinsam neu gegründeten Gesellschaft.
Hydrogen Systems hat eine komplette Serie von IMET Elektrolyseuren (IMET Inorganic Membrane Electrolyser Technology Inorganische-Membran Elektrolyseur-Technologie) entwickelt. IMET-Einheiten sind für den Einsatz in der industriellen Produktion (Härtung von Ölen und Nahrungsmittelfetten, Flachglasproduktion, metallurgische, elektronische und nukleare Industrie) sowie für die Forschung (Universitäten, private und öffentliche Forschungsinstitutionen) vorgesehen.
Groupe Laperrière & Verreault (GL&V), tätig in den Bereichen Papierproduktion, Abwasserbehandlung sowie Wasserkraftwerke und thermische Kraftwerke, wird die Produktion der IMET-Elektrolyseure in Québec übernehmen sowie den Verkauf und Kundenservice in Nord- und Südamerika. Im Produktmarketing werden sie von Optec Energy unterstützt, einer im Energiesektor spezialisierten Beratungsfirma, die eine Beteiligung an GL&V Hydrogen Technologies hält. Hydrogen Systems hält die weltweiten Verkaufsrechte, ausgenommen Amerika.
MA
EU-Recht im Internet HyWeb, 20.11.97: Die Europäische Union stellt im Internet unter http://www.eudor.com ein Archivierungssystem von Rechts- und sonstigen Dokumenten und Veröffentlichungen zur Verfügung.
Verfügbare Dokumente sind:
L-Amtsblatt (75.000 Titel), C-Amtsblatt (144.000 Titel), verfügbar ab 1.1.1996
KOM-Dokumente (6.113 Titel), verfügbar ab 1.10.1996
CONSLEG-Sammlung Konsolidierte gemeinschaftliche Rechtsakte (1.775 Titel)
Entscheidungen über Unternehmenszusammenschlüsse (528 Dokumente)
Der Zugang zum Archiv ist kostenlos. Allerdings sind die Titel nicht im Volltext enthalten, sondern müssen bestellt werden. Dieser Service kostet 0,5 ECU pro Seite zuzüglich Zustellungskosten von 0 (e-mail) bis 1 ECU pro Seite.
MA
Ist deutscher Wasserstoff anders? Eine Bestandsaufnahme der öffentlichen Wahrnehmung HyWeb, 14.11.97: Wenn man die Berichte deutscher Zeitungen über Wasserstoff liest, kann man kaum glauben, daß sie über das gleiche berichten wie Zeitungen beispielsweise in den USA. Deutscher" Wasserstoff ist zu teuer, zu ineffizient und zu kompliziert. Während in Deutschland angeblich die Visionäre vor den Trümmern ihrer Träume stehen, kommen die Amerikaner gerade erst richtig auf den Geschmack. Ein kleiner Rundblick durch die deutsche und internationale Presse:
Vision auf dem Abstellgleis Einst galt Wasserstoff als Energieform der Zukunft und Allheilmittel gegen Treibhauseffekt, Waldsterben und Smog. Jetzt stehen die Visionäre vor den Trümmern ihrer Träume. Das vermeintliche Wundergas erwies sich als zu teuer und ineffizient. Trotzdem hoffen seine Verfechter auf ein Comeback des Wasserstoffs im Verkehrssektor" [Der Spiegel 45/1996]
Die Wasserstoff-Ära: eine Vision verblaßt Teure Infrastruktur stoppt den Energieträger. Lange Zeit galt Wasserstoff als die Energie der Zukunft. Doch dem Hoffnungsträger von einst droht eine Beerdigung erster Klasse. Die Technologie liegt zwar serienreif in der Schublade, doch die nötige Umstrukturierung der Energiewirtschaft läßt auf sich warten" [bild der wissenschaft 5/1997]
Zu groß, zu schwer, zu teuer Der Speicher ist der Engpaß der Wasserstofftechnik" [VDI-Nachrichten, 28.6.96]
Energievergeuder Wasserstoff Der SPD-Solarexperte Scheer will Milliarden in den alternativen Brennstoff stecken. Viele Experten halten das für eine Geldverschwendung" [taz, 9./10.8.97]
Der angelsächsische" Wasserstoff scheint grundsätzlich andere Eigenschaften zu besitzen:
Anbruch des Wasserstoff-Zeitalters Autos, die 8000 km fahren ohne tanken zu müssen, Kraftwerke, die man wie Haushaltsgeräte kauft, eine Welt mit radikal verringerten Luftschadstoffen, und ein besserer Lebensstandard ... das hört sich an wie ein Science-fiction Hirngespinst wenn es nicht all die Automobilfirmen und Energieversorger gäbe, die Milliarden dafür ausgeben, um es wahr zu machen." [wired Okt. 1997]
Das dritte Kraftstoff-Zeitalter Genau wie die Kohle dem Öl weichen mußte, mag Öl jetzt dem Wasserstoff weichen" und Endlich die Brennstoffzelle Ein Gerät, das anderthalb Jahrhunderte vergessen wurde und jetzt dabei ist, seinen ihm gebührenden Platz in der Industriegesellschaft einzunehmen." [The Economist 25.-31. Oktober 1997]
Ein Tank voll von dem kalten Zeug Wasserstoff war lange der heiße Tip für den zukünftigen Kraftstoff. Wenn man deutschen Automobilherstellern glauben kann, braucht man auf diese Zukunft jetzt nur noch wenige Jahre zu warten." [New Scientist Nov. 1996] (Übersetzungen LBST)
Drei Aspekte fallen besonders auf bei diesem Vergleich: Von außen werden insbesondere auch die deutschen Entwicklungen als positive Anzeichen für den Wasserstoff gewertet, während die Wahrnehmung in Deutschland eine ganz andere ist. Es kommt hinzu, daß die negative Einschätzung genau in dem Augenblick kommt, wo die deutsche Industrie mit der Kommerzialisierung von Wasserstoff-Technologien beginnt. Und schließlich stellt man verwundert fest, daß die negative Einschätzung oft von den Experten stammt, meist Technikern, die wirtschaftliche Gründe gegen den Wasserstoff gefunden zu haben glauben.
Diese öffentliche Wahrnehmung macht auch vor den Politikern nicht halt: So ist die Einschätzung der deutschen Bundesregierung nicht verwunderlich, die Wasserstoff-Technologien für serienreif hält, aber an eine Wasserstoffwirtschaft erst in 30 bis 50 Jahren glaubt. Auch in der Europäischen Union sieht es schlecht aus für den Wasserstoff: Das 5. Rahmenprogramm, das Ende 1997 verabschiedet werden soll und von 1998 an für vier Jahre die Forschungs- und Entwicklungsförderung durch die EU festlegt, wird voraussichtlich Wasserstoff nicht enthalten.
Doch es gibt auch für den deutschen" Wasserstoff Hoffnung: Die Bayerische Landesregierung hat eine umfangreiche Wasserstoff-Initiative ins Leben gerufen, die von der Industrie mitgetragen wird. Wasserstoff-Projekte werden in den nächsten Jahren mit rund 50 Mio DM gefördert. Und das Land Nordrhein-Westfalen fördert in seiner Landesinitiative Zukunftsenergien" unter anderem Projekte mit Brennstoffzellen und Wasserstoff.
Hoffnungsvoll stimmt auch die Presseresonanz auf den Gemeinschaftsstand Wasserstoff Technologien mit Brennstoffzellen-Applikationen, der 1998 zum vierten Mal auf der Hannover Messe Industrie die industriellen Wasserstoff-Aktivitäten präsentiert:
Wasserstoff soll Kerosin ersetzen Eine der Sensationen des Jahres 2000: In Hannover landet zur Expo das erste wasserstoffbetriebene Flugzeug. Ob das klappt, ist noch nicht sicher, aber wünschenswert wäre es: denn Wasserstoff ist sauber. ..." [FAZ 15.4.97]
Tanken wir bald alle Wasserstoff? Vorteile:Billig, sauber, unerschöpflich" [Bild 25. April 1996]
Realsitische Visionen einer neuen Energiewirtschaft Wasserstoff-Technik in Pilotprojekten bereits jetzt alltagstauglich" [VDI-Nachrichten 26.4.96]
Treibstoff im Rucksack und super-sauber: Der Airbus von morgen Das Geheimnis von Cryoplane": Er fliegt mit Wasserstoff spätestens im Jahr 2013" [BZ 29. April 1996]
Nicht ganz so euphorisch, dafür aber sehr informativ, ist das Wasserstoff-Dossier der Süddeutschen Zeitung vom 2.7.97
MA
FEVER Renault Brennstoffzellen-Fahrzeug HyWeb, 30.10.97: Ein neues Fuel cell Electric Vehicle for Efficiency and Range (FEVER) von Renault auf der Basis eines Laguna Estate wurde auf der Hypothesis II Konferenz im August in Grimstad, Norwegen, vorgestellt. Die Entwicklung ist ein im Rahmen des JOULE-Programms von der Europäischen Union gefördertes Gemeinschaftsprojekt von Renault (F), Ecoles des Mines de Paris (F), Ansaldo (I), Air Liquide (F), Volvo (S) und De Nora (I). Fahrtests wurden für diesen Herbst angekündigt.
Das Fahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 2200 kg erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h. Antriebs- und Speichersystem nehmen bei diesem ersten Prototypen die gesamte Rückbank und den Kofferraum ein. Eine kommerzielle Version könnte zwischen 2005 und 2010 verfügbar sein.
Der Flüssigwasserstofftank für 8 kg oder 120 l Wasserstoff, ausreichend für eine Reichweite von 500 km, stammt von Air Liquide, ebenso wie die mobile, auf einem Renault Van installierte Betankungsanlage. De Nora hat die drei Brennstoffzellen-Stacks mit je 10 kW Leistung entwickelt und geliefert. Integriert zum Antriebssystem inklusive Peripherie und LH2-Speicher wurden sie von Ansaldo. Die Ecole des Mines war mit der Einrichtung eines Brennstoffzellen-Teststands betraut, auf dem dann Tests durchgeführt und die optimalen Betriebsparameter der Brennstoffzelle bestimmt wurden. Volvo schließlich hat Energieflußsimulationen durchgeführt und die Energiemanagement-Strategie im Fahrzeug implementiert, die die Brennstoffzelle und die Nickel-Metallhydrid-Batterie steuern. Außerdem wurde eine Sicherheitsstudie durchgeführt.
Weitere technische Einzelheiten können dem Tagungsband der Hypothesis II Konferenz, August 1997, Grimstad, Norwegen, entnommen werden.
MA
Erstes Brennstoffzellen-BHKW mit Wasserstoffbetrieb in Hamburg HyWeb, 31.10.97: Am 14. August wurde in Hamburg das weltweit erste Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerk, das direkt mit Wasserstoff betrieben wird (HyWeb, 24.03.97), offiziell in Betrieb genommen. Es handelt sich um eine phosphorsaure Brennstoffzelle (PAFC phosphoric acid fuel cell) mit einer elektrischen Ausgangsleistung von 200 kW und einer thermischen Leistung von 220 kW. Eingesetzt wird das BHKW zusammen mit einer erdgasbetriebenen PAFC in der Heizzentrale eines Mehrfamilienhauses in Hamburg-Bahrenfeld. Der Flüssigwasserstoffspeicher, aus dem die PAFC versorgt wird, ist in unmittelbarer Nähe des Wohngebäudes und eines Kinderspielplatzes aufgestellt. Dafür war eine Genehmigung erforderlich, an der auf Wunsch der Betreiber, der Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen-Pilot-BHKW, die Öffentlichkeit beteiligt wurde, um eine hohe Akzeptanz und Transparenz zu erreichen. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus dem Stromversorger Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW) und dem Gasversorger Hamburger Gaswerke GmbH (HGW).
Ausführliche Angaben zum Projekt sind in der HEW-Beschreibung und in der HGW-Beschreibung zu finden.
MA
Brennstoffzellen-Gabelstapler von Siemens HyWeb, 30.10.97: Der weltweit erste Gabelstapler mit Brennstoffzellenantrieb wurde jetzt vom Siemens-Bereich Energieerzeugung (KWU) an die Solar-Wasserstoff-Bayern (SWB) ausgeliefert. Das 10-kWnetto Wasserstoff-Luft PEM-System wurde in den Erlanger Fertigungsstätten von Siemens/ KWU, Abteilung PEM-Brennstoffzellen für mobile Anwendungen", hergestellt und in den Gabelstapler integriert.
Die SWB, eine Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft des Bayernwerks mit Beteiligung von BMW, Linde und Siemens, wird damit in seiner Demonstrationsanlage in Neunburg vorm Wald, Oberpfalz, das Betriebsverhalten des Brennstoffzellensystems testen.
Siemens entwickelt intensiv mit Wasserstoff und reinem Sauerstoff betriebene PEM-Brennstoffzellenantriebe für U-Boote; ein 50-kW-System hat gerade einen Dauertest von 1500 Stunden erfolgreich bestanden.
Eines unserer Hauptziele ist es, die PEM-Zelle so weiterzuentwickeln, daß Busse und stationäre Energieerzeugungsanlagen damit ausgerüstet werden können", sagt Dr. Albert Hammerschmidt, Leiter der Abteilung PEM-Brennstoffzellen bei Siemens/ KWU. Ein entsprechendes Busprojekt wird derzeit in Zusammenarbeit mit MAN, Linde und Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) durchgeführt.
Siemens arbeitet an einem kostengünstigen Zelldesign und vereinfachten Herstellungsverfahren, die auch für die Massenproduktion tauglich sind. Zielsetzung ist, den Preis, der in der Pilotfertigung mehr als 30 000 DM pro Kilowatt beträgt, in Großserienproduktion auf weniger als 1 000 DM zu senken. Hammerschmidt weiter: "Im laufenden Geschäftsjahr investieren wir rund 6 Millionen DM in die Prüf- und Fertigungskapazität. Damit ist der Betrieb von Brennstoffzellenanlagen mit einer Leistung bis zu 300 kW und die Herstellung von 30 PEM-Brennstoffzellen pro Jahr möglich."
Erster Gabelstabler mit Brennstoffzellenantrieb
MA
Toyota will als erster Brennstoffzellen-Fahrzeuge verkaufen HyWeb, 30.10.97: Hiroshi Okuda, Präsident von Toyota, hat in einem Gespräch mit der Financial Times (28.10.97) die Hoffnung geäußert, Daimler-Benz, die um 2005 ein Brennstoffzellen-Fahrzeug produzieren wollen, zu schlagen und als erste auf dem Markt zu sein.
Okuda verkündete weiterhin, daß Toyota das Geschäftsziel, innerhalb der nächsten Jahre zweitgrößter Autohersteller der Welt zu werden, durch umweltfreundlichere Fahrzeuge und durch erhöhte Insassensicherheit erreichen wolle. Ich wette, daß die Menschen in Zukunft mehr Umweltbewußtsein haben werden", auch in Ländern, die bisher kaum Gewicht darauf gelegt hätten, sagte Okuda.
MA
General Motors besorgt über Treibhauseffekt, schlägt Energiepreiserhöhung vor HyWeb, 22.10.97: Nach BP (HyWeb, 01.07.97, siehe auch "Global Climate Change" auf der BP home page) erkennt jetzt auch General Motors, größer Fahrzeughersteller der Welt, an, daß wachsende Kohlendioxidemissionen ein Problem für das Erdklima darstellen und schlägt Energiepreisverteuerungen in den USA vor, um den übermäßigen Verbrauch fossiler Energien in den USA zu reduzieren.
In einer Reuters-Meldung werden hochrangige GM-Vertreter mit den Worten zitiert, daß neue Technologien helfen könnten, daß eine bessere Lösung jedoch die Erhöhung der Mineralölsteuer um mindestens 50 US-cents pro Gallon (etwa 24,-DPF pro Liter) sei, um die Amerikaner zum Kauf sprisparenderer Modelle zu bewegen. GM heiße Änderungen willkommen, die Verbraucher zwingen würden, kleinere Fahrzuege zu wählen. "In Amerika haben wir den höchsten pro-Kopf-Energieverbrauch der Welt. Das muß sich ändern. Wir müssen unsere Gewohnheiten ändern." Mit Hinweis auf die Rio-Nachfolgekonferenz im Dezember in Kyoto, Japan, sagte Louis Hughes, GM executive vice president of international operations: "Wir bei General Motors haben keine Angst vor der Kyoto-Konferenz. Wir begrüßen sie, dort wird es einen globalen Dialog über ein globales Problem geben. Das ist gut, aber es bedeutet, daß wir alle etwas opfern müssen."
GM kündigte an, einige alternative Antriebstechniken, die zur CO2-Reduktion beitragen, auf der Detroits North American International Auto Show im Januar 1998 einzuführen.
MA
Shell investiert 500 Mio US-$ in erneuerbare Energien, erkennt Treibhauseffekt an HyWeb, 24.04.97: Die Royal Dutch/Shell Gruppe hat laut einer Reuters-Meldung letzte Woche angekündigt, in den nächsten fünf Jahren 500 Mio US-$ in erneuerbare Energietechnologien zu investieren, um eine erwartete Nachfrageexplosion nach umweltfreundlicher Energie zu befriedigen.
Shell erklärte, Shell International Rnewables (SIR) als fünften Geschäftsbereichzu etablieren. Die 500 Mio $ werden gleichmäßig auf den bereits profitablen Forstbereich und die anderen erneuerbaren Energien verteilt, wobei noch zusätzliche Gelder in die Windenergieforschung, unterstützt durch die Offshore-Erfahrung bei Shell, gesteckt werden. Shell besitzt Solarzellen-Fertigungen in Japan und den Niederlanden und plant weltweit weitere Fertigungen aufzubauen, um 10% des solaren Weltmarkts im Jahr 2010 zu erobern. SIR-Präsident Jim Dawson erwartet ein Marktwachstum von 15% pro Jahr in diesem Sektor. "Wir tun das nicht zum Spaß ... Wir glauben, daß es kommerziell sinnvolle Chancen gibt. [...] Fünfzig Prozent der Weltbevölkerung haben keinen Strom. Wir haben die Vision von Biomasse- und Photovoltaik-Technologien für ländliche Märkte."
Shell-Vertreter sagten sie sähen keinen Widerspruch darin, daß der weltgrößte Mineralölkonzern in die erneuerbaren Energien einsteigt. "Dies ist logisch für Shell. Wir sind Anfang des Jahrhunderts von der Kohle zum Öl gekommen und von der Ölheizung zur Gasheizung. Und auf die gleiche Art werden erneuerbare Energien ihren Einfluß haben," sagte Jeroen van der Veer, der in der Royal Dutch/Shell Gruppe verantwortliche managing director für Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien, auf einer Pressekonferenz.
In einem Shell briefing paper vom 16. Oktober 1997, erkennt Shell an: "Das wahrscheinlich größte Dilemma, das uns allen bevorsteht, ist die Möglichkeit, daß die Aktivitäten der Menschheit unser Klima durch den verstärkten Treibhauseffekt verändern. [...] Die Firmen der Royal Dutch/Shell Gruppe teilen die Besorgnis bezüglich der Auswirkungen der möglichen Klimaänderungen. Das Bremsen des Verbrauchs fossiler Energien hat natürliche geschäftliche Auswirkungen auf Shell. Trotzdem glauben wir, daß wohlüberlegte Maßnahmen notwendig sind. Es ist ebenfalls notwendig, das naturwissenschaftliche und sozio-ökonomische Verständnis dieses Themas zu verbessern."
MA
Enron Wind Corp. kauft Tacke Windtechnik GmbH, einen führenden deutschen Windkraftanlagenhersteller HyWeb, 22.10.97: Enron Wind Corp. hat laut einer Pressemitteilung vom 15.10.97 Tacke Windtechnik GmbH, den fünftgrößten Windkraftanlagenhersteller der Welt, gekauft. Tacke mußte auf Grund zurückgehender Windkraftanlagenverkäufe durch die anhaltenden politischen Diskussionen um die Einspeisevergütung für regenerativ erzeugten Strom im Laufe dieses Jahres Konkurs anmelden.
Enron Wind Corp. kündigte die Gründung einer neuen deutschen Tochterfirma, Enron Wind Holding GmbH, die für die Fertigung und den Verkauf von Windkraftanlagen in Europa, Indien, dem Mittleren Osten und Nordafrika zuständig sein wird, an. Tacke wir über zwei neu gegründete Tochterfirmen von Enron Wind Holding GmbH: Tacke Windenergie GmbH für Fertigung und Verkauf und Tacke Service GmbH für Wartung gekauft.
Enron Corp. ist eine der größten Gas- und Stromfirmen der Welt.
MA
Brennstoffzelle im Benzinbetrieb" als Fahrzeugantrieb von Arthur D. Little und dem U.S. Department of Energy vorgestellt HyWeb, 22.10.97: Arthur D. Little und das U.S. Department of Energy zusammen mit Plug Power und dem Los Alamos National Laboratory haben laut Pressemitteilungen von ADL und Plug Power vom 21.10.97 den weltweit ersten mit Benzin versorgten Brennstoffzellenantrieb für Fahrzeuge erfolgreich demonstriert. Dieser Durchbruch ist ein wesentlicher Fortschritt bei den Null-Emissions-Fahrzeugen," sagt Gary Mittleman, Präsident und chief executive officer von Plug Power.
Kohlendioxidemissionen werden durch den im Vergleich zu konventionellen Benzinantrieben doppelt so hohen Wirkungsgrad des Benzin-Brennstoffzellen-Systems halbiert. Nach Ansicht der Projektpartner wird diese Entwicklung die Einführung von Brennstoffzellenfahrzeugen wesentlich beschleunigen, da auf die Benzin-Infrastruktur zurückgegriffen wird und keine neuen Tankstellen benötigt werden.
(Oben)
Arthur D. Little (ADL) CEO Charles LaMantia (rechts) und Vize-Präsident Jeffrey Bentley stellen die erste Brennstoffzelle im "Benzinbetrieb" vor.(Unten)
Schematische Darstellung der mit "Benzin betriebenen" Brennstoffzelle.MA
Szenarien für CO2-Reduktion in den USA HyWeb, 22.10.97: In einer Studie für das U.S. Department of Energy haben fünf seiner Laboratorien (Oak Ridge National Laboratory, Lawrence Berkeley National Laboratory, Argonne National Laboratory, National Renewable Energy Laboratory, Pacific Northwest National Laboratory) Szenarios für die Reduktion von Kohlendioxidemissionen in den USA ausgearbeitet. Das wichtigste Ergebnis ist, daß mit einem Preis von 50 Dollar für die Tonne emittierten Kohlenstoffs und aggressiver politischer Begleitung eine Reduktion der CO2-Emissionen um 390 MtC/Jahr im Jahr 2010 möglich ist, was die Emissionen auf dem 1990er Niveau stabilisiert. Die zweite Schlußfolgerung ist, daß die Energieeinsparungen die Mehrausgaben etwa ausgleichen oder sogar übersteigen (Externe Kosten wurden nicht berücksichtigt).
In einer ersten Reaktion bezeichnete die Sustainable Energy Coalition, eine fünf Jahre alte Washingtoner Vereinigung von Wirtschafts-, Umwelt-, Verbraucher- und Energiepolitikorganisationen, die Studie als auf dem richtigen Weg befindlich", aber als noch zu konservativ". Sie unterschätze die Potentiale der Erneuerbaren und von Energieeffizienzmaßnahmen, ist der Oktober-Ausgabe des Hydrogen & Fuel Cell Letter zu entnehmen.
Der gesamte Studientext ist unter http://www.ornl.gov/ORNL/Energy_Eff/CON444/ zu finden.
MA
Schmelzkarbonatbrennstoffzellen Stand der Entwicklung HyWeb, 16.10.97: Der Elektrolyt bildet das Herzstück einer Brennstoffzelle. Von seinen Eigenschaften hängt die Funktionstüchtigkeit einer Brennstoffzelle ab. Daher unterscheidet man die unterschiedlichen Typen von Brennstoffzellen nach dem Elektrolytmaterial.
Funtkionsweise
Eine interessante Perspektive wird der Schmelzkarbonatbrennstoffzelle (MCFC molten carbonate fuel cell) unterstellt. Als Elektrolyt kommt eine Salzschmelz zum Einsatz, die in der Regel aus der binären Alkalikarbonatschmelze Li2CO3/K2CO3 besteht. Diese ist in einer hochporösen feinporigen keramischen Matrix aus LiAlO2 fixiert. Die optimale Betriebstemperatur, die natürlich oberhalb des Schmelzpunkts der Alkalikarbonatschmelze von fast 500 °C liegen muß, ergibt sich aus einem Kompromiß zwischen großer Lebensdauer und hohem Wirkungsgrad der Brennstoffzelle. Höhere Temperaturen verbessern den Wirkungsgrad, der bei 650 °C Betriebstemperatur bei etwa 54 % liegt, verstärken aber auch die Korrosionsprobleme und senken damit die Lebensdauer. Die Anode besteht aus porösem Nickel und die Kathode aus porösem Nickeloxid, das zur Erhöhung der Leitfähigkeit mit Lithium dotiert wurde. Im Unterschied zu allen anderen Brennstoffzellen muß an der Kathode neben Sauerstoff als Bestandteil der Luft auch Kohlendioxid zugeführt werden. Dieses nährt die an der Kathode ablaufende Reaktion (½ O2 + CO2 + 2 e-- ® CO3--), die zur Erzeugung der Karbonationen. Die Karbonationen diffundieren durch den Elektrolyten zur Anode und gleichen den Elektronenstrom aus, der von der Anode über einen externen Verbraucher zur Kathode fließt. An der Anode wird das Kohlendioxid über die Reaktion H2 + CO3-- ® H2O + CO2 + 2 e- wieder freigesetzt. Die Schmelzkarbonatbrennstoffzelle eignet sich besonders für Erdgas (oder allgemeiner Kohlenstoffhaltige Brenngase) als Brennstoff, da aufgrund der hohen Temperatur eine interne Reformierung von Methan zu Wasserstoff unter Zufuhr von Wasserdampf erfolgt (CH4 + 2 H2O ® CO2 + 4 H2). Aus dem Abgas der Reformierreaktion und der Anodenreaktion kann das Kohlendioxid abgetrennt und der Kathode zugeführt werden.
Aufgrund dieser Eigenschaften (hohe Betriebstemperatur, hoher Wirkungsgrad durch interne Reformierung) eignet sich die MCFC besonders zur effizienten Verstromung von Erdgas und von Synthesegas aus Abfällen oder Biomasse. Die hohe Betriebstemperatur erlaubt eine hochwertige Nutzung der Abwärme zur kombinierten Kraft-Wärmeerzeugung.
Entwicklungsstand
Ein Konsortium aus den Firmen MTU - Friedrichshafen, Haldor Topsoe AS, Elkraft AmbA, Ruhrgas AG und RWE AG entwickelte in Lizenz von und in enger Kooperation mit Energy Research Corporation (ERC) ein kleines MCFC-Modul mit einer elektrischen Leistung von bis zu 300 kW und einem Wirkungsgrad um 54 % (HyWeb, 26.03.97). Das Aggregat wurde in modularer Bauweise realisiert und wird in Zukunft eine Gesamtgröße von ca. 6 m Länge und 2,5 m x 2,5 m im Querschnitt haben. Die erste Demonstrationseinheit nahm Ende September 1997 ihren Probebetrieb auf dem Versuchsgelände der Ruhrgas AG in Dorsten auf. Bis zur Jahrtausendwende sollen einige Aggregate bei ausgewählten Kunden den Demonstrationsbetrieb aufnehmen. Anschließend werden erste kommerzielle Aufträge erwartet, wobei die Planungen eine gleitende Kostensenkung auf etwa 2300 DM pro kWel und damit einen Markteintritt bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts vorsehen.
Mit etwas anderer Technik arbeitet die patenthaltende Firma ERC an der Realisierung größerer Kraftwerkseinheiten im MW-Bereich. So wurde das weltweit erste MCFC-Versuchskraftwerk mit 2 MW Bruttoleistung voriges Jahr (1996) in Santa Clara (Santa Clara Demonstration Project) in Betrieb genommen. Dort auftretende Korrosionsprobleme konnten durch die Weiterentwicklung der Elektroden bei MTU-Friedrichshafen wesentlich entschärft werden. Im März 1997 wurde das Projekt vorzeitig, jedoch nach Betreiberangaben durchaus erfolgreich beendet. Über weitere Demonstrationsvorhaben mit größeren und verbesserten Brennstoffzellen-Stacks wird derzeit bei ERC nachgedacht.
Im Rahmen eines 1,58 Mio US$ Vertrags mit der US Navy wurde ERC beauftragt, die MCFC für Navy-Anwendungen weiterzuentwickeln.
ERC plant die standardisierte Kommerzialisierung von Kraftwerksblöcken mit einer Leistung von 2,85 MWel Anfang des nächsten Jahrhunderts. Diese sollen nach einer Markteinführungsphase für Kosten unter 1250 $/kW realisiert werden. Insbesondere ist für diese Kraftwerke auch die Nutzung unterschiedlicher kohlenstoffhaltiger Brennstoffe geplant (Erdgas, JP-8, Diesel, Kohle), wobei ein Stromerzeugungswirkungsgrad bis 57 % angestrebt wird.
Der Betrieb einer Schmelzkarbonatbrennstoffzelle gemeinsam mit einer Gasturbine erlaubt die Steigerung des Stromerzeugungswirkungsgrades. Systemstudien für ein Kraftwerk im 200 MW-Bereich lassen einen Stromerzeugungswirkungsgrad über 70 % erwarten. Für ein 20 MW-Kraftwerk kann noch mit etwa 65 % Wirkungsgrad gerechnet werden. Für das kleinste angedachte System mit einer Brennstoffzellenleistung von 2,85 MW lassen sich in Kombination mit einer Gasturbine je nach Systemkonfiguration 61-69 % Wirkungsgrad erzielen. Der hohe Wirkungsgrad wird mit einer Brennstoffzelle in Kombination mit Gas- und Dampfturbine erreicht.
Unabhängig von ERC, die weltweit auf dem Gebiet der MCFC Systemführend zu sein scheinen, arbeitet die amerikanische Firma M-C P